Drama auf der ISS So gefährlich ist der Weltraumschrott

Ein Trümmerteil einer russischen Rakete flog am Samstagmorgen an der Internationalen Raumstation ISS vorbei. Die sechs Astronauten an Bord der ISS flüchteten zum Schutz in zwei Sojus-Kapseln. Der Fall zeigt: Die Masse an Weltraumschrott wächst - und gefährdet die Raumfahrt.

Die Computersimulation der Europäischen Weltraumorganisation Esa zeigt Weltraumschrott in der erdnah (Foto)
Die Computersimulation der Europäischen Weltraumorganisation ESA zeigt Weltraumschrott in der erdnahen Umlaufbahn. Bild: dpa

Das Trümmerteil war zu spät bemerkt worden, um die ISS noch rechtzeitig aus dem Weg zu manövrieren. Es kam der Raumstation um 07.38 Uhr am Samstagmorgen am nächsten. Die Nasa teilte mit, das Trümmerteil sei kaum nah genug gewesen, um eine wirkliche Gefahr darzustellen.

Bei der Evakuierung der Astronauten - zwei Amerikaner, drei Russen und ein Niederländer - habe es sich um eine reine Vorsichtsmaßnahme gehandelt. An Bord der Sojus-Kapseln hätten sie im Ernstfall sofort die Reise zurück zur Erde antreten können. Es war das dritte Mal in zwölf Jahren, dass die Astronauten Schutz vor Weltraumschrott suchen mussten.

Weltraumschrott: Handschuhe und Raketenteile

Seit Beginn der Raumfahrt 1957 mit dem Satelliten «Sputnik» haben die Menschen das All in einen Schrottplatz verwandelt. Neben Hunderten von Satelliten umkreisen nämlich auch Millionen Fragmente verschiedenster Größenordnung die Erde. Denn jede Mission hinterlässt Müll im Universum, der nur nach und nach in der Erdatmosphäre verglüht. Das meiste bleibt Jahrzehnte in seiner Umlaufbahn und gefährdet die Raumfahrt - wie die Besatzung der Internationalen Raumstation ISS.

Ab ins All: Menschen mit dickem Reisebudget

Nach Angaben der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa handelt es sich um ausgediente Satelliten, ausgebrannte Raketenoberstufen oder abgeplatzte Lack- und Trümmerstücke, die bei Explosionen von Oberstufen oder Satelliten entstanden. Ein großer Teil ist auf militärische Tests sogenannter Antisatellitenwaffen zurückzuführen. Sogar von Astronauten verlorene Handschuhe und Schraubendreher rasen mit rund 28.000 Kilometern pro Stunde durchs Weltall.

Erliegen der Raumfahrt droht

Um Raumflüge sicherer zu machen, wird der Schrott mit Radaranlagen und Teleskopen beobachtet. Bruchstücke von unter einem Zentimeter sind von der Erde aus nicht mehr nachweisbar, können aber dennoch gefährlich werden. Besonders viel Weltraummüll findet sich in einer Höhe zwischen 850 und 1500 Kilometern, da mit der Höhe auch die Aufenthaltsdauer der Objekte im Orbit steigt.

Ohne Gegenmaßnahmen bestehe die Gefahr, dass die Raumfahrt bald zum Erliegen komme, heißt es bei der Esa. Fachleute fordern sogar eine außerirdische Müllabfuhr, die technisch machbar, aber sehr teuer wäre.

jag/news.de/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • bildlmacher
  • Kommentar 1
  • 24.03.2012 14:39

Die Müllabfuhr ist auch nicht mehr, was sie einmal war. Vielleicht könnte Aston Kutcher, wenn er demnächst einen Ausflug in die Stratosphaere unternimmt, einige Abfällen herunter mitnehmen.

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