Kindergeld Das ändert sich 2012

Volljährige Kinder bekommen ab 1. Januar 2012 leichter Kindergeld. Vor allem junge Erwachsene, die sich während der Wartezeit auf Ausbildungs- oder Studienplatz etwas dazu verdienen, profitieren von der Neuregelung durch das «Steuervereinfachungsgesetz 2011»

Louisenthal Papierfabrik fertigt Papier fuer Geldscheine (Foto)
Wer auf den Ausbildungsbeginn wartet, darf nun mehr verdienen. Bild: dapd

Insbesondere junge Erwachsene, die während der Wartezeit auf Ausbildungs- oder Studienplatz jobben, profitieren von der Neuregelung durch das «Steuervereinfachungsgesetz 2011»: Die bislang geltende Einkommensgrenze von 8.004 Euro pro Jahr, ab der kein Anspruch auf Kindergeld mehr bestand, ist gestrichen. Auch volljährige Kinder in Berufsausbildung und Studium müssen keine Einkommensgrenze mehr beachten.

Jugendliche, die nach einer ersten abgeschlossenen Berufsausbildung einen zweiten Abschluss machen wollen, bekommen das Kindergeld ebenfalls unter erleichterten Voraussetzungen. Sie dürfen während der Zweitausbildung oder beispielsweise der Wartezeit auf einen Master-Studienplatz unbegrenzt viel verdienen. Allerdings darf die Arbeit nicht zur Hauptsache werden: Während Volljährige ohne ersten Abschluss auch einer Vollzeittätigkeit nachgehen können, gilt mit erstem Abschluss - beispielsweise nach dem Bachelor - eine Arbeitszeitgrenze von 20 Stunden pro Woche.

Für maximal zwei Monate pro Jahr darf die Arbeitszeit über 20 Wochenstunden hinausgehen. Wichtig ist aber, dass die Arbeitszeitgrenze auf das ganze Jahr gerechnet eingehalten wird.

Arbeiten volljährige Kinder mit erstem Abschluss mehr als 20 Stunden pro Woche, verlieren sie anders als bei der bisherigen einkommensabhängigen Regelung nicht mehr den Kindergeldanspruch für das Gesamtjahr. Vielmehr bekommen sie Kindergeld für die Monate, in denen die Anspruchsvoraussetzungen erfüllt waren. Wer beispielsweise in den Semesterferien für drei Monate einen Vollzeitjob hat, bekommt für die verbleibenden neun Monate des Jahres dennoch Kindergeld.

Ausgenommen von der Arbeitszeitgrenze sind volljährige Studenten, die einen sogenannten Vorbereitungsdienst absolvieren. Zu dieser Gruppe zählen beispielsweise Referendare, die sich auf das juristische Staatsexamen oder die Examensprüfung im Lehramt vorbereiten.

Kindergeld gibt es zudem auch dann, wenn ein Studium unterbrochen oder abgebrochen wird. Voraussetzung ist allerdings, dass nicht schon ein erster Ausbildungsabschluss vorliegt. Der Anspruch auf Kindergeld endet in der Regel am 25. Geburtstag. Für Kinder, die bereits eine Ausbildung gemacht haben und arbeitsuchend gemeldet sind, gibt es nur bis 21 Jahren Kindergeld.

Weitere Informationen zu Erwerbstätigkeit und Kindergeldanspruch gibt das Bundesfinanzministerium (BMF-Schreiben vom 7. Dezember 2012, Aktenzeichen: IV C - S 2282/07/0001-01).

cvd/news.de/dapd

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