39 Opfer Tödliche Tornados über den USA

Mehr als 80 Tornados sind über die Mitte der USA hinweggefegt, mindestens 39 Menschen kamen zwischen Alabama und Indiana ums Leben. Ein Ort wird praktisch dem Erdboden gleichgemacht.

Dutzende Tote, Hunderte Verletzte und kilometerweite Trümmerfelder: Zum zweiten Mal innerhalb weniger Tage haben Tornados in den USA gigantische Schneisen der Verwüstung geschlagen. Nach Fernsehberichten kamen mindestens 39 Menschen ums Leben. Am Sonntag gingen Helfer kaum noch davon aus, in den zerstörten Häusern Überlebende zu finden.

US-Präsident Barack Obama sicherte den Opfern der schweren Wirbelstürme staatliche Hilfe zu. Eine entsprechende Aufforderung sei an die Gouverneure der betroffenen Staaten im Süden und in der Mitte der USA ergangen, teilte das Weiße Haus am Samstag mit.

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Tödliche Unwetter
Tornados zerfetzen Zentrum der USA
Der Sturm hat Jeanie Lewellyns Haus in New Pekin, Indiana, einfach weggeweht. (Foto) Zur Fotostrecke

Der nationale Wetterdienst sprach von einem «gewaltigen Ausbruch» und gab Tornadowarnungen für mehr als ein halbes Dutzend Bundesstaaten heraus. Mit am schwersten betroffen war Indiana, wo dem Sender CNN zufolge alleine mindestens 19 Menschen ums Leben kamen. Mindestens 14 Tote gab es demnach in Kentucky, auch in Ohio und Alabama starben Menschen. Es werden weiter steigende Opferzahlen erwartet.

Tornados in dieser Jahreszeit höchst ungewöhnlich

Die Wirbelstürme wüteten am Freitag und Samstag in rund einem Dutzend Staaten, etwa 17 Millionen Menschen waren betroffen. Noch am Samstag riefen die Behörden die Bevölkerung im Westen Floridas, im Süden Georgias und Alabamas und in Teilen von South Carolina auf, nach Tornados Ausschau zu halten. Meteorologen wiesen darauf hin, dass die Ballung derart vieler Wirbelstürme zu dieser Jahreszeit höchst ungewöhnlich sei. Die Monate mit den meisten Tornados seien sonst Mai und Juni.

Die Sturmgewalt wirbelte Autos und sogar Schulbusse wie Spielzeug umher, verbeulte Wracks landeten in Häuserruinen. Im Süden von Indiana verwandelten Tornados die beiden Ortschaften Marysville und Henryville mit jeweils rund 2000 Einwohnern in Schutthalden. Marysville sei quasi dem Erdboden gleichgemacht worden, hieß es. 250 Mitglieder der Nationalgarde waren dort im Einsatz.

Die Behörden zeigten sich ohnmächtig angesichts der unbändigen Naturgewalt. «Für uns ist der schlimmste Fall wahr geworden», sagte in Indiana der Polizeisprecher Jerry Goldwin im Fernsehen. «Es ist alles ganz plötzlich passiert. Wir wussten, dass es eine Möglichkeit gab, dass so etwas geschieht. Wir haben versucht, uns vorzubereiten. Aber auf so etwas kann man sich nicht vorbereiten.»

Helfer suchten unter Hochdruck mit Spürhunden nach Verschütteten. In einer Kirche in Henrysville warteten Dutzende auf Nachrichten über das Schicksal von Angehörigen und Freunden. Inmitten des Chaos' gab es auch ein kleines Wunder: In Salem, rund 30 Kilometer südlich von Henrysville, bargen Helfer in einem Feld ein zweijähriges Mädchen, dass die Tornados mit Verletzungen überlebt hatte.

In der Schule von Henrysville hatten die Schüler noch in ihren Klassen gesessen, als der Sturm über den Ort hereinbrach. Alle hätten überlebt, nur einige seien leicht verletzt worden, teilte das Büro des örtlichen Sheriffs mit. In der Stadt habe es schwere Schäden gegeben.

Zweite Tornadoserie in vier Monaten

Das Rote Kreuz öffnete in Indiana mehrere Notunterkünfte. Gouverneur Mitch Daniels machte sich am Samstag ein Bild von der Lage. «Wir haben so viel über Vorbereitungen auf Katastrophen gelernt und so vieles verbessert, aber gegen Mutter Natur in ihrer schlimmsten Form kommt nichts an», räumte Daniels ein. Im benachbarten Kentucky rief Gouverneur Steve Beshear im gesamten Bundesstaat den Notstand aus.

Erst im November waren bis zu 20 Tornados über die Bundesstaaten Illinois, Missouri im Mittleren Westen sowie über Tennessee hinweggefegt. Mindestens zwölf Menschen starben, Hunderte wurden verletzt, Tausende obdachlos. Die Stürme wüteten vor allem in Illinois und Missouri.

iwi/zij/news.de/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Steinmetz
  • Kommentar 1
  • 21.05.2013 20:04

Es ist im höchsten Maße unverantwortlich, daß in einem hochgefährdeten Tornadogebiet eine Schule keinen Schutzraum hat. Wenn die Hausbauer dort glauben, mit einer Dachlattenkonstruktion als Haus dem Sturm gewachsen zu sein, kann man kein Mitgefühl entwickeln. Aber seine Kinder sollte man doch besser schützen können, als eine leere Badewanne als Schutz vorzusehen.

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