Suche auf Rügen eingestellt Katharina bleibt verschwunden

Suche nach vermisstem Kind auf Rügen wird eingestellt (Foto)
Blumen und Kerzen stehen am Wanderweg, der zur schwer zugänglichen Unglücksstelle am Kap Arkona führt. Foto: Stefan Sauer Bild: dpa

Die Helfer haben keine Hoffnung mehr: Am Kap Arkona auf Rügen wird die Suche nach dem verunglückten Mädchen endgültig aufgegeben. Der Leiter der Einsatzkräfte sieht keine Chance mehr, die Zehnjährige zu finden.

«Wir sehen keine Chance, Katharina zu finden. Das ist der Punkt, an dem wir aufhören müssen», sagte Markus Zimmermann, Leiter des Katastrophenstabes im Kreis Vorpommern-Rügen, am Sonntagnachmittag. Deshalb werde die Suche nach dem seit 13 Tagen am Kap Arkona vermissten Mädchen aus Nordbrandenburg endgültig eingestellt.

Seit Samstagmorgen hatten die Helfer mit einem 30-Tonnen-Kettenbagger große Teile des Geröllberges unterhalb des instabilen Hangs untersucht. Obwohl Leichenspürhunde mehrfach angeschlagen hatten, sei die Spurenlage aufgrund der hohen Durchfeuchtung des Kreidemergels sehr kompliziert, sagte Zimmermann. Die Familie des Mädchens sei inzwischen über die Entscheidung informiert worden.

Die Zehnjährige aus Plattenburg in Nordbrandenburg war am zweiten Weihnachtsfeiertag bei einem Spaziergang mit Mutter und Schwester an der Steilküste verunglückt, als sich mehrere tausend Kubikmeter Erde und Kreide aus dem Kliff lösten und in die Tiefe stürzten. Ihre Mutter und die 15-jährige Schwester konnten verletzt geborgen werden. Die Suche am Fuß des 35 Meter hohen Kliffs musste nach Regen, Sturm und einem erneuten Erdrutsch seitdem mehrfach unterbrochen werden.

Insel Rügen
Die Kreidefelsen von Jasmund
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«Niemand kann uns sagen, wo Katharina sich befindet», sagte Zimmermann. «Wir haben Unmengen an Kreideschichten und Erde bewegt», betonte er. Leider habe die Suche nicht zum Erfolg geführt. Die Helfer schließen nicht aus, dass die Zehnjährige von dem Druck der Gerölllawine ins Meer gespült worden sein könnte.

Ein Polizeiseelsorger hatte am Sonntag die 15 Einsatzkräfte bei den Arbeiten begleitet. «Die Männer wollen der Familie das Kind zurückgeben. Das ist ihr tiefster Wunsch», sagte Pfarrer Andreas Schorlemmer gestern in einem Interview. Die Unglücksstelle ist großräumig abgesperrt. Blumen und Grablichter erinnern an das tragische Geschehen. 

 

car/news.de/dapd

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