Brandanschlag Verspätung bei Berliner Bahnen

Anschlag am Berliner Hauptbahnhof verhindert (Foto)
Beamte der Bundespolizei patrouillieren in Berlin durch den Hauptbahnhof. Bild: dpa

Berliner Bahnstrecken im Visier: Ein Feuer an der Trasse nördlich der Hauptstadt beeinträchtigt bis zum Dienstagmorgen den Bahnverkehr in Berlin. Im Hauptbahnhof konnte die Polizei am Montag in letzter Minute einen weiteren Brandanschlag verhindern.
 

Nach dem mutmaßlich linksextremistischen Brandanschlag auf Bahnanlagen nordwestlich von Berlin kommt es auch am Dienstag weiter zu erheblichen Verspätungen. Die Züge in Richtung Hamburg werden umgeleitet, so dass sich nach Angaben der Deutschen Bahn die Fahrzeiten um eine Dreiviertelstunde verlängern. Auf vier Regionalbahnlinien sind streckenweise Busse im Einsatz. Die Bahn rechnet damit, dass die Reparatur der Brandschäden an Signalkabeln bis Mittwoch dauert.

Ein weiterer Brandsatz wurde am Vormittag an einer S-Bahnstrecke in der Hauptstadt entdeckt. Ein Angestellter der Bahn habe zwei Flaschen mit einer brennbaren Flüssigkeit im Südosten Berlins gefunden, sagte ein Bahnsprecher. In den Flaschen sei die gleiche Flüssigkeit gewesen wie in den sieben Behältern, die gestern an Gleisen in der Nähe des Hauptbahnhofs sichergestellt wurden. Möglicherweise handelt es sich um Benzin. Der Zugverkehr wurde unterbrochen.

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Die Polizeibehörden in Berlin und Brandenburg äußerten sich am Dienstagmorgen nicht zum Stand der Ermittlungen. Zunächst gab es offensichtlich trotz eines Bekennerschreibens einer antimilitaristischen Gruppe keine konkreten Hinweise auf die Täter, die den Brandsatz bei Brieselang in einem Kabelschacht deponiert hatten. Weiter wird auch nach den Tätern gefahndet, deren geplanter Brandanschlag am Berliner Hauptbahnhof vereitelt werden konnte. Dort hatte ein Bahn-Mitarbeiter sieben vorbereitete Brandsätze rechtzeitig entdeckt. Die Bundespolizei sieht Parallelen zwischen beiden Taten.

In einem Bekennerschreiben zum Anschlag nordwestlich von Berlin hatte eine linksextreme Gruppe im Internet gegen den Bundeswehreinsatz in Afghanistan protestiert. Sie forderte außerdem Freiheit für den inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning, dem das US-Militär vorwirft, Interna an die Internet-Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben. Das Landeskriminalamt Brandenburg hält das Bekennerschreiben nach einer vorläufigen Bewertung für authentisch. Ähnlich äußerte sich auch Berlins Innensenator Ehrhart Körting (SPD) am Montagabend im RBB-Fernsehen.

Enorme Schäden möglich

Der Brandanschlag im Berliner Hauptbahnhof ist am Montag offenbar in letzter Minute verhindert worden. Ein Bahnmitarbeiter entdeckte gegen Mittag am nördlichen Ende des Tieftunnels die sieben Brandsätze. Die Tunneleinfahrt liegt nur wenige hundert Meter vom Hauptbahnhof entfernt. Warum die Brandsätze nicht zündeten, ist noch nicht bekannt. Nach dpa-Informationen hätten die Sprengsätze enormen Schaden anrichten können. Möglicherweise verzögerte auch das feuchte Wetter mit anhaltendem Nieselregen die Zündung.

Zuvor hatte ein erster Anschlag den Bahnverkehr zwischen Berlin und Hamburg sowie in Brandenburg erheblich beeinträchtigt. In einem Schreiben an die Bild und auf einer linken Website im Internet bekannte sich eine antimilitaristische Gruppe mit dem Namen Hekla zu der Tat. Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg prüft das mutmaßliche Bekennerschreiben.

Am frühen Montagmorgen waren an der Trasse nordwestlich von Berlin Kabel in Brand gesetzt worden, die wichtige Verbindungsstrecke ist seitdem unterbrochen. Laut Bundespolizei hatten Unbekannte zwischen den Bahnhöfen Brieselang und Finkenkrug zwei Brandsätze in Kabelschächte gesteckt. Einer zündete und zerstörte die Signalkabel.

Laut dem Bekennerschreiben wollte die Gruppe mit der Aktion gegen den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr protestieren. Sie fordert auch Freiheit für den inhaftierten US-Soldaten Bradley Manning, dem das US-Militär vorwirft, Interna an die Enthüllungsplattform Wikileaks weitergegeben zu haben.

Das Landeskriminalamt (LKA) Brandenburg hält das Bekennerschreiben nach einer vorläufigen Bewertung für authentisch. «Inwieweit die Gruppe bisher bekannt ist oder mit anderen Personen möglicherweise in Zusammenhang gebracht werden kann, ist derzeit völlig unklar», sagte LKA-Sprecher Toralf Reinhardt. Ein Zusammenhang mit vergleichbaren Anschlägen sei aber nicht auszuschließen.

Nach Informationen des Tagesspiegels gibt es eine Parallele zu einem ähnlichen Anschlag im Mai am Berliner Bahnhof Ostkreuz, der den S-, Regional- und Fernbahnverkehr lahmlegte. Damals wie heute lehnten die mutmaßlichen Tätergruppen ihre Namen in Bekennerschreiben an isländische Vulkane an.

Hekla bisher nicht in Erscheinung getreten

Die Gewerkschaft der Polizei forderte mehr Personal für Verfassungsschutz und polizeilichen Staatsschutz. Die Politik müsse die Warnungen des Verfassungsschutzes ernst nehmen. «Auch der RAF-Terror hat mit der verharmlosenden sogenannten Gewalt gegen Sachen begonnen», sagte der Bundesvorsitzende Bernhard Witthaut. «Später wurden Menschen ermordet.»

Offensichtlich ist die Hekla-Gruppe bislang nicht in Erscheinung getreten. «Inwieweit die Gruppe bisher bekannt ist oder mit anderen Personen möglicherweise in Zusammenhang gebracht werden kann, ist derzeit völlig unklar», sagte Brandenburgs LKA-Sprecher Reinhardt. Hekla ist der Name eines isländischen Vulkans.

sua/san/kra/news.de/dapd/dpa

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Mailyn Pelagio
  • Kommentar 1
  • 13.10.2011 16:40

Darüber dürften sich nun zigtausende wirklich gefährliche Terroristen in den Moscheen in D freuen da sie nun aus dem Blickfeld der Behörden und der Öffentlichkeit kommen. Die Zusammenarbeit krimineller Muslime mit Linksradikalen funktioniert augenscheinlich nach wie vor vorzüglich und reibungslos. Somit dürfte auch der letzte Träumer mit der rosa Brille auf merken mit wem er es hier zu tun hat. Das gilt auch für die CH.

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