«Costa Concordia» Pro Passagier 11.000 Euro Entschädigung

«Costa Concordia» (Foto)
Der Kreuzfahrtanbieter bietet den Passagieren der havarierten «Costa Concordia» jeweils 11.000 Euro Entschädigung an. Bild: dpa

Von Nicole Winfield
Der Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere bietet den Passagieren der «Costa Concordia» 11.000 Euro Entschädigung an. Die Reederei verteidigte das riskante Manöver, das zum Kentern des Schiffes führte. Ein Versuch, das im Schiff verbliebene Öl abzupumpen, wurde wegen schlechten Wetters abgebrochen.

Mit der vom Kreuzfahrtanbieter Costa Crociere angebotenen Entschädigung in Höhe von je 11.000 Euro sollen verloren gegangenes Gepäck und erlittene Traumata abgegolten werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Zudem wolle die Firma den Passagieren der «Costa Concordia» den vollen Preis ihrer Kreuzfahrt sowie die nach dem Unglück entstandenen Reisekosten und Ausgaben für medizinische Zwecke zurückerstatten.

Am Donnerstag hatte Costa Crociere, eine Tochter des US-Unternehmens Carnival, noch mit italienischen Verbraucherschützern verhandelt, die mehr als 3200 Passagiere aus 61 Ländern - die bei dem Unglück am 13. Januar keine körperlichen Schäden davontrugen - vertreten. Es steht Passagieren frei, rechtliche Schritte einzuleiten, wenn sie mit dem Angebot nicht zufrieden sind. Die Regelung betrifft nicht die mehreren Hundert Crewmitglieder der «Costa Concordia», die etwa 100 Verletzten oder die Hinterbliebenen von Todesopfern.

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Eine der bekanntesten italienischen Verbraucherschutzgruppen hat indes zwei amerikanische Anwaltskanzleien mit Sammelklagen gegen die Reederei und ihre Muttergesellschaft Carnival beauftragt. Die Organisation Codacons erklärte, dadurch seien Entschädigungen zwischen 125.000 und einer Million Euro zu erstreiten. Die Gruppe forderte zudem eine Überprüfung der beliebten Praxis, Kreuzfahrtschiffe nahe an der Küste zu navigieren, um bei Passagieren und Landbewohnern eine Art Nervenkitzel zu erzeugen.

«Concordia»-Reederei verteidigt riskante Route

Der Vorstandsvorsitzende von Costa Crociere, Pier Luigi Foschi, hatte die sogenannte touristische Navigation zuvor verteidigt. Solche Manöver seien legal und ein von den Passagieren ausgesuchtes «Kreuzfahrtprodukt». Die Linien müssten sie anbieten, um wettbewerbsfähig zu sein.

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Unterdessen hat schlechtes Wetter die letzten Vorbereitungen für das Abpumpen des Öls aus dem gekenterten Schiff behindert. Wie der Krisenstab auf der Insel Giglio am Samstag mitteilte, wurde das von der Bergungsfirma Smit eingesetzte Brückenschiff am Morgen von dem Kreuzfahrtschiff getrennt. Dies sei aus Sicherheitsgründen geschehen, berichtete die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Vorbereitungen sollten erst dann wieder aufgenommen werden, wenn sich das Wetter beruhigt habe. Smit wollte eigentlich am Samstag mit dem Abpumpen der etwa 2300 Tonnen Treibstoff - überwiegend Schweröl - beginnen.

Fortgesetzt wurde am Samstag die Suche nach weiteren Opfern der Havarie. Zwei Wochen nach dem Schiffbruch werden immer noch etwa 19 Menschen vermisst, 17 wurden bisher tot geborgen, darunter sind nun fünf Deutsche. Auch ein ferngesteuerter Unterwasser-Roboter sollte sich an der Suche am Schiff beteiligen.

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krc/bas/news.de/dapd/dpa

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