Armut macht krank Geringverdiener sterben immer früher

Lebenserwartung von Geringverdienern sinkt (Foto)
Armut macht krank: Die Lebenserwartung von Geringverdienern sinkt. Bild: dpa

Von Christina Neuhaus
Die Lebenszeit von Geringverdienern sinkt. Während die Deutschen im Schnitt immer länger leben, ist das Sterbealter von Arbeitnehmern mit geringem Einkommen in den vergangenen zehn Jahren um zwei Jahre gesunken.

Armut macht krank: Geringverdiener haben im Vergleich zu Normalverdienern eine deutlich geringere Lebenserwartung.  Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine große Anfrage der Linksfraktion hervor.

2001 wurden männliche Geringverdiener demnach im Schnitt noch 77,5 Jahre alt, im Jahr 2010 waren es hingegen nur noch 75,5 Jahre. Im Gegensatz dazu veränderte sich die Lebenszeit von Durchschnittsverdienern kaum, bei Besserverdienern stieg sie leicht an. Bei den weiblichen Geringverdienern veränderte sich das Sterbealter nur wenig, während es für Frauen mit durchschnittlichem oder hohem Einkommen stieg.

Als Geringverdiener wird in der Statistik ein Arbeitnehmer eingestuft, der weniger als drei Viertel des Durchschnittseinkommens bezieht. Die Zahlen beziehen sich auf diejenigen, die mindestens 35 Jahre lang in die Rentenkasse eingezahlt haben.

Promis als Gutmenschen
Stars sind die modernen Welt-Wohltäter

Die Daten zeigen auch deutliche Unterschied zwischen West- und Ostdeutschland. Im Osten sank das Sterbealter der männlichen Geringverdiener stärker als im Westen, nämlich um 3,8 Jahre. Im Westen dagegen sank es um lediglich 1,5 Jahre.

Linke fordert Rücknahme der Rente mit 67

Für die Linken sind die Zahlen ein Argument gegen die Erhöhung des Rentenalters. Für die Rente mit 67 sei stets auch die steigende Lebenserwartung als Begründung angeführt worden. Dies aber gehe «an der Realität vieler Menschen vorbei», sagte der rentenpolitische Sprecher der Linksfraktion, Matthias Birkwald. «Die Rente erst ab 67 ist nach wie vor nichts anderes als ein gigantisches Rentenkürzungsprogramm, das Geringverdiener und Menschen, die körperlich schwer arbeiten müssen, besonders hart trifft.» Sie müsse «ohne Wenn und Aber» zurückgenommen werden, sagte Birkwald.

Als weiteres Argument für die Rückkehr zur Rente mit 65 führte er weitere Zahlen der Bundesregierung an, wonach nur ein geringer Anteil der Über-60-Jährigen erwerbstätig ist. Den Angaben zufolge waren am 31. März diesen Jahres 26,4 Prozent der 60- bis 64-Jährigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. In Vollzeit arbeiteten lediglich 18,7 Prozent. Mit steigendem Alter sinkt die Beschäftigungsquote: Arbeiteten Ende März 37,3 Prozent der 60-Jährigen, lag der Anteil bei den 64-Jährigen nur bei 13,7 Prozent.

cvd/roj/news.de/dapd

Leserkommentare (2) Jetzt Artikel kommentieren
  • RobinHoodRobin
  • Kommentar 2
  • 21.12.2011 14:18

Natürlich soll die gekippt werden, das ist für jedermann klar und erkennbar. Das Problem ist nur, dass die angesparten Kapitalien, welche von den Banken angeblich verwaltet werden verspekuliert und vorallem langfristig angelegt den Banken zur Verfügung stehen. Die Gewinne wurden von den Finanzinstituten kassiert und nur "Brotkrumen" wurden und werden den Versicherten, den Prämienzahlern gutgeschrieben. Abzocke total! die Bürger wollen diese Realität nicht wahr haben. Sie belügen und besänftigen sich selbst damit. Das Geld ist weg und die Renten sind nicht mehr gesichert. www.ahv-ch.info

Kommentar melden
  • jotis
  • Kommentar 1
  • 13.12.2011 15:48

Das ist doch gar nicht die Frage. Frage ist "Kann sie kommen?" Und da fehlen seitens der phantastischen deutschen Wirtschaft mit ihrem extremen Hang in die eigene Tasche zu stecken die Voraussetzungen. Wenn es diese gibt, oder wenigstens die mit der realen Möglichkeit untersetzte Bereitschaft diese zu schaffen, dann kann man über die Rente mit 67 reden. Davor ist es, wie Die Linke schon sagt, ein gigantisches Programm Rentenzahlungen zu kürzen. Wer das unterstützt, verkennt die Situation derer, die die volle Rente (weil sie so klein ist) brauchen.

Kommentar melden
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig