Sexueller Missbrauch Papst verspricht Aufarbeitung

Benedikt XVI. hat mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter gesprochen. Der Papst gab sich nach dem Treffen tief erschüttert und bekräftigte den Willen der Kirche zur Aufklärung. Opferverbände kritisieren den unangemeldeten Besuch als wirkungslose Geste.

Papst verspricht Aufarbeitung (Foto)
Diskutierter Besuch: Papst Benedikt XVI. ist auf Deutschlandreise. Ohne Ankündigung besuchte er Missbrauchsopfer der katholischen Kirche. Bild: dpa

Papst Benedikt XVI. hat am Freitag mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Priester und kirchliche Mitarbeiter gesprochen. Im Erfurter Priesterseminar habe er den Anwesenden versichert, «dass den Verantwortlichen in der Kirche an der Aufarbeitung aller Missbrauchsdelikte gelegen ist und sie darum bemüht sind, wirksame Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen zu fördern», hieß es in einer Mitteilung des Vatikans.

«Bewegt und erschüttert von der Not der Missbrauchsopfer» habe das Oberhaupt der katholischen Kirche «sein tiefes Mitgefühl und Bedauern bekundet» für alles, was den Opfern und ihren Familien angetan wurde.

«Papst Benedikt XVI. ist den Opfern nahe und bringt seine Hoffnung zum Ausdruck, dass der barmherzige Gott, der Schöpfer und Erlöser aller Menschen, die Wunden der Missbrauchten heilen und ihnen inneren Frieden schenken möge», hieß es in der Mitteilung weiter.

Heiliges Gezwitscher: Der Papst, Yoda und die letzte Ölung
zurück Weiter Twitter (Foto) Zur Fotostrecke Foto: news.de-screenshot (Twitter)

Opferorganisation: «Eine bedeutungslose Geste»

Die US-Opferorganisation SNAP («Survivors Network of those Abused By Priests», Netzwerk der Überlebenden des Missbrauchs durch Priester) kritisierte, das Treffen sei «eine weitere nette, aber bedeutungslose Geste». Das Gespräch halte keinen Priester davon ab, Kinder zu belästigen, und es verhindere auch nicht, dass Bischöfe derartige Taten deckten.

Das Treffen im Erfurter Priesterseminar war im Vorfeld nicht angekündigt worden. Dies hatten der Papst und seine Mitarbeiter schon in der Vergangenheit so gehandhabt. Unter anderem hatte sich der Papst während einer USADiese Virusinfektion der Leber ist weltweit verbreitet. Die Erkrankung beginnt mit Grippegefühl, Fieber, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen. -Reise im April 2008 mit Missbrauchsopfern getroffen.

cvd/news.de/dapd

Bleiben Sie dran!

Wollen Sie wissen, wie das Thema weitergeht? Wir informieren Sie gerne.

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig