Von news.de-Redakteurin Fabienne Rzitki - 13.03.2012, 11.27 Uhr

Hartz IV: Wie der Staat die Wohnung finanziert

Wer Arbeitslosengeld II bekommt, gilt als bedürftig. Deshalb gibt's vom Staat Geld für Lebensmittel, Strom und Kleidung. Zusätzlich bekommen Hartz-IV-Empfänger die Wohnung bezahlt. Welche Wohnungsgröße entscheidet und wie hoch die Miete sein darf, erklärt news.de.

Welche Wohnkosten bekommen Hartz-IV-Empfänger bezahlt? Bild: dpa

Wer Arbeitslosengeld II (ALG II) beantragt, erhält neben dem Regelsatz für den Lebensunterhalt auch Geld für die Wohnung. Um diesen Zuschuss zu bekommen, müssen Wohnung und Miete bestimmte Kriterien erfüllen. Das belastet Arbeitslose, denn die Angst, die Vorgaben nicht zu erfüllen und das  Zuhause zu verlieren, ist groß. Nicht selten ist von Zwangsumzügen und anderen «Ungerechtigkeiten» im Zusammenhang mit Hartz-IVDie Hartz-Gesetze sind das Ergebnis einer von der damaligen rot-grünen Bundesregierung unter Kanzler Gerhard Schröder eingesetzten Kommission zur Reform des Arbeitsmarkts. Hartz I (Zeitarbeit), Hartz II (Mini- und Midijobs), Hartz III (Umbau der Bundesagentur für Arbeit) und Hartz IV (Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosengeld II) traten zwischen 2003 und 2005 in Kraft. zu lesen. Neuestes Beispiel: Regelleistung bestreiten. Wird Warmwasser über die Heizungsanlage erzeugt, zieht die Arge den Betrag von den Heizkosten ab - üblicherweise 18 Prozent.

FOTOS: Hartz IV Was den Empfängern zusteht

Extra Geld gibt es, wenn sich in der Wohnung ein Wasserboiler oder Durchlauferhitzer befindet. Seit 2011 wird dieser erhöhte Strombedarf mit einer Pauschale ausgeglichen. Sie wird auf Basis der Höhe des jeweiligen Regelsatzes berechnet. Beispiel: Ein volljährig Alleinstehender erhält einen Regelsatz von 364 Euro. Für den Durchlauferhitzer bekommt er zusätzlich 2,3 Prozent angerechnet, also 8,37 Euro. Leben mehrere Personen in einer Bedarfsgemeinschaft, erhalten alle eine Pauschale - auch Kinder. Allerdings gelten für Kinder andere RegelsätzeDer Begriff meint einen festen Geldbetrag, der unter Berücksichtigung verschiedener Faktoren gewährt wird. Diese Faktoren werden von staatlichen Stellen festgelegt und regelmäßig überprüft. und damit andere Pauschalen: 4,02 Euro gibt es für Kinder von 14 bis 17 Jahre, 3,01 Euro für Kinder von 6 bis 13 Jahren, 1,72 Euro für Kinder von 0 bis 5 Jahren.

Mietschulden werden nicht übernommen. Aber: Die Arge kann bei drohender Wohnungslosigkeit ein Darlehen gewähren.

Für Berlin gelten zum Beispiel folgende Richtwerte für angemessene Bruttowarmmieten:

1-Personenhaushalt: 378 Euro

2-Personenhaushalt: 444 Euro

3-Personenhaushalt: 542 Euro

4-Personenhaushalt: 619 Euro

5-Personenhaushalt: 705 Euro

jede weitere Person: + 50 Euro

Die Wohnungskosten werden an den Mieter direkt ausgezahlt. Sollte der zuständige Träger allerdings feststellen, dass das Geld anderweitig verwendet wird, ist eine Überweisung direkt an den Vermieter möglich. Im Übrigen: ALG-II-Empfänger unter 25 Jahren haben keinen Anspruch auf eine staatlich finanzierte Wohnung. Nur im Falle schwerwiegender sozialer oder beruflicher Gründe können sie aus der elterlichen Wohnung ausziehen und bekommen die eigenen vier Wände bezahlt.

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