Unfälle in NRW Acht Tote nach Horrorcrashs

Drei Tote und 35 Verletzte bei Massenkarambolage (Foto)
Bei einer Massenkarambolage auf der A31 zwischen Heek und Gronau-Ochtrup sind drei Menschen getötet und bis zu 30 Personen zum Teil schwer verletzt worden. Bild: dapd

Es gleicht einem Trümmerfeld: Mehr als 50 Fahrzeuge haben sich bei dichtem Nebel in einer Massenkarambolage auf der Autobahn 31 in Nordrhein-Westfalen ineinander verkeilt. Drei Menschen starben. Bei einem weiteren Unfall in Aachen kamen fünf Menschen ums Leben.

Bei einer Massenkarambolage bei dichtem Nebel sind auf der Autobahn 31 in Nordrhein-Westfalen drei Menschen ums Leben gekommen. 35 Menschen wurden verletzt, 14 von ihnen schwer, wie eine Sprecherin der Polizei Münster mitteilte. Insgesamt 52 Fahrzeuge hatten sich am Freitagabend zwischen Heek und Gronau-Ochtrup ineinander verkeilt. «Es sieht aus wie ein Trümmerfeld», sagte die Polizeisprecherin. Bei einem weiteren schweren Verkehrsunfall in Aachen wurden in der Nacht zum Samstag fünf Menschen getötet und zwei schwer verletzt.

Zu dem Unfall auf der A31 war es gegen 19.15 Uhr auf der Fahrbahn in Richtung Emden gekommen. Begonnen hat er mit einem Blechschaden. Zunächst seien zwei Limousinen zusammengestoßen, dabei sei aber niemand verletzt worden. Danach fuhren 50 weitere Fahrzeuge in die Unfallstelle. Die Polizei hat ein Ermittlungsverfahren wegen fahrlässiger Tötung eingeleitet.

Nordrhein-Westfalen
Massencrash auf der A31
Drei Tote und 35 Verletzte bei Massenkarambolage (Foto) Zur Fotostrecke

Die Unfallstelle erstreckt sich über mehrere hundert Meter. Bei den Toten handle es sich um eine Frau und zwei Männer. Zwei von ihnen starben, nachdem sie ihr Unglücksauto bereits verlassen hatten. Möglicherweise hatten sie versucht, aus ihrem Wagen Richtung Leitplanke zu fliehen, als sie von anderen Autos erfasst und tödlich verletzt wurden. Der dritte Tote wurde im Wrack seines Wagens an einer Böschung gefunden. «Wir können froh sein, dass es nicht noch mehr Tote gab», sagte Werner Schümchen, Einsatzleiter der Polizei.

Spurensuche nach der Unfallursache

Viele der Verletzten seien in ihren Wagen eingeklemmt gewesen, hätten aber befreit werden können. Sie wurden vor Ort von Notärzten versorgt und anschließend in die umliegenden Krankenhäuser gefahren. Notfallseelsorger kümmerten sich um aufgewühlte Menschen.

Zur Unfallstelle waren Rettungskräfte aus dem gesamten Münsterland geholt worden. Wegen des Nebels konnten keine Rettungshubschrauber eingesetzt werden. Bei Tageslicht versuchen die Ermittler nun, die genaue Unfallursache zu ermitteln. «Fakt ist, dass es Nebelbänke gab. Ob sie die Ursache waren, müssen die Ermittlungen ergeben», sagte Polizeisprecher Jan Schabacker.

Dazu stellen die Fachleute zunächst die genaue Lage der ineinander verkeilten Autos in dem Trümmerfeld fest. Dies werde als objektive Beweislage bezeichnet. Erst dann kann die Autobahn geräumt werden. Die subjektive Beweislage werde durch die Befragung der Betroffenen und der Zeugen ermittelt: «Das ist an einem Tag nicht zu machen.» Hubschrauber machten Aufnahmen aus der Luft. Die Ermittler erhoffen sich davon Aufschlüsse über den Unfallhergang.

Die Räumungsarbeiten kommen indes nur langsam voran. Die A31 ist mindestens bis zum Nachmittag in beiden Richtungen gesperrt. Der Kreis Borken hat eine telefonische Auskunftsstelle eingerichtet, bei der sich besorgte Menschen nach dem Verbleib ihrer Angehörigen erkundigen können.

Fünf Tote in Aachen

Ein weiteres Unglück hat es in der Nacht in Aachen gegeben. Fünf Menschen starben, als auf der Bundesstraße 258 zwei Autos frontal zusammen stießen. Der Unfall ereignete sich gegen 1.20 Uhr, teilte die Polizei mit. Nebel kann nicht die Ursache gewesen sein. «Hier war es sternenklar», sagte Polizeisprecher Paul Kemen. Möglicherweise sei überhöhte Geschwindigkeit der Grund dafür gewesen. Das werde derzeit von einem Sachverständigen geklärt.

Vermutlich habe ein 24 Jahre alter Fahrer die Kontrolle über sein Auto verloren und sei in den Gegenverkehr geraten, teilte die Polizei mit. Der Fahrer selbst, ein 19 Jahre alter Mann und eine 22 Jahre alte Frau kamen in seinem Wagen ums Leben, eine 20 Jahre alte Mitfahrerin erlitt schwere Verletzungen. Fahrer und Beifahrerin des entgegenkommenden Wagens, ein 47 Jahre alter Mann und eine 45 Jahre alte Frau, waren ebenfalls sofort tot. Eine 32 Jahre alte Frau wurde schwer verletzt. Die Verletzten, die Zeugen, die Helfer und die Polizei seien wegen der schlimmen Szenen von drei Notfallseelsorgern betreut worden, sagte Kemen.

eia/news.de/dpa

Leserkommentare (15) Jetzt Artikel kommentieren
  • Carsten
  • Kommentar 15
  • 21.11.2011 11:23

Jedes Jahr auf's neue. Warum lernt der Mensch einfach nicht dazu?? Jeder weiß, was "Abstand halten" bedeutet, aber NIEMAND tut es wirklich! Dabei muß man dafür gar nicht langsamer fahren. Solange das nicht begriffen ist, wird es immer wieder solche Unfälle geben. Da hilft alle Sicherheitstechnik nicht. Oder: Wahrscheinlich braucht es einen Piepser, ähnlich wie beim anschnallen, der sofort nervig los trötet, wenn der Abstand für die Geschwindigkeit zu gering ist.

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  • ragnhild
  • Kommentar 14
  • 20.11.2011 09:38
Antwort auf Kommentar 3

wie recht du hast!!!Ganz besonders,was den sicherheitsabstand anbelangt!!!

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  • Meinungsmacher
  • Kommentar 13
  • 20.11.2011 00:18

IN BEIDEN FÄLLEN: WOHL VERDAMMTE RASER!!!!!! KONNTE NICHT SCHNELL GENUG SEIN!!!!!!! IM NEBEL FÄHRT EIN NORMALER MENSCH SO LANGSAM, DASS ER SOWEIT SIEHT, DASS ER NOCH BREMSEN KANN!!!!!!!

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