Charles Taylor Der Herr der Blutdiamanten bleibt für immer in Haft

50 Jahre Gefängnis für Liberias Ex-Diktator Taylor (Foto)
Die Anklage hatte für Charles Taylor 80 Jahre Haft gefordert. Bild: dpa/Peter Dejong/Archiv

Er hat in Sierra Leone Angst und Schrecken verbreitet. Nun wurde Ex-Diktator Charles Taylor zu 50 Jahren Haft verurteilt. Absitzen muss der Herr der Blutdiamanten davon aber nur noch 44 Jahre. Er ist damit der erste Kriegsverbrecher seit den Nürnberger Prozessen, der international verurteilt wurde.

Der frühere liberianische Diktator Charles Taylor ist wegen Mitschuld an Verbrechen gegen die Menschlichkeit zu 50 Jahren Haft verurteilt worden. Da das UN-Sondertribunal für Sierra Leone in Den Haag ihm die bereits abgesessene Zeit in Gewahrsam anrechnete, bleiben knapp 44 Jahre. Das kommt für den 64-Jährigen einer lebenslangen Strafe gleich.

Er kann in Berufung gehen. Die Staatsanwaltschaft hatte 80 Jahre gefordert. Die Richter begründeten ihre Entscheidung mit Taylors Mitschuld an Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Bürgerkrieg Sierra Leones. Zwar habe Taylor die Täter lediglich unterstützt. Jedoch bringe seine damalige Position als Präsident Liberias besondere Verantwortung mit sich.

Taylor unterstützte die Kriegsherren im Nachbarland und ließ sich mit «Blutdiamanten» bezahlen. In dem mehr als zehnjährigen Konflikt mordeten, vergewaltigten und verstümmelten Milizen die Bevölkerung und zwangen Kinder zum Dienst als Soldaten.

Naomi Campbell
Ein zickiges Supermodel

Der im Juni 2007 eröffnete Prozess hatte für viel Aufsehen gesorgt. Unter anderem sagten mehrere Prominente wie das britische Top-Model Naomi Campbell als Zeugen aus. Aber das Verfahren hat auch historische Bedeutung: Taylor ist das erste Ex-Staatsoberhaupt seit den Nürnberger Prozessen, das von einem internationalen Gericht bestraft wird.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig