Lebensmittel Die dreistesten Werbelügen

Lebensmittel-Lügen
Mirabellentee ohne Mirabellen, Hackfleisch ohne Hack
Zum vierten Mal hatte die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch zur Wahl des Goldenen Windbeutels für die dreisteste Lebensmittel-Lüge aufgerufen. (Foto) Zur Fotostrecke

Bis zum 18. Juni können Verbraucher wieder im Netz abstimmen, welches Lebensmittel die dreisteste Werbelüge enthält. Ein Mirabellentee, der mit ursprünglichem Genuss wirbt, doch nur Aromen enthält? Ebenfalls im Rennen ist «alkoholfreies» Bier mit 0,45 Prozent und Hackfleisch mit Wasserzusatz.

Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch vergibt auch in diesem Jahr ihren «Goldenen Windbeutel» für die dreisteste Werbelüge. Bis 18. Juni können Verbraucher auf der Internetseite www.abgespeist.de über fünf von Foodwatch ausgewählte Lebensmittel abstimmen, wie die Verbraucherschützer mitteilten. Zur Wahl stehen eine Margarine, zwei Teesorten, Bier und Hackfleisch. Der «Goldene Windbeutel» wird 2012 zum vierten Mal vergeben.

Anliegen des Negativpreises ist es Foodwach zufolge, gemeinsam mit den Verbrauchern Druck auf die Lebensmittelindustrie auszuüben, damit diese ihre «irreführenden Werbepraktiken» aufgibt. Nominiert sind die Margarine Becel pro-activ von Unilever, Teekanne Landlust Mirabelle und Birne, Clausthaler Classic von Radeberger, Hipp Instant-Tees Früchte sowie Viva Vital Hackfleisch-Zubereitung mit pflanzlichem Eiweiß von Netto Marken-Discount.

Die bisherigen Gewinner des «Goldenen Windbeutels» waren Milch-Schnitte von Ferrero (2011), Monte Drink von Zott (2010) und Actimel von Danone (2009). Ferrero hatte den Preis im vergangenen Jahr abgelehnt: Es gebe keine Hinweise, dass die Verbraucher die Werbung als irreführend empfänden. Regelmäßig würden Marktforschungsstudien zu den eigenen Produkten und der Werbung durchgeführt, erklärte das Unternehmen.

Auf Tricks der Hersteller aufmerksam machen

Mit seiner Kampagnenseite will Foodwatch eigenen Angaben zufolge auf Tricks und «legale Lügen» der Lebensmittelhersteller hinweisen. Seit ihrem Start Ende 2007 seien 37 Produkte vorgestellt worden. Zu jedem Produkt habe es eine E-Mail-Aktion gegeben. Mehr als 260.000 Verbraucherbeschwerden seien auf diesem Wege direkt bei den Herstellern eingegangen. Etwa 4500-mal hätten Besucher von der Funktion Gebrauch gemacht, ein Produkt vorzuschlagen, von dem sie sich in die Irre geführt gesehen hätten, teilte die Organisation mit.

Foodwatch wurde im Oktober 2002 als eingetragener Verein mit Sitz in Berlin vom früheren Greenpeace-Chef Thilo Bode gegründet, der seither als Geschäftsführer fungiert.

jag/iwi/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Heinz Prudlo
  • Kommentar 2
  • 29.05.2012 16:02

Die Postbank hat mich seit meiner Anmeldung als Girokunde mit Depot in mancherlei Hinsicht enttäuscht. Das stärkste Stück ist eine Gebührenbelasting in Höhe von 8.--Euro für eine interne Umbuchung. Ich hätte allenfalls maximal 2 Konten gebraucht. Das ist ja eine prima Sache: Möglichst viele Konten einrichten, die u.U. auch noch eine eigene Bankleitzahl haben und schon kann man Umbuchungsgebühren kassieren.Warum soll ich für die Buchungsmodalitäten der Postbank aufkommen?

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  • moilein
  • Kommentar 1
  • 28.05.2012 12:44

ALLE angeblich "alkoholfreien" Biere enthalten bis zu 0,5 % Alkohol. Schon immer und nicht erst jetzt

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