Toulouse Geiselnahme durch Al-Kaida-Terrorist

Nervenkrieg in Frankreich
Der Killer von Toulouse

Neuer Islamisten-Terror? Ein angebliches Al-Kaida-Mitglied hat in Toulouse beim Überfall auf eine Bank mehrere Geiseln genommen. Erst vor wenigen Monaten war es in der Stadt zu einer blutigen Mordserie durch den «Killer von Toulouse» gekommen. Dieses Mal konnte das Drama unblutig beendet werden.

In der südfranzösischen Stadt Toulouse hat ein selbst erklärtes Mitglied des Terrornetzwerkes Al-Kaida am Mittwoch vier Geiseln in einer Bank genommen. Am Nachmittag ließ er eine Frau frei, berichtete die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf die Polizei. Später konnte das Geiseldrama unblutig beendet werden. Wie die Polizei mitteilte, wurde der Geiselnehmer festgenommen, alle Geiseln blieben unverletzt.

Die Polizei hatte den Tatort weiträumig abgesperrt. Er lag nicht weit von dem Wohnhaus entfernt, in dem am 22. März der Serienkiller Mohammed Merah von einer Polizei-Spezialeinheit erschossen worden war. Auch er hatte erklärt, Al-Kaida nahezustehen.

Zunächst gab es aber keine Hinweise auf eine tatsächliche Beziehung des Geiselnehmers zum Terror-Netzwerk. Auch der zuständige Staatsanwalt wollte entsprechende Hinweise nicht bestätigen, berichtete der TV-Nachrichtensender BFM. «Die wahrscheinlichste Hypothese ist, dass dieser Typ verrückt ist», zitierte die Nachrichtenagentur AFO aus Ermittlerkreisen.

Nach Auflösung der Geiselnahme ließ die Staatsanwaltschaft bekanntgeben, der Mann habe aus «religiöser Überzeugung» und nicht «des Geldes wegen» gehandelt. Weitere Angaben wurden nicht gemacht.

Auch Bankdirektor unter den Geiseln

Mit einem Gewehr bewaffnet habe er gegen 11 Uhr die Filiale der Bank CIC im Zentrum von Toulouse betreten und vier Menschen in seine Gewalt gebracht, darunter den Filialdirektor, teilte die Polizei mit. Ein Schuss sei abgefeuert, jedoch niemand verletzt worden. Der Angreifer habe gefordert, mit der Polizeieinheit RAID zu verhandeln. Umliegende Gebäude wurden evakuiert, darunter eine private Sprachenschule, die von Vier- und Fünfjährigen besucht wird.

Erst im März hatte ein Anhänger der Al-Kaida in Toulouse für Aufsehen gesorgt. Damals hatte Mohamed Merah, der ebenfalls erklärt hatte, dem Terrornetzwerk Al-Kaida nahezustehen, im Großraum Toulouse sieben Menschen erschossen. Unter seinen Opfern waren drei Kinder und ein Lehrer an einer jüdischen Schule.

wam/zij/news.de/dpa

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