Tödliches Unglück Kleinflugzeug in Hessen abgestürzt

In der Nähe eines hessischen Privatflugplatzes hat ein Absturz mindestens vier Tote gefordert. Beim Landeanflug war die Maschine plötzlich vom Radar verschwunden, abgestürzt und explodiert. Die Polizei sucht nach weiteren Opfern.

Experten suchen die Ursache für den Absturz in Hessen. (Foto)
Das Wrack der Cessna im Wald bei Egelsbach. Bild: dpa

Beim Absturz eines Kleinflugzeugs in der Nähe des südhessischen Flugplatzes Egelsbach sind am Donnerstagabend mehrere Menschen ums Leben gekommen. Zunächst fand die Polizei am Unfallort drei Leichen, nun ist am Vormittag eine weitere gefunden worden. Die Polizei vermutet, dass fünf oder sechs Menschen in dem aus Linz in Österreich kommenden Business-Jet saßen.

Erwartet worden war auf dem Flugplatz eine Maschine vom Typ Cessna mit bis zu sechs Menschen an Bord: drei oder vier Passagieren, Pilot und Copilot. Die Ermittler konnten noch nicht rekonstruieren, ob es einen Zwischenstopp gegeben hatte und einer der Reisenden womöglich ausgestiegen war.

Wieso der zweistrahlige Düsenjet beim Landeanflug auf den Regionalflughafen südlich von Frankfurt abstürzte, ist nach wie vor unklar. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes betrug die Sichtweite rund acht Kilometer. Es gab aber nach Darstellung der Polizei örtlich starke Nebelbänke.

Normaler Kontakt mit Tower beim Landeanflug

Nach Angaben einer Flughafensprecherin hatte der Jet bei seinem Anflug auf Egelsbach bereits Funkkontakt mit dem Tower. «Er hat uns gesehen, wir haben ihn gesehen - es war zunächst alles in Ordnung», sagte sie. «Der Pilot hat uns korrekt angeflogen.»

Dann aber stürzte die Maschine kurz vor dem Flugplatz in ein Waldstück und ging in Flammen auf. Unter den getöteten Passagieren sind nach ersten Erkenntnissen keine österreichischen Staatsangehörige. Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung trafen heute an der Absturzstelle ein.

Das Flugzeug des US-amerikanischen Herstellers Cessna vom Typ «Citation X» zählt nach Angaben des Flughafens mit einem Gewicht von 16 Tonnen zu den größten Flugzeugen, die den Regional-Airport anfliegen können. Dort dürfen Maschinen bis zu einem Gewicht von 20 Tonnen landen und starten. Der Flughafen wird grundsätzlich unter Sichtflug angesteuert und liegt nur wenige Kilometer südlich von Frankfurt. Er konzentriert sich vor allem auf Geschäftsreisende in kleineren Flugzeugen sowie Hubschraubern. Nach eigenen Angaben ist er der größte deutsche Privatflugplatz.

Anfang Dezember 2009 waren in der Nähe von Egelsbach drei Geschäftsleute aus dem Raum Offenbach beim Absturz eines zweimotorigen Turbopropflugzeugs ums Leben gekommen. Als Unglücksursache wurde damals ein Pilotenfehler ebenfalls im Nebel vermutet.

Im Juni 2010 starb beim Absturz eines Sportflugzeugs nahe des Flugplatzes ein 54-jähriger Passagier. Der 56 Jahre alte Pilot, der wegen eines Strömungsabrisses nach einem Steigflug die Kontrolle über die einmotorige Maschine verloren hatte, wurde schwer verletzt.

zij/news.de/dpa

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