Veganer Sexshop Sadomaso mit dem Fahrradschlauch

Veganer Sex-Shop (Foto)
Sara Rodenhizer (links) und Anne Bonnie Schindler mit SM-Peitsche aus Fahrradschlauch Bild: dpa

Jan GrundmannVon news.de-Redakteur
Was nicht auf den Teller kommt, gehört auch nicht an die Genitalien. Erotikzubehör gibt's nun für die, die auf Fleisch, nicht aber aufs ökologische Bewusstsein verzichten - zum Beispiel Peitschen aus Fahrradschlauch.

Das zunehmende ökologische und fleischfreie Bewusstsein der Menschen, das sich im Wachstum von Bio-Angeboten oder Alnatura-Filialen zeigt, dringt nun auch in die Welt der Erotik. Der Trend kommt aus den USA, nun ist er auch in Deutschland angekommen. In flauschigem Ambiente, in Wohnzimmeratmosphäre gibt es seit Ende Oktober 2011 in Berlin-Kreuzberg nun Dildos, Peitschen, Kondome – alles streng ökologisch, ohne jeglichen Tierzusatz, ohne Glycerin, ohne Plastikanteile. Der Sex-Shop «Other Nature» ist nach Angaben der beiden Geschäftsführerinnen der erste vegane Ausstatter für die lustvollen Stunden des Lebens.

Der Shop ist vor allem für Frauen mit Wunsch nach Erotikzubehör gedacht, deren Wünsche nun wirklich ernst genommen werden könnten, sagt Geschäftsführerin Anne Bonnie Schindler im news.de-Gespräch. Sie ist 31 Jahre und hat früher selbst in einem herkömmlichen Sex-Shop gearbeitet. «Einen mit Wichskabinen und dunklen Latex-Vorhängen. Und ich habe damals festgestellt, dass Beratungsgespräche sehr schnell intim werden.» Dieser Intimität soll im neuen Sex-Shop Rechnung getragen werden. Deshalb stehen im Kreuzberger Laden alte Sessel, veganes Gebäck - sie kreieren die Flausch-Atmosphäre. «Es stehen keine Plastikverpackungen herum, sondern Einzelstücke, die man anfassen kann».

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Bewegtbilder ökologischer Kopulationsorgien

«Wir verzichten komplett auf Produkte mit tierischem Inhalt», sagt Anne. Konventionelle Kondome etwa würden oft mit dem Milcheiweiß Casein hergestellt. «Aber auf der Packung steht davon nichts.» Auch Gleitgele würden zum Teil tierisches Glycerin enthalten. Wer aber im veganen Sex-Shop einkauft, bekommt ein rein pflanzliches Schmiermittel. Weil sich der Shop speziell an Frauen richtet, sind zahlreiche Bio-Tampons und «Diva-Cups» erhältlich. Das sind kleine Trichter, die als Alternative zu Tampons oder Binden auswasch- und wiederverwendbar sind. Auch Klebebänder und «Patches» gibt es, die Frauen zur Zierde auf der Brust tragen können.

«Ich finde, dass Dildos nach einem Duschvorhang riechen», sagt Anne und schmunzelt. Grund sei, dass die Kunstpenisse in Deutschland zwar Silikon-Dildo genannt werden dürfen, auch wenn viele Plastikstoffe enthalten seien. «Etwa sogennante Parabene, die schlecht für den Körper sind», sagt Anne. «Deshalb achten wir auf hochwertige Produkte, die anti-allergen sind und die man, sofern keine Batterien drin sind, auch waschen kann.»

Vegane Lederpeitschen knallen besser

Auch Pornos werden das Angebot des feministischen Sex-Shops füllen, aber gute natürlich. Die ökologische Bewegung im Porno ist nichts Neues - die Aktivisten der «Fuck for Forest»-Bewegung etwa riefen zu Bewegtbildmaterial von Amateurkopulationen auf. Wer vögelt, kann andere Vögel-Videos sehen. Wer nur die Videos sehen will, muss zahlen; und mit dem Geld soll Regenwald gekauft und gerettet werden.

Zurück nach Berlin: Auch eine vegane Sadomaso-Peitsche haben die beiden Frauen von «Other Nature» im Angebot. Sie besteht nicht mehr aus Leder, sondern aus alten Fahrradschläuchen, entworfen und mit exklusiven Handgriffen versehen von der Künstlerin Anton Blume. Zudem sei Gummi im Vergleich zu Leder «schmerzhafter und damit beliebter in der SM-Szene», so die Geschäftsführerin.

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beu/news.de/dpa

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • Dominik
  • Kommentar 2
  • 12.01.2012 11:31
Antwort auf Kommentar 1

@matthiasZ Auf jeden Fall. Aber eben anderswo, nur nich zerstückelt und gegessen ;3 das tut man dann zu anderer Zeit :o

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  • matthiasZ
  • Kommentar 1
  • 12.01.2012 09:07

Sex und Fleisch gehören zusammen, basta.

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