Sturm über New York «Irene» trifft den Big Apple

Von Samantha Gross und Larry Neumeister
Die Stadt, die niemals schläft, hält den Atem an: Erste Ausläufer von «Irene» haben New York erreicht. Wegen schwächerer Winde wurde der Hurrikan zwar auf einen Tropensturm herabgestuft. An den Auswirkungen ändert das jedoch nichts: Zehn Menschen starben bereits.

«Irene» ist kein Hurrikan mehr. Das Nationale Hurrikanzentrum stufte das System wegen schwächerer Winde zu einem Tropensturm herab. «Die Auswirkungen ändern sich damit aber nicht», warnte der Chef des Zentrums, Bill Read, im US-Sender CNN. Der Wind sei nach wie vor stark, es regne noch immer und der Sturm drücke weiter Wasser an die Küste. An der Ostküste der USA sind inzwischen mehr als drei Millionen Menschen ohne Strom. Auch in New York fiel in vielen Häusern bereits der Strom aus.

New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg sagte in der Nacht, es sei in der Stadt nicht länger sicher, sich draußen aufzuhalten. «Bitte bleibt, wo ihr seid, bis der Sturm vorbei ist. Passt aufeinander auf. Wir bringen euch morgen früh auf den neuesten Stand», twitterte Bloomberg um 23 Uhr (Ortszeit). Das Wetter werde tückisch, die Zeit für Evakuierungen sei vorbei. In einer anderen Kurzmitteilung hatte er seine Bürger animiert: «Diese Notsituation holt das beste aus den New Yorkern heraus.»

Die Stadt hatte mehr als 370.000 Bewohner niedrig gelegener Gebiete aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Es war die erste Evakuierungsanordnung in der Geschichte New Yorks. Am Abend deckten sich viele New Yorker noch in den Läden für das Hurrikanwochenende ein.

New Yorker reagieren unterschiedlich

Das Hauptfeld des Sturms wird im Laufe des Tages in New York erwartet. Es regnet bereits stark, und die Niederschläge sollen weiter zunehmen - von sintflutartigem Regen ist die Rede. Mitten im Großeinsatz hat die New Yorker Polizei zwei Kajak-Fahrer aus dem Wasser holen müssen. Die zwei waren vor Staten Island in der aufgewühlten See unterwegs, sagte Bloomberg. Die Polizei brauchte eine halbe Stunde, um die beiden Extremsportler zu finden. Das sei eine rücksichtslose Aktion gewesen, mit der die Kräfte der Polizei verschwendet würden, kommentierte der Bürgermeister.

Der gesamte Nahverkehr wurde stillgelegt, schon seit Samstagmittag (Ortszeit) fahren keine U-Bahnen, Busse und Pendlerzüge mehr. Das Transitsystem werde frühestens am Montag wieder in Betrieb genommen, nachdem das Wasser aus den überfluteten Stationen gepumpt worden sei, hieß es. Selbst bei gewöhnlichen Stürmen stehen die U-Bahnhöfe unter Wasser und müssen ausgepumpt werden. Das Transportsystem befördert wochentags durchschnittlich etwa fünf Millionen Passagiere. Auch Tausende Flüge wurden gestrichen.

Sollte die Südspitze von Manhattan trotz Wellenbrecher überflutet werden, könnten tausende Menschen von der Stromversorgung abgeschnitten werden. Die New Yorker Börse erklärte, die NYSE verfüge über Ersatzgeneratoren im Falle eines Stromausfalls.

Viele New Yorker nahmen die Situation gelassen. Einige verabredeten sich zu Hurrikan- oder Whirlpool-Parties. «Wir haben schon Wein und Bier, jetzt holen wir den Wodka», sagte ein Videokünstler, der mit seiner Freundin in einem Spirituosenladen nahe des Central Parks einkaufte.

Zahl der Toten steigt auf zehn

«Irene» forderte bislang zehn Menschenleben, sie starben durch umstürzende Bäume, herumfliegende Trümmer oder in ihren Autos. In den Staaten North Carolina und Virginia gingen 30 Zentimeter Regen nieder. Fast zwei Millionen Haushalte sind ohne Strom. Der Wirbelsturm brachte bereits Wellen von zwei Meter Höhe; Meteorologen warnten vor Sturmfluten unter anderem in Virginia und Delaware. In Maryland schaltete sich ein Atomreaktor ab.

Es ist der erste Hurrikan seit 2008, der auf das amerikanische Festland trifft. Experten schätzten, dass kein anderer Hurrikan in der Geschichte der Vereinigten Staaten so viele Menschen bedrohte. 65 Millionen Menschen könnten von «Irene» betroffen sein, die eine enorme Spannweite von 805 Kilometern hat. Mindestens 2,3 Millionen wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. 

Hurrikan «Irene»
Rette sich, wer kann!
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krc/eia/cvd/news.de/dapd

Leserkommentare (12) Jetzt Artikel kommentieren
  • heinrichIV
  • Kommentar 12
  • 28.08.2011 23:29
Antwort auf Kommentar 9

Um Irrtümern vorzubeugen, verrate ich Euch das Geheimnis der Amis: Die US-Boys basteln schon lange daran, das Wetter zu beeinflussen, für neue Kriegsspiele. Nun haben Sie Mist gebaut, und der ganze Scheiß fällt bei denen nun selbst runter. Fazit: Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein!!! Doch sorgt Euch nicht, Kanzlerin Merkel & Co. basteln sicher schon an nem neuen Rettungsschirm, ha,ha,ha,

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  • Knowbody
  • Kommentar 11
  • 28.08.2011 21:16

Ein Wirbelsturm ist sicher schlimm. Aber einige Kommentare hier sind noch weitaus schlimmer.......

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  • Ufologo Muselmann
  • Kommentar 10
  • 28.08.2011 19:18

Die Taliban haben sich mit den Ufoisten verbündet und werden sicher mit den Wirbeln ihre Ufos in die restlichen Türme steuern. Spendet einfach alle 2/3 aller eurer Bezüge für die USA, dann wird´s besser werden.

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