Hauptstadtflughafen Mehr Lärm für Tegel

Eröffnungstermin des Hauptstadtflughafens ist offenbar geplatzt (Foto)
Weil der Eröffnungstermin des neuen Hauptstadtflughafens vorerst geplatzt ist, will Air Berlin umrüsten und verstärkst auf dem Tegel-Airport starten. Bild: Klaus-Dietmar Gabbert/dapd

Der Flughafen Berlin-Tegel sollte eigentlich dicht machen, wenn der neue Hauptstadtflughafen in Schönefeld eröffnet. Nach dem Desaster um das Prestigeprojekt muss der alte Airport vorraussichtlich aber noch mal ran. Fluggesellschaften rütteln am Nachtflugverbot, um all ihre Starts unterzubringen.

Nach dem Debakel um die Eröffnung des Hauptstadtflughafens BER kommen auf die Anwohner des Berliner Airports Tegel möglicherweise noch größere Belastungen zu. Air Berlin als wichtigster Kunde drängt darauf, das Nachtflugverbot am Flughafen Tegel einzuschränken. Es solle nur noch von Mitternacht bis 5 Uhr gelten - so wie es auch am neuen Flughafen geplant ist.

Die Landesregierungen Berlins und Brandenburgs stehen derweil unter Druck. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD), auch Aufsichtsratschef der Flughafengesellschaft, wollte am Nachmittag im Abgeordnetenhaus eine Regierungserklärung abgeben, warum die Eröffnung zum zweiten Mal verschoben werden musste. Auch Brandenburgs Ministerpräsident Matthias Platzeck (SPD) will eine Regierungserklärung abgeben - bei einer Sondersitzung des Landtags am 21. Mai.

Die kurzfristige Absage der Eröffnung am 3. Juni könnte auch ein Fall für die Rechnungshöfe werden. So ließe sich prüfen, wie sich der Aufsichtsrat von der Geschäftsführung über das Flughafen-Projekt informieren ließ, sagte der Präsident des Landesrechnungshofes Brandenburg, Thomas Apelt.

Neuer Eröffnungstermin steht noch nicht fest

Geplatzt war die Eröffnung laut Betreiber, weil die Brandschutzanlage noch nicht reif für die Abnahme durch die Behörden sei. Das Zusammenspiel der Komponenten funktioniere noch nicht einwandfrei. Der TÜV Rheinland hat nach Informationen des Berliner Kuriers und der VDI nachrichten bislang noch nicht einmal einen Termin, die Brandschutzanlage am Hauptstadtflughafen zu prüfen. Demnach ist die Anlage baulich noch nicht fertig. Ohne die TÜV-Testate kann der Landkreis Dahme-Spree die Anlage nicht abnehmen.

Die Fluggesellschaften arbeiten nun daran, ihr größeres Angebot am überlasteten Flughafen Tegel unterzubringen. Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn schrieb an Flughafenchef Rainer Schwarz: «Schon heute bitten wir Sie dringend zu prüfen, für diese Übergangsphase bei der Verlängerung von Tegel die Öffnungszeiten des Flughafens morgens und abends um je eine Stunde zu verlängern.» So könne die Drehkreuzstruktur für Umsteigeverbindungen ordnungsgemäß abgewickelt werden, heißt es in dem auf den 9. Mai datierten Brief, der der Nachrichtenagentur dpa vorliegt.

Einen neuen Eröffnungstermin gibt es noch nicht. Wowereit und Platzeck hatten am Dienstag gefordert, dass noch im August die ersten Maschinen vom Großflughafen abheben. Ein Sprecher des Bundesverkehrsministeriums mahnte am Donnerstag: «Es geht um einen realistischen und umsetzbaren Termin.» Flughafen-Chef Schwarz sprach sich gegen politisch gewünschte Termine aus, die technisch nicht machbar seien.

zij/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Fam. Wegner Mahlow
  • Kommentar 1
  • 11.05.2012 16:55

Die 3 sollten ihren Hut nehmen, wie sich das gehört. Sie hätten ja auch schön Champagner getrunken, wenn es glatt gegangen wäre. Würde man so privat ein Unternehmen leiten, müsste man Insolvenz anmelden. BER sollte nicht Willy-Brandt heissen, sondern Münchhausen. Solche Hohlbirnen planen dann auch noch den Lärmschutz, der hier erst zu 5 Prozent fertig ist. Jetzt wissen sie warum. Fam. Wegner, Mahlow

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig