Toilettenmangel: Kein stilles Örtchen am Mount Everest

Manchmal pressiert es eben auch am Gipfel: Mehr als 400 Kilogramm Exkremente mussten Umweltschützer in den vergangenen drei Jahren vom 8848 Meter hohen Gipfel des Mount Everest holen. Nun fordern sie den Bau einer Toilette.

Ein stilles Örtchen für den ruhigen Gipfel. Umweltschützer fordern eine Toilette auf dem Mount Everest. Bild: dapd

Da stehen die tapferen Frauen und Männer auf dem höchsten Gipfel der Welt, dem 8848 Meter hohen Mount Everest. Sie sind geklettert und haben sich vielleicht die Nase angefroren, der Zeh ist blau und die Augen schmerzen von der gleißenden Reflektion des Sonnenlichts auf dem hartgefrorenen Schnee. Und dann kommt, in diesem besonderen Moment, ein ganz gewisses, ein ganz natürliches, Bedürfnis dazwischen. Der Darm meldet sich zu Wort und verlangt nach einer Toilette. «Scheiße» schießt dem ein oder anderen Extremsportler dann sicherlich durch den Kopf.

Denn dort oben, auf dem Mount Everest, dort gibt es keine Toilette. Den meisten bleibt deshalb nichts anderes übrig, als hinter der nächsten Schneewehe zu verschwinden - und dort etwas zu hinterlassen.

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Rund 400 Kilogramm Exkremente mussten Umweltschützer in den vergangenen drei Jahren vom Gipfel holen. Weil die Kletterer vom Aufstieg zu erschöpft sind, wird alles oben gelassen, was den Rückweg erschweren würde. Und manchmal sind das auch Leichen. Wegen der Kälte verwesen sie nur langsam - 216 Menschen ließen seit der Erstbesteigung 1953 ihr Leben.

Der Mount Sauerstoffflasche überragt den Mount Everest mittlerweile

Umweltschützer bemängeln, dass es kein System gibt, Überreste und Müll vom Gipfel der Eitelkeiten zu holen. Würde man die Anzahl der zurückgelassenen Sauerstoffflaschen stapeln - sie würden den Berg um einiges übersteigen. Neben dem Mount Everest der Mount Sauerstoffflasche.

Lange war man davon ausgegangen, dass der Müll einfach festfrieren würde und keinen Schaden anrichten könnte - doch immer mehr Seile und alte Zelte gesellen sich zu Sauerstoffflaschen und Kot. Seit 2004 gehört das Gebiet deshalb zum Unesco-Weltkulturerbe. Wer von Nepal aus auf den Berg steigt, der muss eine Pfandgebühr bezahlen. Erst wer vom Rückweg eine Tüte mit Müll mitbringt, bekommt sein Geld zurück. Viel gebracht hat das bisher nicht. Neben den 400 Kilogramm Kot mussten in den vergangenen drei Jahren auch 13 Tonnen Abfall beseitigt werden.

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kru/news.de/dpa

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