26.03.2012, 15.51 Uhr

Mietrecht: Kein Schlüssel ohne Protokoll

Die passende Wohnung zu finden, kann mühsam sein. Daher wird ein Mietvertrag mitunter schnell unterschrieben. Doch mit dieser Unterschrift werden unter Umständen auch vorhandene Mängel akzeptiert. Daher sollte eine Übergabe protokolliert werden.

Bevor der Schlüssel für die neue Wohnung übernommen wird, sollten Mieter sich ihre neue Bleibe genau ansehen. Bild: dpa

Ein Kratzer im Parkett, ein Sprung im Waschbecken, die Heizung funktioniert nicht - spätestens beim Auszug können kleine Mängel in der Wohnung zum Streit zwischen Mieter und Vermieter führen. Wer rechtlichen Auseinandersetzungen vorbeugen will, sollte beim Ein- und Auszug die Schönheitsreparaturen fällig werden, sei nicht nur eine rechtliche Frage, sondern auch eine Frage des tatsächlichen Zustandes der Wohnung. «Immer wieder erleben Mieter böse Überraschungen, wenn sie beim Auszug dem Vermieter einfach die Schlüssel zurückgeben», erklärt DMB-Sprecher Ulrich Ropertz. Beispielsweise erhielten Mieter häufig erst Wochen nach dem Auszug aus der Wohnung eine Aufforderung des Vermieters, bestimmte Arbeiten in der Wohnung noch zu erledigen - egal, ob es sich um einen Sprung in der Fensterscheibe oder eine defekte Badewanne geht oder Schäden am Fußboden.

Wer hat den Schaden verursacht?

Die Frage, wer den Schaden verursacht hat, lässt sich in einer solchen Situation kaum mehr nachweisen: War der Schaden schon beim Einzug vorhanden? Wurde er durch den Mieter verursacht? Oder haben etwa Handwerker oder der Nachmieter die Wohnung beschädigt? Ein Übergabeprotokoll hilft auch hier, Ärger zu vermeiden.

Neben allgemeinen Mängeln sollten im Übergabeprotokoll bei der Rückgabe der Mietwohnung auch erneut Zählerstände sowie der generelle Zustand der Wohnung dokumentiert werden. So etwa, dass die Wohnung besenrein, also «leer geräumt und gereinigt übergeben wurde», sagt Happ.

Weigert sich der Vermieter, an einem solchen Übergabeprotokoll mitzuwirken oder wird der Schlüssel lediglich bei der Hausverwaltung abgegeben beziehungsweise direkt an einen Nachmieter übergeben, empfiehlt der Mieterbund ein Übergabeprotokoll mit einem Zeugen anzufertigen. Dieser Zeuge dürfe zwar grundsätzlich der Partner sein, allerdings nur, wenn dieser nicht Mitmieter der Wohnung war.

kat/ham/sca/news.de/dpa

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