Himmelsphänomen Lichtschweif stammt von Sojus-Rakete

Rätselhaftes Licht (Foto)
Und es werde Licht: Himmelsleuchten in Donaueschingen. Bild: dpa/Jens Borchers

Bescherung am Heiligabendhimmel: Ein rätselhafter Lichtschweif ist in weiten Teilen Deutschlands zu sehen. Sofort schießen Spekulation ins Kraut, ob es ein schnöder Meteorit, Raketenteile oder doch der Weihnachtsmann war.

Der Lichtschweif, der an Heiligabend für Aufsehen gesorgt hat, stammte nach Angaben der belgischen Königlichen Sternwarte von verglühenden Teilen einer Sojus-Rakete. «Die Kugel (...) stammt vom Wiedereintritt der letzten Stufe einer Sojus-Rakete, die unter anderem den Astronauten André Kuipers zur ISS gebracht hat», schrieb das Observatorium am Sonntag auf seiner Internetseite. Die Rakete war am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet, um drei Weltraumfahrer zur Internationalen Raumstation ISS zu bringen.

In weiten Teilen Deutschlands haben Menschen an Heiligabend einen rätselhaften Lichtschweif am Himmel beobachtet. Aufgeregt riefen zum Beispiel beim Radiosender Antenne Thüringen viele Hörer an und berichteten von dem Phänomen. Augenzeugen sagten, sie hätten gegen 17.30 Uhr drei glühende Streifen gesehen mit einem breiten Schweif, der sich dann in mehrere Teile zerstreut habe. Auch in Hessen und Nordrhein-Westfalen sprachen Menschen von dem hellen Schein. Um was es sich genau handelte, blieb zunächst unklar.

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«Ganz toll, es war sehr beeindruckend», sagte eine Hörerin. Eine andere Hörerin meinte: «Auch wir haben das Lichtspektakel gesehen, auf dem Heimweg von der Kirche. Unsere Tochter fand es wie eine Kutsche vom Weihnachtsmann mit Elchen.»

Das Lagezentrum im Thüringer Innenministerium in Erfurt bestätigte, es habe eine Erscheinung am Himmel gegeben, die auch in anderen Bundesländern zu sehen gewesen sei. Auf einen Flugzeugabsturz gebe es keine Hinweise. Der Sprecher des Lagezentrums sprach von einem hellen Schein in einem orangefarbenen Ton - ähnlich einer Sternschnuppe, aber größer und länger andauernd.

In Internetforen wurde diskutiert, ob es sich um Teile der Sojus-Rakete handeln könnte, die am Mittwoch vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan abgehoben war und die drei Männer zur Internationalen Raumstation ISS brachte.

Das Portal der WAZ-Mediengruppe, derwesten.de, zitierte einen Sprecher des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), der in einer ersten Einschätzung von einer Meteoriten-Sichtung ausging. «Jährlich fallen bis zu 200 Tonnen an Material auf die Erde.» Ohne es bereits bestätigen zu können, liege es nahe, einen Meteor zu vermuten.

Hier geht es zu einem Amateurvideo von dem Himmelsphänomen.

ruk/cvd/news.de/dpa

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