Hilfe, iPad! Steve Jobs hat uns neu programmiert

Was macht das iPad mit unseren Hirnen? (Foto)
Was macht das iPad mit unseren Hirnen? Bild: dpa

Am Mittwoch enthüllt Apple das iPad 3, und natürlich hält die iWelt schon den Atem an. Zurecht. Denn es deutet sich an, dass kommende Generationen nicht mehr in Zeitschriften blättern können.

Fröhlich patscht das einjährige Mädchen auf dem blinkenden iPad herum. Dann legt die Mama ihm eine Illustrierte hin. Auch da wischt die Kleine mit ihrem Händchen über die Bilder, zieht den Zeigefinger über die Seite. «This one does not work» - «Das hier funktioniert nicht» - textet die Mama dazwischen. Und am Ende des Videos: «Steve Jobs hat ihr Betriebssystem verändert.»

Kann der neue Mensch nur noch patschen und ziehen, nicht mehr blättern? Weiß er bald gar gar nicht mehr, was so eine Zeitschrift überhaupt ist? «Eine Zeitschrift ist ein iPad, das nicht funktioniert», hat die Mutter ihr Video betitelt. Eine Kommentatorin auf YouTube muss sich gleich aufregen. Das Herumpatschen auf Bildern in einer Illustrierten sei ganz normal für kleine Kinder, das hätten ihre auch getan, obwohl es damals noch keine iPads gab.

Skurrile Meldungen
So verrückt ist die Welt

Heute haben sie bereits einen festen Platz in den Wohnzimmern. Und der Trend zum Tablet-Computer geht weiter. Am Mittwoch wird das iPad 3 enthüllt. Nach Schätzungen sollen im Jahr 2016 zwischen 10 und 15 Prozent der Konsumenten zu aktiven Nutzern flacher Computer mit berührungsempfindlichem Bildschirm zählen.

Verändert das iPad die Hirnstruktur?

Aber die Mutter der Kleinen meinte es gar nicht so ernst, sie wollte nur ein Späßchen machen. Doch so unrecht hat sie nicht. Denn Wissenschaftler haben nicht nur herausgefunden, dass das iPad Nackenschmerzen verursacht, sondern hegen auch die Vermutung, es verändere unsere Hirnstruktur, wie die Süddeutsche Zeitung schreibt.

Baby am Rechner
Die Zeitschrift ist ein kaputtes iPad
Video: Youtube

Der Tübinger Wissenschaftler Uwe Oestermeier sieht es demnach als völlig normal an, dass manche Hirnregionen schrumpfen und sich ausdehnen, ist unser Steuerungsapparat doch laufend im Umbau. Der Unterschied zwischen einem gedruckten Text und Informationen im Internet liegt darin, dass am Computer oder einem Touchscreen die visuelle Wahrnehmung stärker gefordert wird. Wie Oestermeiers Kollege Peter Gerjets in der Süddeutschen erklärt, hilft die visuelle Wahrnehmung, Entscheidungen zu treffen und eigene Hypothesen zu bilden.

Auch die iPad-typische Wischbewegung habe Potenzial, Veränderungen in unserem Hirn zu bewirken, da Gesten und Gedanken zusammenhängen. Was Steve Jobs Erfindung aber genau mit uns macht, sei noch nicht erforscht.

Sehen Sie hier das putzige Video vom Baby und seinen iPad-Versuchen.

iwi/phs/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Pit
  • Kommentar 1
  • 06.03.2012 12:45

Warum nicht dann müssen die schon keine Sprache lernen sondern nur die beiden Zahl 0 + 1. Beste Grüße

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig