Juan Carlos & Spanien Der König schießt, das Volk lacht

Juan Carlos auf Elefantenjagd in Botswana. (Foto)
Der König jagt Elefanten, während sein Volk in der Arbeitslosigkeit versinkt. Eine Geliebte soll er auch dabeigehabt haben. Dieses Bild stammt aus dem Jahr 2006. Bild: dapd

Der derzeitige knallharte Sparkurs der Regierung von Mariano Rajoy macht die Freunde wütend. Von 8,5 auf 5,3 Prozent will er das Haushaltsdefizit in diesem Jahr pressen, dabei ist das Defizit gar nicht Spaniens größtes Problem. Das sind die völlig maroden Banken, die kaum mehr Kredite vergeben können, die Rezession, die grassierende Arbeitslosigkeit. Allein durch Sparmaßnahmen kommt die Wirtschaft nicht in Schwung, das hat sogar IWF-Chefin Christine Lagarde kritisiert.

Rafa ist der einzige aus der Gruppe, der noch nie arbeitslos war. Erst vor kurzem hat er einen neuen Job gefunden, in der energetischen Gebäudesanierung. «Die Bauunternehmen, die mit der Krise keine Aufträge mehr bekommen, sollen jetzt darauf umstellen, die Gebäude den Energiestandards der EU anzupassen», erklärt er. Seine Aufgabe ist es, EU-Subventionen dafür aufzutun.

Denn das ist schon eher eine Marschrichtung, wie die EU-Kommission sie sich vorstellt. Klimafreundliche Energien sollen als Wirtschaftszweig den südlichen Sorgenkindern auf die Beine helfen. Rafa hat schon einige Töpfe angezapft für seine Firma. Ob diese Strategie viele Arbeitsplätze schaffen wird? Er zuckt die Schultern.

Er und seine Freunde sind wieder beim Thema Königshaus angekommen: «Alle haben sich gefragt: ‹Warum besucht der König Froilán nicht im Krankenhaus?› Seine offizielle Agenda war leer», erzählt Rafa. Dass Juan Carlos nicht kommen konnte, weil er in Botswana Elefanten schoss, sollte schließlich niemand wissen. «Dumm nur, dass er sich dann die Hüfte gebrochen hat. Dadurch ist es rausgekommen, ausgerechnet am 14. April, dem Tag der Republik!», fügt Rosa feixend hinzu. Am 14. April 1932 wurde die spanische Republik ausgerufen - ein Gedenktag für alle, die den Monarchen endlich abdanken sehen wollen.

Ein Detail für Revolutionsromantiker, mehr nicht. Denn dass sich etwas ändern wird, daran glaubt niemand. Königin Sofia hat ihren Mann lange im Krankenhaus besucht, trotz der Gerüchte um seine Affären. Die royale Familie rückt zusammen. Und das Volk macht seine Scherze und wird sich wieder beruhigen. Wie immer.

jag/news.de

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