Busunglück in Schweiz Eltern dürfen Kinder ein letztes Mal sehen

Busunglück in der Schweiz: Eltern nehmen Abschied (Foto)
Die Eltern der 22 bei einem Busunglück verstorbenen Kinder nehmen heute in der Schweiz Abschied. Bild: dapd

28 Tote forderte das schwere Busunglück in der Schweiz. Die Eltern der 22 Kinder sind mittlerweile im Kanton Wallis angekommen und dürfen ihre Kleinen ein letztes Mal sehen. Mittlerweile wurde bekannt: Auch ein deutsches Kind saß im Bus und schwebt noch immer in Lebensgefahr.

Nach dem schweren Busunglück im Schweizer Kanton Wallis mit 28 Toten geht die Suche nach der Unglücksursache weiter. Experten wollen den völlig zerstörten Bus untersuchen, um nähere Erkenntnisse zum Unfallhergang zu erhalten.

Die Eltern der 22 toten Kinder sind inzwischen in der Schweiz angekommen. Sie durften ihre verstorbenen Kleinen, alle etwa im Alter von zwölf Jahren, am Morgen noch ein letztes Mal sehen. Das sagte Peter Vanvelthoven, der Bürgermeister von Lommel. Nach dem Abschied würden die Leichen für die Rückführung nach Belgien bereit gemacht, berichtet die belgische Zeitung Het Laatste Nieuws.

Busunglück in Schweiz
28 Tote bei schrecklichem Tunnelunfall
28 Tote bei Unfall eines Reisebusses in der Schweiz (Foto) Zur Fotostrecke

Alle Verletzten identifiziert

Unterdessen bangen die Angehörigen um das Leben der schwer verletzten Schulkinder aus Belgien. Nach Berichten der Nachrichtenagentur Belga wurden inzwischen alle Verletzten identifiziert.

Sieben der 24 verletzten Kinder stammen aus einer Grundschule in Lommel an der niederländischen Grenze, wie Belga in der Nacht zum Donnerstag berichtete. Die anderen 17 kommen aus Heverlee bei Brüssel. In Löwen gedachten am Mittwochabend rund tausend Menschen in einem Gedenkgottesdienst der Opfer.

Ein deutsches Kind in Lebensgefahr

Drei Schüler schwebten am Mittwochabend noch in Lebensgefahr. Unter den Verletzten befindet sich auch ein deutscher Jugendlicher, wie das Auswärtige Amt in Berlin der dpa bestätigte. Weitere Angaben zu dem Opfer wurden nicht gemacht.

Die Kinder waren nach einer Skifreizeit in der Region Val d'Anniviers am späten Dienstagabend auf der Heimreise, als ihr Bus in einem Autobahntunnel von der Fahrbahn abkam und gegen die Wand einer Nothaltestelle prallte. 28 Menschen starben, darunter 22 Kinder im Alter von etwa zwölf Jahren.

Kein weiteres Fahrzeug an Busunglück beteiligt

Die Unfallursache war zunächst völlig unklar: Nach belgischen Angaben war kein weiteres Fahrzeug an dem Unglück beteiligt. In der Röhre gibt es keinen Gegenverkehr. Der Fahrer kann nach Ansicht des Staatssekretärs im belgischen Verkehrsministerium nicht übermüdet gewesen sein. Auch auf technische Ursachen gab es zunächst keinen Hinweis.

Möglicherweise habe eine «unglückliche Verkettung von Umständen» zu dem Unfall geführt, sagte Richard Eberhardt, Präsident des Internationalen Bustouristik-Verbands RDA der Pforzheimer Zeitung. Unmittelbar hinter einer leichten Rechtskurve habe sich eine Haltebucht befunden, an deren Ende der Bus gegen die im rechten Winkel zur Fahrbahn stehende Wand geschmettert worden sei. «Man muss sich nach dem Unglück die Frage stellen, ob die Wände von Haltebuchten in einem flacheren Winkel abgeschrägt auslaufen müssen.»

phs/sua/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mike Charles
  • Kommentar 1
  • 17.03.2012 22:14

waere die frage erlaubt, ob ein fussgaenger bei einer lichtzeichenanlage, die auf die gruenphase geschaltet hat, die strasse ueberqueren darf, es koennte ein pkw-fahrer das rotlicht uebersehen und dann ist es, wie so oft, zu spaet...und das nennt man dann unglueckliche verkettung von umstaenden, oder einfach unachtsamkeit. letzteres waere, so traurig es klingt, passender...

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