Urteil HIV-Infizierter zwang Jungen zu Oralsex

Der Mann aus Berlin muss zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. (Foto)
Der Mann aus Berlin muss zwei Jahre und neun Monate hinter Gitter. Bild: dapd

Von Tino Moritz
Er tobte mit dem Jugen im Schwimmbad auf der Rutsche herum, trank sich Mut an und zwang den Achtjährigen zum Oralverkehr. Dabei wusste der Mann von seiner HIV-Infektion. Jetzt ist er in Chemnitz verurteilt worden und brach vor Gericht in Tränen aus.

Das Gericht nahm ihm die Reue ab: Ein mit HIV-infizierter Mann ist zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten verurteilt worden, weil er einen achtjährigen Jungen in der Toilette eines Hallenbades zum oralen Geschlechtsverkehr gezwungen hat. Das Landgericht Chemnitz verurteilte den 33-Jährige wegen schweren sexuellen Kindesmissbrauchs und versuchter schwerer Körperverletzung. Unter Tränen sagte der Mann: «Ich wünschte, ich könnte es rückgängig machen.»

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass der Beschuldigte am 12. November 2011 den Jungen in einem Schwimmbad im erzgebirgischen Annaberg-Buchholz misshandelt hatte. Der Richter hielt dem Angeklagten sein umfassendes Geständnis zugute. Damit habe er dem Kind eine Aussage vor Gericht und ein traumatisches Erlebnis erspart.

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Drei Bier getrunken und den Jungen in die Toilette gelockt

Wegen seiner HIV-Infektion habe für das Opfer eine Ansteckungsgefahr bestanden, warf das Gericht dem Angeklagten vor. Er weiß seit September 2010 von seiner Infektion und ist seitdem auch in regelmäßiger medizinischer Behandlung. Das Kind wurde nicht infiziert.

Der Mann gab an, dass er mit dem Jungen auf der Rutsche des Schwimmbads getobt habe. Er habe dann vor dem Bad drei, vier Bier getrunken und später den Jungen in die abschließbare Toilette gelockt. Der 1,70 Meter große, mit seinen etwa 60 Kilogramm schmächtig wirkende Mann sitzt seit der Tat vor rund vier Monaten in Untersuchungshaft.

Nach Aktenlage habe der Junge das Geschehen gut verarbeitet, sagte der Vorsitzende Richter. Der Angeklagte entschuldigte sich mehrfach beim Opfer und dessen Familie - von ihnen war jedoch niemand im Gerichtssaal. Für ein Geständnis war dem Mann vor Prozessbeginn eine maximale Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten in Aussicht gestellt worden. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

iwi/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • solicitors
  • Kommentar 1
  • 26.03.2012 15:43

Strafe angemessen?? .....habe der Junge das Geschehen gut verarbeitet......Diese Straftat als Geschehen zu verniedlichen, beweist die Voreingenommenheit des Vorsitzenden.........Besser als Knast sind hohe und lebenslange finanzielle Entschaedigungen an das Opfer .Kein Geld zu haben tut auch Masochisten richtig weh.Im Knast hingegen............na ja

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