Staatliche Hilfe Wohngeld - Was ist das überhaupt?

Wohngeld (Foto)
Wenn die eigenen finanziellen Mittel nicht mehr ausreichen, um die Miete zahlen zu können, hat man die Möglichkeit, Wohngeld zu beantragen. Bild: iStock

Von news.de-Volontär Ronny Janke
Wenn das Einkommen nicht ausreicht, um die Miete zu zahlen, müssen Sie sich nicht gleich nach einer neuen Wohnung umsehen. Mit dem Wohngeld, einer staatlichen Hilfe, lässt sich die Lücke vielleicht schließen. Aber Achtung: Oft wird es mit einer anderen Unterstützung verwechselt.

Wenn Bürger in Deutschland in eine Situation geraten, in der es ihnen unmöglich ist, die Miete vollständig aus eigener Tasche bezahlen zu können, haben sie ein Recht darauf, Wohngeld zu beantragen. Dabei handelt es sich um eine Unterstützung des Staates. Das Sozialgesetzbuch (s. § 68 Nr. 10 SGB I) gibt ganz klar vor, wem mit welchem monatlichen Betrag unter die Arme gegriffen wird. Auch Eigentümer eines Eigenheims oder einer Eigentumswohnung haben ein Anrecht auf Wohngeld. Kein Wohngeld hingegen bekommen alleinstehende Erstauszubildende und Zivildienstleistende.

Die wichtigsten Faktoren, die sich auf die Höhe des Wohngeldes auswirken, sind die

- Anzahl der Familienmitglieder, die zum Haushalt gehören,
- die Höhe des Familieneinkommens und
- die Höhe der Miete, für die der Zuschuss beantragt wird.

Aber Achtung, Schummeln bringt nichts! Natürlich überprüft die Wohngeldstelle, ob die Angaben zum Einkommen glaubhaft sind. Das tut sie deshalb, weil nur so herausgefunden werden kann, ob das zu bewilligende Wohngeld und die zur Verfügung stehenden Einnahmen ausreichen, um die Ausgaben des Haushalts auch tatsächlich zu decken. Ist das nicht der Fall und würde der Lebensstandard erkennbar sinken, orientiert sich die Wohngeldstelle am sozialhilferechtlichen Bedarf.

Auch Studenten, Auszubildende und Schüler haben ein Recht auf Wohngeld - aber nur, wenn der Antragsteller kein BAföG bekommt. Das ist immer dann der Fall, wenn die Regelstudienzeit bereits überschritten wurde, der Student selbst kein oder nur ein entsprechend geringes Einkommen vorweisen kann und die Eltern nicht in der Lage sind, finanziell aushelfen zu können.

Hin und wieder kommt es zur Verwechslung zwischen den Begriffen «Wohngeld» und «Haushaltsgeld». Letzteres meint jedoch etwas ganz anderes: Darunter sind im Vorfeld festgelegte monatliche Vorschüsse zu verstehen, die Wohnungseigentümer an den Verwalter von Wohnungsanlagen zahlen - mit dem Wohngeld, um das es hier geht, hat das Haushaltsgeld demnach nichts zu tun.

kwö/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Schmitt
  • Kommentar 1
  • 21.10.2011 12:16

mein Sohn ist zu 100% geh-behindert, hat ein Einkommen von ca. 800 Euro und zahlt über 500 Euro Miete. Hat er einen Anspruch auf Wohngeld?

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