Guinness-Rekorde Darum wollen wir die Besten sein!  

Der kleinste Mann der Welt (Foto)
Der Nepalese Khagendra Thapa Magar ist der kleinste lebende Mann der Welt. Der 18-Jährige ist nur knappe 60 Zentimeter groß.  Bild: Guinness World Records Buch 2012

Jan GrundmannVon news.de-Redakteur
Kleinster Mann, längste Zunge oder schwerste Currywurst: Menschen sind seit jeher von Rekorden fasziniert. Warum, erklärt Olaf Kuchenbecker, Chef des Guinness-Buches. Und: Ob skurril, eklig oder schlichtweg blöd - wir zeigen Ihnen die neuesten Weltrekorde.

Menschen suchen den Rekord, seit jeher. Irgendetwas steckt in uns, was uns antreibt, besser zu sein als die anderen. Deshalb haben wir Olaf Kuchenbecker nach den Gründen für die Faszination gefragt. Der 43-Jährige ist Redaktionsleiter und Vermarkter der deutschsprachigen Ausgabe des Guinness World Records Buch. Die jährliche Neuauflage des Buches ist jetzt erschienen - wir haben die besten Rekorde in unserer Fotostrecke zusammengetragen.

Schnellster, Stärkster, Größter: Was fasziniert denn Menschen an Superlativen?

Kuchenbecker: Menschen vergleichen sich gern miteinander, und wir bieten ihnen die Möglichkeit. Außerdem geht es um die Anerkennung von Höchstleistungen: Die Ehrung für eine Weltbestleistung ist immer zunächst die Rekordurkunde, die die Leistung bestätigt, und im Nachgang die Aufnahme ins Guinness World Records Buch.

Weltrekorde
Die Besten der Welt

Kann es sein, dass die Rekordversuche in den vergangenen Jahren zugenommen haben? Man liest und hört immer häufiger davon.

Kuchenbecker: Nein, die Anmeldezahlen aus dem deutschsprachigen Raum sind konstant geblieben: Wir haben rund 2500 Anmeldungen pro Jahr. Daraus resultieren etwa 100 neue Rekorde, denn die Hürden sind relativ hoch. Aber wir spüren seit einiger Zeit ein verstärktes Bedürfnis der Medien, darüber zu berichten.

Wie hoch sind die Hürden?

Kuchenbecker: Die erste Hürde ist die Anmeldung, die in Englisch ausgefüllt werden muss. Dann verschicken wir die Antwort, ob der Versuch abgelehnt wird - oder wir formulieren die Bedingungen, unter denen der Versuch durchgeführt und dokumentiert werden muss.

Guinness-Buch 2011
Die verrücktesten Weltrekorde
Video: dapd

Und wie kommt mein Rekord dann ins Guinness-Buch?

Kuchenbecker: Es gibt Rekordrichter, die sich den Versuch anschauen. Allerdings ist dies ein Premiumservice, der 4000 Euro plus Anfahrt kostet. Wir bieten aber auch einen Standardweg an, der kostenlos ist: Als Beweise müssen Foto- und Videoaufnahmen eingeschickt werden. Und die Bestätigung von zwei volljährigen, vertrauenswürdigen Zeugen, die in eigenen Worten die Leistung bestätigen können.

Kann dabei gemogelt werden?

Kuchenbecker: Nein, speziell Videoaufnahmen sind schwer manipulierbar. Nur bei TV-Rekordversuchen wurden schon Entscheidungen zurückgenommen oder korrigiert. Diese wurden während der Show gefällt, und erst nach der anschließenden Sichtung des Videomaterials wurde deutlich, dass es doch kein Rekord war.

Ihre Lieblingsrekorde?

Kuchenbecker: Es gibt zwei. Einmal das Blobbing: Ein Blob ist ein riesiger Sack aus LKW-Plane, der zur Hälfte mit Luft gefüllt wird. Dann springt der Springer auf den Sack und katapultiert eine Person - den «Blobber», der auf dem Sack steht oder liegt - in die Höhe. Der Rekord liegt aktuell bei 17 Metern, so hoch wurde der «Blobber» geschleudert. Der Sack selbst schwimmt auf einem See und wird mit Seilen festgemacht.

Vor kurzem gab es einen neuen Versuch am Pullacher Weiher in München, und ich war als Rekordrichter dabei. Der Springer ist aus einer Höhe von 22 Metern abgesprungen, um genügend Energie aufzubringen. Am Ende wurde die Person 14,50 Meter hoch katapultiert, ein neuer Rekord wurde also verfehlt. Aber das Zuschauen von unten war spektakulär genug. Denn die Person, die hoch katapultiert wird, hat ja keinen Einfluss über Richtung und Höhe des Sprungs.

Und der zweite Rekord?

Kuchenbecker: Ziemlich spannend fand ich den Versuch, die meisten T-Shirts übereinander zu tragen. Der Rekord liegt bei 245, damit sieht man aus wie ein großes Michelin-Männchen. Das ist ziemlich schwierig, denn mit jeder Lage wächst der Druck auf den Brustbereich. Auch die Einschnitte am Halsbereich sind schwierig. Beim Versuch haben die Probanden nach 200 T-Shirts das Handtuch geschmissen. Ein Weltrekordversuch ist also kein Ponyhof.

Wie verändern sich die Rekordideen im Laufe der Zeit?

Kuchenbecker: Das Buch ist auch immer ein Spiegel seiner Zeit. Wir nehmen nur die Versuche an, bei denen wir davon ausgehen, dass sie für unsere Leser interessant sind. Als das erste Guinness-Buch 1955 erschien, gab es niemanden, der die meisten Tattoos oder Piercings hatte.

Sie haben selbst mal einen Weltrekord aufgestellt: Als Bassgitarrist der Band Kansas City spielten Sie 26 Live-Konzerte in zwölf Stunden in und um Hamburg. Mittlerweile wurde der Rekord zweimal übertroffen. Wollen Sie es nochmal versuchen?

Kuchenbecker: Wir spielen nicht mehr in der damaligen Formation. Aber wenn ich nicht in der Redaktion sitze oder mit Rekordversuche anschaue, bin ich noch immer als Bassgitarrist auf Bühnen in der Bundesrepublik unterwegs.

Titel: Guinness World Records Buch 2012
Verlag: Bibliographisches Institut, Mannheim 
Seiten: 276
Preis: 19,99 Euro
Veröffentlichungstermin: 15. September 2011 

iwi/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ritchi
  • Kommentar 1
  • 15.09.2011 18:56

Na, bei den Fingernägeln muss wohl ihr Partner ihr den Hintern abwischen...

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