Christbaumtrends Bunt, bunt, bunt sind alle meine Kugeln

Hamburgeranhänger (Foto)
Nicht gerade weihnachtstypisch. Doch in diesem Jahr passen Hamburger und Pommes zum Schmucktrend. Schließlich ist knalligbunt in. Bild: dpa

Katharina SchlagerVon news.de-Redakteurin
Die Zeiten einfarbig geschmückter Christbäume sind vorbei. Wer in diesem Jahr beim Dekorieren seiner Festtanne voll im Trend liegen möchte, darf ganz tief in den Farbtopf greifen. Erlaubt ist alles, was Spaß macht.

Der Baum ist aufgestellt und wartet darauf, liebevoll geschmückt Weihnachtszauber im Wohnzimmer zu verbreiten. Schnell noch Strohsterne, Holzfiguren, Kugeln sowie die Erbstücke aus dem Keller kramen und entstauben. Weihnachten ist ein Fest der Familientraditionen. Und so erhalten die Bäume oft jedes Jahr den gleichen Schmuckmantel. Zu langweilig? Aus dem Christbaumschmücken lässt sich eine Kunst machen, die wie die Mode jedes Jahr in seinen Kollektionen einem Trend unterliegt.

Trend sei das, was einem persönlich gefällt, findet Johann Wanner. Der «König der Kugeln», wie der Schweizer Weihnachtsexperte genannt wird, hängt am liebsten spiegelnde schwarze Kugeln an seine eigene Tanne. Zum Trend 2011 erklärt der 72-Jährige allerdings silberne Kugeln. Am besten in Kombination mit Glaskugeln. Wem das zu blass ist, der könne zu Lila- und Violetttönen greifen, rät Wanner.

Christbaumtrends
Quietschbuntes Farbenmeer

Alles ist erlaubt

Trotz vieler Trendschauen, die bereits ab Januar jährlich die Vorfreude auf das Fest der Liebe einläuten, sei in diesem Jahr insgesamt kein klarer Trend festzustellen. Erlaubt ist alles. So etwa traditionelle ein- bis höchstens zweifarbige Kombinationen mit den Klassikerfarben Rot, Gold, Silber, Weiß und Grün. Aber auch quietschbunt mit Türkis, Pink oder Orange wird aufs Christkind eingestimmt. «Bunt, bunt, bunt» - so lautet das Motto der Deko. Selbst Pastelltöne, wie sie sonst eher zu Ostern erwartet werden, sind in der Farbauswahl zu finden.

Das Knallbonbon-Farbenmeer mag sich auch in Sachen Material nicht festlegen. Glas, Wolle, Holz, Filz und Keramik - je kreativer, desto besser. Es muss auch nicht immer Echttanne sein. Das Plastikpendant oder eine flache Metallsilouette gehören in diesem Jahr zum guten Ton.

Doch damit das bunte Wirrwarr nicht den Augen wehtut, sollte zumindest eine Grundregel beachtet werden: Knallig kombiniert man am besten mit dezent. Etwa Pink mit Silber oder Weiß. Tradition ganz bieder und knallige Moderne dürfen dabei auch gerne Hand in Hand das Fest gestalten, ohne dass dies ein Stilbruch sein muss.

Lametta war gestern? Keineswegs! Genau wie Engelshaar feiern die Fäden ein Comeback. Doch sie drapieren längst nicht mehr nur in Silber und Gold die Tannenzweige. Auch beim Lametta und Engelshaar sind Farben im Vormarsch.

Pommes im Geäst

Früchte und Obst – ob echt, aus Holz oder Glas – gehörten schon immer zum Christbaumschmuck. Die Trendsetter lassen sich darauf nicht mehr beschränken. Auch Gurkenscheiben oder Pommes und Hamburger hängen zwischen Kugeln und Engeln.

Damit dem Tannenkunstwerk das richtige Licht aufgeht, gibt es inzwischen viele Optionen: Echtkerzen, Lichterketten oder LED-Einzelkerzen mit Akku und Fernbedienung. Für echte Weihnachtsexperten wie Johann Wanner kommen weiterhin nur die echten Wachsexemplare ins Festzimmer. Doch wer bei Haustieren oder kleinen Kindern das Brandrisiko mindern möchte, kann zum elektrischen Pendant greifen. Wer bereit ist, etwas tiefer in die Tasche zu greifen, findet inzwischen sogar einige Variationen, die nicht mehr ungemütlich grelles Licht verstreuen.

Die Weihnachtsmesse «Christmasworld», die in Frankfurt bereits im Januar Weihnachten 2012 vor den Türen stehen lässt, prophezeit schon jetzt, was im kommenden Jahr die Trends sind. Farbe sei das entscheidende Signal, so Claudia Herke vom Stilbüro Bora.Herke.Palmisano. Das Designerbüro entwickelt jedes Jahr mit der Messe vier Stilwelten und bietet der Branche einen Leitfaden. «Gerade intensive und kräftige Töne werden 2012/13 zum emotionalen Träger einer optimistischen und zukunftsgewandten Weltanschauung», so die Designerin.

sca/ham/news.de

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