Japanische Atomruine Neue Kernspaltung in Fukushima

Fukushima (Foto)
Neue Kernspaltung in Fukushima? Bild: dapd

Von Eric Talmadge
Schlechte Neuigkeiten aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima: In einem der Reaktoren seien Hinweise auf eine erneute Kernspaltung entdeckt worden, teilte Betreiber Tepco mit. Vorsorglich wurde Borsäure in die Anlage geleitet.

Laut tagesschau.de wurden in Reaktorblock 2 geringe Mengen an Xenon 133 und Xenon 135 gefunden. Diese Produkte entstünden während der Kernspaltung von Uran 235. Vorsorglich sei über eine Kühlwasserleitung Borsäure in die Anlage geleitet worden, um eine mögliche Kettenreaktion zu verhindern.

Ein Anstieg der Temperatur, des Drucks oder der Radioaktivität in dem Reaktor wurde laut Tepco nicht gemessen. «Wir haben bestätigt, dass der Reaktor stabil ist, und wir glauben nicht, dass dies (der Vorfall) einen Einfluss auf unsere künftige Arbeit haben wird», sagte Tepco-Sprecher Osamu Yokokura. Außerhalb des Kraftwerks sei keine Radioaktivität festgestellt worden.

Auch ein Sprecher der Atomsicherheitsbehörde, Hiroyuki Imari, sagte, man gehe nicht davon, dass es sich um ein größeres Problem handele. Es sei jedoch eine Untersuchung über die Ursache aufgenommen worden.

Japan
Super-Gau in Fukushima

In Fukushima hatte sich am 11. März infolge der Erdbeben- und Tsunamikatastrophe das schwerste Atomunglück seit Tschernobyl 1986 ereignet. Zehntausende Menschen in der Umgebung mussten evakuiert werden. Immer noch besteht um das Kraftwerk eine 20-Kilometer-Sperrzone. Die Stilllegung von Fukushima wird nach Einschätzung eines Expertengremiums mindestens 30 Jahre dauern.

cvd/jag/news.de/dapd

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