Gefahr und Risiko So sicher ist Deutschland

Ein Stuttgart-21-Gegner attackiert eine Überwachungskamera. (Foto)
Ein Stuttgart-21-Gegner attackiert eine Überwachungskamera. Bild: dpa

Von news.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier
Bei den Nachbarn wurde eingebrochen? Gleich fühlen wir uns weniger sicher. Sicherheit ist ein Gefühl, trotzdem wird sie in harten Zahlen gemessen. Frankfurt gilt als unsicherste Stadt Deutschlands, doch die Statistik lügt. Nun basteln Wissenschaftler an einem umfassenden Sicherheitsbarometer.

Fühlen Sie sich sicher? «Kommt drauf an», würden die meisten antworten. Denn Sicherheit ist nicht nur relativ, sondern eine geradezu philosophische Frage. Wer seinen Stadtteil mit Drogenabhängigen und Kleinkriminellen teilt, muss nicht zwingend mit einem Gefühl von Unsicherheit leben, und viele Bewohner der Villenviertel fühlen sich selbst hinter ihren hohen Zäunen und Überwachungskameras nicht sicher.

Im Gegenteil. Es besteht bei Soziologen sogar die These, dass das Bedürfnis mit steigender Sicherheit weiter wächst. Harald Arnold will das nicht von der Hand weisen. Der Psychologe forscht am Freiburger Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht und arbeitet mit Kollegen zum Beispiel vom Fraunhofer-Institut, dem BKA oder der Katastrophenforschungsstelle Berlin an einem Barometer zur Sicherheit in Deutschland. Ein ambitioniertes Projekt, das bis 2013 die vielschichtigen Aspekte von Sicherheit zusammenfassen will.

Lebenswert - kriminell?
Städte im Ranking
Frankfurt Drogen (Foto) Zur Fotostrecke

Arnold erklärt uns, dass objektive und subjektive Sicherheit bis zu einem gewissen Grad unabhängig voneinander funktionieren. «Mit Zunahme der Sicherheit werden wir für kleinere Unsicherheiten sensibler. Obwohl wir sicherer werden, nimmt unser Bedürfnis danach nicht unbedingt ab», sagt er.

«Uns verbindet das Risiko, das Leben zu verlieren»

Jeder Mensch ist sein eigenes kleines Sicherheitszentrum. Wir managen den Umgang mit reellen Gefahren wie Naturkatastrophen und Risiken, die wir selbst uns auferlegen, und basteln uns so ein Spannungsfeld. Wer nicht in einer Erdbebenregion lebt, einen sicheren Job hat und gesund ist, kompensiere das vielleicht mit einem Hauch Todesangst beim Freeclimbing, erklärt Harald Arnold das Prinzip.

«Uns verbindet das Risiko, das Leben zu verlieren. Dieses Wissen steckt in unserer Psyche und gibt uns eine Grundunsicherheit. Um das Leben zu managen, dürfen wir nicht in die Knie gehen.» Viele Menschen brauchen die Prise Unsicherheit, um das Leben zu spüren. Doch welche Dosis wo und wann angemessen ist, lässt sich nicht verallgemeinern.

Krokodil und Kreditkarte manipulieren Frankfurts Sicherheits-Statistik

Derart unsichere Prognosen bei einem so knallharten Thema wie Sicherheit stellen den zielführend denkenden Menschen jedoch nicht zufrieden. Daher versucht er doch, Sicherheit zu messen, und kürt zum Beispiel die sicherste und - spannender - unsicherste Stadt Deutschlands mithilfe des BKA-Kriminalitätsindex'. Dort werden die jährlichen Straftaten erfasst und auf 100.000 Einwohner umgelegt.

Seit Jahren sagt uns der Index, Frankfurt sei die unsicherste Stadt Deutschlands. Fast 16.000 Delikte pro 100.000 Einwohner zählte sie 2010, in Fürth, das die Skala von der sicheren Seite her anführt, sind es nur knapp 6000. Warum bekommt Frankfurt das Thema Sicherheit einfach nicht in den Griff? Sicherheitsdezernent Markus Frank ist für diese Frage gewappnet und kontert prompt mit Krokodil und Kreditkarte.

«Wir sind natürlich stolz, dass wir einen Weltflughafen haben. Aber wenn der Zoll sie dort mit einem Krokodil in der Handtasche erwischt, gilt das als Straftat in Frankfurt am Main. Und wenn Ihnen als Kunde der Commerzbank oder einer der anderen 300 Banken die EC-Karte geklaut wird, wird die Straftat dort gelistet, wo die Bank ihren Sitz hat, also in Frankfurt. Dabei hat hier auf der Straße weder das Krokodil noch der EC-Karten-Diebstahl irgendeine Relevanz.»

  • Seite:
  • 1
  • 2
Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • JonnyBeGood
  • Kommentar 6
  • 09.02.2012 23:33
Antwort auf Kommentar 4

Keine Hetze gegen Asylanten.Informieren Sie sich ,bevor Sie erbrechen.Für den rasanten Anstieg der Kriminalität ist vor allem die Öffnung der Grenzen der Ostblockländer verantwortlich,das sagt Ihnen jeder Dorfsherrif.Seitdem herrscht auch im Milieu ein anderer Ton. Das hat mit Asylanten nichts zu tun,glauben Sie mir..

Kommentar melden
  • Bert
  • Kommentar 5
  • 08.02.2012 14:24

Die Entwicklung der Kriminalität wird von Polizeispitzen als "katastrophal" bezeichnet. Die Zahl der Raubüberfälle etwa steigt gigantisch. An "deutschen" Tätern ist oft das einzig Deutsche der Pass - "Migrationshintergrund" ... Ursächlich ist aber auch der Abbau der Polizeikräfte und somit die schwindende Polizeipräsenz auf den Straßen. Kriminelle Elemente machen daher "Dienstreisen" nach Deutschland, um hier ungestört zu "arbeiten". Und was uns die Einen nicht rauben, das schaufeln die Anderen mit Macht ins Ausland. Die Einen werden - falls erwischt - verurteilt, die Anderen kassieren Diäten.

Kommentar melden
  • ausweisung
  • Kommentar 4
  • 08.02.2012 11:38

Die wahren krimminellen Verbrecher ist unser Politikerpack!!! Wann wehrt sich öffentlich unsere Bevölkerung gegen diese Erniedrigung!! Grenzen dicht. Asylantenpack sofort ausweisen!!!!!!!!!!!

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig