US-Studie Schokolade macht dünn

Sport macht schlank - Schokolade auch? (Foto)
Sport macht schlank - Schokolade auch? Bild: dpa

Wer regelmäßig Schokolade nascht, bleibt schlank. Amerikanische Wissenschaftler wollen diesen revolutionären Zusammenhang nachgewiesen haben. Also ran ans braune Glück? Eine deutsche Ernährungswissenschaftlerin ist skeptisch.

Bitterschokolade
Dunkle Schokoladen im Test
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Naschen Dicke einfach nur zu wenig? Regelmäßige Schokoladen-Esser sind nach einer amerikanischen Studie etwas schlanker als jene, die selten zur Tafel greifen. Der Effekt sei zwar gering, kristallisiere sich bei den mehr als 1000 Teilnehmern aber deutlich heraus, sagen die Wissenschaftler.

Ihr Ergebnis lasse sich nicht dadurch erklären, dass Schokoladenesser an anderer Stelle Kalorien sparen. In der Studie hatten sie meist mehr Kalorien und Fett pro Tag aufgenommen und nicht mehr Sport gemacht als die Schokoladenverächter, berichten die Forscher im Fachmagazin Archives of Internal Medicine. Dennoch war ihr BMI im Durchschnitt niedriger als der von Teilnehmern, die seltener zur Schokolade gegriffen hatten. Interessanterweise spielte es keine Rolle, wie viel Schokolade die Teilnehmer pro Portion aßen: Die Forscher konnten keinen Zusammenhang zwischen der verzehrten Schokoladenmenge und dem BMI feststellen.

Schokolade ist reich an Zucker und Fett - daher liegt es nahe, dass sie dick macht. Bei einem extremen Konsum könne das auch der Fall sein. Aber es komme offenbar nicht nur darauf an, wie viele Kalorien man zu sich nehme, sondern auch, aus welchen Nahrungsmitteln diese Kalorien stammten, schreiben Beatrice Golomb von der University of California in San Diego und ihre Kollegen.

Schokolade spornt den Stoffwechsel an

Bereits zuvor hatten Untersuchungen gezeigt, dass Inhaltsstoffe der Schokolade positive Wirkungen auf den Stoffwechsel haben, wie die Forscher berichten. So könne Schokolade mit hohem Kakaoanteil - in Maßen genossen - die Cholesterinwerte und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senken, einige Inhaltsstoffe wirkten Zellschäden entgegen und förderten den Muskelaufbau.

Chocolaterie
Alles hat ein Herz aus Trüffel
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Bisherige Annahmen hätten oft nur den reinen Kaloriengehalt der Schokolade berücksichtigt, nicht aber die Wirkung der Inhaltsstoffe, schreiben die Forscher. Jetzt zeige die Studie aber, dass Menschen, die häufiger zu Schokolade greifen, sogar dünner seien. Die positiven Effekte der Schokolade können ihre dickmachende Wirkung bei mäßigem Verzehr demnach sogar übertreffen.

Dunkle Schokolade sei besonders gut für den Stoffwechsel, sagte Golomb. Sie gilt schon länger wegen des geringeren Zucker-Gehalts und den enthaltenen Flavonoiden als «gute Schokolade». Zwar könne diese Art der Studie einen ursächlichen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Schokoladenkonsum und einem geringeren Körpergewicht nicht belegen, sagen die Forscher. Das Ergebnis sei aber unerwartet und spannend genug, um dies in weiteren, kontrollierten Studien zu untersuchen.

Ernährungswissenschaftlerin traut der Studie nicht

Die Studie ist allerdings kein Freifahrtschein für Naschkatzen: Die schlankeren Teilnehmer aßen demnach zwar regelmäßig, aber in Maßen Schokolade. Außerdem gaben die Probanden selbst die Auskünfte zu ihrem Essverhalten - fraglich ist, ob alle Angaben korrekt waren.

Silke Restemeyer von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) hat Zweifel an den Ergebnissen der Studie. «Ich kann mir nicht vorstellen, dass man durch Schokolade abnehmen kann», sagte sie. Sich Süßigkeiten komplett zu verkneifen sei aber auch falsch: «In Maßen ist das okay. Und wer sich alles verbietet, bekommt oft Heißhungerattacken.»

Restemeyer bestätigte, dass Flavonoide unter anderem gut für das Herz-Kreislauf-System und entzündungshemmend sind. «Solche positiven Inhaltsstoffe kann ich aber auch wunderbar über andere Lebensmittel aufnehmen», sagte die Ernährungswissenschaftlerin. So enthielten zum Beispiel Beeren, Nüsse und Weintrauben ebenfalls Flavonoide.

Das Team aus San Diego hatte 1018 Probanden untersucht, zwei Drittel von ihnen waren Männer. Das durchschnittliche Alter lag bei 57 Jahren. Die Wissenschaftler um Beatrice Golomb berechneten für 972 Teilnehmer den BMI - der Durchschnittswert lag bei 28. Im Durchschnitt aßen die Teilnehmer nach eigenen Angaben zweimal in der Woche Schokolade - sie trieben aber auch 3,6 Mal Sport.

iwi/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (5) Jetzt Artikel kommentieren
  • Kristina
  • Kommentar 5
  • 15.04.2013 19:57

Ich esse auch regelmäßig Schokolade, also ein bis zwei tafeln pro tag und bin 173 cm und wiege 50 kg und ich nehme auch nicht zu .

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  • Johnny Walker
  • Kommentar 4
  • 28.03.2012 08:20

wie gesagt, lässt sich "kein ursächlicher Zusammenhang" feststellen. Warum suchen nun alle (inclusive Autoren) danach? Der offensichtliche Zusammenhang ist doch: Leute, die nicht dick werden, essen mehr Schokolade. Der Grund für's dünnbleiben liegt wo ganz anders.

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  • Bettina
  • Kommentar 3
  • 27.03.2012 16:09

Ja also ich kann dem ganzen nun zustimmen und weiß nun warum ich nicht zunehme.Bin 164 cm und 45 kg und esse seid Kindheit schon,jeden Tag bis 3 Tafeln Schokolade am Tag. Also ich zähle mich zu den Schokoladensüchtigen.OK jetzt weiß ich das dadurch der Stoffwechsel angekurbelt wird und ich mit nicht viel mehr Kilos zu rechnen habe.Schade.

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