Heilige Die fieseste aller göttlichen Strafen

Durchfall (Foto)
Oh, du untreuer Pfarrer! Im 8. Jahrhundert wurde ein sündiger Geistlicher von Gott mit Durchfall betraft. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
An Allerheiligen wird der Heiligen gedacht, aber die lebten oft gar nicht so heilig. Häufig ging es bei ihnen ziemlich blutig und frivol zu. So im Leben des Heiligen Gangolf. Seine untreue Frau wurde auf ausgesprochen stinkige Art bestraft.

Es ist Allerheiligen, nicht überall ein Feiertag, aber doch in vielen Ländern Europas. An diesem Tag wird der Heiligen gedacht, und davon gibt es eine ganze Menge. Und wem in den vergangenen Wochen die Serie Borgia gefiel, der sollte auch an den Heiligenlegenden seinen Spaß haben. Denn Eremiten waren die wenigsten und langweilig noch viel weniger.

Zum Einstieg in die Heiligengeschichten sei dem geneigten Leser das Leben des Heiligen Gangolf ans Herz gelegt. Mehr Sex and Crime geht kaum - und aktuell ist es noch dazu. Wir können gar etwas daraus lernen, nämlich dies: Ehebruch lohnt sich nicht. Ehebruch macht Darmprobleme.

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Gangolf, dessen Überreste in Bamberg liegen sollen, lebte im 8. Jahrhundert in Frankreich. Für König Pippin arbeitete er als Jäger und Kundschafter, war viel unterwegs und fand eines Tages eine Quelle auf einer Wiese, an der er sich sehr wohl fühlte. Er erwarb das Grundstück und zog dort mit seiner Frau hin. Diese war aber ein ziemliches Luder. Lasterhaft und ohne Skrupel. War Gangolf unterwegs, holte sich die Frau den Pfarrer der Gemeinde ins Haus und... naja... Sie können es sich denken. Es ging ganz und gar unkeusch zur Sache.

Wie Hexen starben und eine Hand entstellt wurde

Eines Abends kam Gangolf nach Hause zurück und fand seine Holde in den Armen des Geistlichen. Wütend schrie er herum, doch seine Frau dementierte. «Schatz, es ist ganz anders als es aussieht» wird sie wahrscheinlich gesagt haben. Doch Gangolf, ein zutiefst gläubiger Mann, forderte ein Gottesurteil.

Sie müssen wissen: Gottesurteile waren im Mittelalter ein beliebtes Mittel, um die Wahrheit herauszufinden. Das bekannteste Beispiel sind wohl die Gottesurteile bei Hexenprozessen. Eine Frau, die man der Zauberei verdächtigte, wurde beispielsweise mit Steinen beschwert in einen Tümpel geworfen. War sie eine Hexe, so konnte sie sich befreien und schwebte aus dem Wasser heraus (was übrigens nie vorkam). War sie keine Hexe, so ertrank sie und war tot. Aber immerhin: Sie war als eine Frau gestorben, die keine Hexe war.

Gangolf ertränkte seine Frau nicht gleich, er steckte ihre Hand nur in kochendes Wasser. Wenn sie unschuldig wäre, so würde ihr das heiße Wasser nichts anhaben können. Aber da sie mehr als schuldig war, löste sich alsbald die Haut von der Hand, die Frau litt furchtbare Schmerzen. Schuld bewiesen, Herz von Gangolf gebrochen.

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Jeder andere Mann hätte seine Frau hochkant aus dem Haus geworfen, nicht so Gangolf. Er gab ihr die Hälfte seines Besitzes (auch heute noch eine beliebte Scheidungspraxis, wie der Ehebrecher Tiger Woods zu berichten weiß), sagte ihr aber, er wolle sie erst einmal nicht mehr sehen. Der Pfarrer wurde außer Landes gejagt.

Durchfall bis in den Tod

Einige Zeit später juckte es die Frau wohl wieder. Sie holte den Pfarrer aus der Verbannung zurück - und wieder ging es rund. Es kam, wie es kommen musste: Gangolf ertappte die zwei ein weiteres Mal und wurde fuchsteufelswild. Der Pfarrer nahm sich einen Stock oder einen Balken - so ganz weiß man das nicht - und erschlug Gangolf, nahm die verbrühte Hand der Frau und flüchtete mit der Ehebrecherin.

An Sankt Gangolfs Todesort geschahen daraufhin allerlei Wunder. Das größte aber widerfuhr dem Pfarrer und seiner Frau. Die lästerte, als sie von den Wundern am Grab ihres Mannes hörte: «Gangolf verbringt ebenso Wunder wie mein Hintern Lieder singt.» Fortan wurde sie von schlimmen Blähungen gequält, die ihr jeglichen Liebesakt unmöglich machten und sie an den Rand der Gesellschaft beförderten. Den lüsternen Pfarrer traf es noch schlimmer: Er bekam so schlimmen Durchfall, dass ihm die Krämpfe die Eingeweide zerrissen und er daran starb.

Sankt Gangolf ist kein Einzelfall. Auch andere Heilige zeichnen sich eher durch ein skurriles Heldentum aus. Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

iwi/news.de

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