Einkommensstatistik Die Armut droht 13 Millionen

15,6 Prozent der Deutschen verdient weniger als 60 Prozent des Durchschnittsgehalts. (Foto)
15,6 Prozent der Deutschen verdient weniger als 60 Prozent des Durchschnittsgehalts. Bild: dpa

Von Jens Twiehaus
Ein Sechstel der Menschen in Deutschland ist von Armut gefährdet, sagt die Statistik. Prozentual sind das weit mehr als in Tschechien, Österreich oder den Niederlanden. Im Vergleich zu den meisten EU-Ländern geht es den Menschen hierzulande jedoch ganz gut.

Die Gefahr in Armut abzurutschen ist in Deutschland höher als in den meisten Nachbarländern. 15,6 Prozent oder 13 Millionen der Menschen sind hierzulande armutsgefährdet, hat das Statistische Bundesamt errechnet.

In den Nachbarstaaten Tschechien, Niederlande und Österreich liegt die Quote niedriger. Armutsgefährdet ist laut Definition, wer weniger als 60 Prozent des Durchschnitts verdient - dies schließt auch Sozialleistungen wie Arbeitslosengeld ein. Der Schwellenwert unterscheidet sich von Staat zu Staat je nach Lebensstandard. In Deutschland muss man mindestens 940 Euro Einkommen pro Monat erhalten, um nicht als von Armut bedroht zu gelten.

Am dortigen Standard gemessen waren beim europaweiten Spitzenreiter Tschechien nur neun Prozent der Bürger von Armut bedroht. Auch in den benachbarten Niederlanden waren es nur knapp über zehn Prozent, in Österreich rund 12 Prozent.

Arbeitsmarkt
Wo es schon jetzt Mindestlöhne gibt
Sicherheitsgewerbe (Foto) Zur Fotostrecke

Die Bundesrepublik steht jedoch im EU-Vergleich recht gut da, denn europaweit betrug die Armutsgefahr durchschnittlich 16,4 Prozent. Die aktuellsten Zahlen stammen bereits aus dem Jahr 2009.

Bestverdiener bekommen 4,5-mal so viel wie Niedrigverdiener

Auch die Einkommen waren den Angaben zufolge in Deutschland 2009 etwas gerechter verteilt als europaweit. Während hierzulande die 20 Prozent der am besten verdienenden Menschen viereinhalb mal so viel verdient wie die Gruppe der einkommensschwächsten, bekamen sie im EU-Durchschnitt fünfmal so viel.

Die Einkommen waren vor allem in jenen Staaten ungerecht verteilt, in denen auch die Armutsgefährdung hoch war. Den Negativrekord stellte Litauen auf. Dort bekamen 2009 Spitzenverdiener mehr als siebenmal so viel wie Einkommensschwache. Der deutsche Wert veränderte sich im Vergleich zum Vorjahr nicht.

In den vergangenen Jahren ist die Gefahr, arm zu werden, in Deutschland leicht gestiegen. Während 2007 noch 15 Prozent als armutsgefährdet galten, stieg der Wert 2008 auf 15,5 Prozent und nun abermals auf 15,6 Prozent.

Auge um Auge
Was ist gerecht?
Gerechtigkeit (Foto) Zur Fotostrecke

iwi/news.de/dapd

Leserkommentare (3) Jetzt Artikel kommentieren
  • Marco_71
  • Kommentar 3
  • 13.07.2012 14:02

15,6% sind Armutsgefährdet in der BRD,aber wir stehen noch gut da,weil der Durchschnitt in Europa 16,4% Beträgt?!? Ts,ts...alles eine Sache der Interpretation,wie?

Kommentar melden
  • bildlmacher
  • Kommentar 2
  • 31.03.2012 21:35

Wir brauchen uns keine Sorgen zu machen, da die Griechen die Milliarden zurückgeben, sobald sie alle Schulden abbezahlt haben. Außerdem - so wird uns fortwährend von so genannten Experten berichtet - gibt es ohnehin keine Alternative zu dem Rettungsschirm, mit anderen Worten hilft uns der Rettungsschirm sparen, eine Insolvenz Griechenlands wäre viiiel teurer, "kopfschüttel"

Kommentar melden
  • beagle
  • Kommentar 1
  • 27.03.2012 22:47

Es ist sehr traurig, wenn man sieht, das 1 sechstel in Deutschland von Armut betroffen sind.Ständige Preiserhöhungen und dann werden Milliarden in Griechenland versenkt.:Die eigenen Bürger werden von den Politikern nicht mehr wahrgenommen.Ja man wählt einen BP der zwar von Freiheit redet, aber selber nichts anderes weiß.Die Wahrheit sieht anders aus.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig