Wetter wird milder Die Eiseskälte bläst zum Endspurt

Der Winter hat Europa weiter fest im Griff: Der Schiffsverkehr steht still, eine Nordseeinsel wird per Luftbrücke versorgt und das Eis auf der Donau soll gesprengt werden. Doch die Temperaturen werden milder - und dann können wir Schnee und Eis in vollen Zügen genießen.

Die gefühlte Kälte täuscht nicht: Die ersten sieben Februartage waren in Deutschland viel frostiger als normal. Um 11,5 Grad weiche der Durchschnittswert vom langjährigen Mittel nach unten ab, sagt Uwe Kirsche, Sprecher des Deutschen Wetterdienstes (DWD). Es hänge nun vom Rest des Monats ab, ob auch der ganze Winter unter dem Strich etwas zu kalt ausfällt. Nach den zu warmen Monaten Dezember und Januar liege der Durchschnittswert inklusive des frostigen Februar-Beginns aber immer noch ein knappes Grad im Plus. «Und die kältesten Tage sind wohl jetzt vorbei», sagte Kirsche.

Nach dem strengen Frost der vergangenen Tage nähert sich die Temperatur in einigen Regionen Deutschlands wieder der Null-Grad-Marke an. Verbreitet werden in den kommenden Tagen minus zwei bis minus zehn Grad Celsius erreicht. Die Meteorologen nennen das mäßigen Frost. Nachts kann es mit bis zu minus 16 Grad aber durchaus noch strengen Frost geben. 

Sibirische Kälte: Eisiges Europa

Das Hamburger Institut für Wetter- und Klimakommunikation (IWK) rechnet für die kommenden Wochen tagsüber mit deutlichen Plusgraden. Ab Montag schleiche sich der Winter langsam davon, sagt IWK-Leiter Frank Böttcher voraus. Heute kommt es allerdings im Norden und Osten zeitweise zu leichtem Schneefall. Im Westen und Südwesten gibt es dagegen nur wenig Schnee und zeitweise zeigt sich die Sonne.

Serbien will Eispanzer sprengen

Bis dahin wird das Eis aber noch dicker - laut Prognose des IWK um zwei bis vier Zentimeter. Für die Schifffahrt, die vielerorts durch dicke Eisschollen auf Flüssen, Kanälen und den Küstengewässern schon jetzt stark beeinträchtigt ist, ist also erst einmal keine Entspannung in Sicht. Am Mittwoch wurde der Mittellandkanal, der Elbe und den Dortmund-Ems-Kanal verbindet, komplett gesperrt. Auf Main, Donau und Mosel gibt es starke Einschränkungen, der Main-Donau-Kanal bleibt gesperrt.

Auch in Nord- und Ostsee treiben massenhaft Eisschollen herum. Die Nordseeinsel Spiekeroog muss zum zweiten Mal in ihrer Geschichte aus der Luft versorgt werden. Viele Urlauber sitzen dort fest. Vom ostfriesischen Neuharlingersiel wurde am Mittwoch eine Luftbrücke eingerichtet. Per Hubschrauber wurden Passagiere und Frachtgut hin- und hergeflogen. Mit dem Flugzeug ist Spiekeroog nicht zu erreichen, weil es als einzige der sieben ostfriesischen Inseln keinen Flugplatz hat. Auch in der Ostsee ist der sogenannte Eisgang erheblich. Dort geleiten seit Tagen sämtliche verfügbaren Eisbrecher die Frachter zu den Häfen.

Unsere osteuropäischen Nachbarn haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen. Bulgarien, Kroatien, Rumänien und Serbien haben die Schifffahrt auf der Donau eingestellt, weil bis zu 90 Prozent der Wasseroberfläche von Eis bedeckt seien, teilten die jeweiligen Behörden mit. Das serbische Militär will das Eis auf der Donau und dem Ibar aufsprengen, um Überschwemmungen zu verhindern. An manchen Stellen der Donau ist das Eis bis zu 15 Zentimeter dick.

Hamburger freuen sich auf Alstereisvergnügen

Für andere hat der Frost dagegen etwas Positives: In Hamburg findet in diesem Jahr zum ersten Mal seit 1997 wieder ein offiziell genehmigtes Alstereisvergnügen statt. Am Freitagmittag sollen die Imbiss- und Getränkebuden am Ufer entlang der Eisfläche eröffnet werden. Das Winterspektakel soll bis Sonntagabend um 18 Uhr dauern.

Das Eis der Außenalster sei mit 15 bis 22 Zentimetern Dicke stark genug, sagte Umweltsenatorin Jutta Blankau (SPD). An zehn verschiedenen Stellen hatten Mitarbeiter der Umweltbehörde das Eis gemessen und für tragfähig befunden. Laut Prognose des Deutschen Wetterdienstes wird es am Freitag in Hamburg sonnig, am Samstag bewölkt, aber trocken.

eia/wam/news.de/dapd/dpa

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