Microsoft Streetside Widerspruchsfrist beginnt

Datenschutz für Deutsche Verbraucher: Ab Montag kann jeder dafür sorgen, dass Microsoft sein Haus nicht für den neuen 360-Grad-Dienst Streetside fotografiert. Ein Schreiben an den Computerkonzern genügt.

Microsoft erlaubt Vorabwiderspruch (Foto)
Fotografiert werden deutsche Städte schon. Wer sein Haus nicht bei Streetside sehen will, kann nun den Vorabwiderspruch nutzen. Bild: dpa

Millionen Bundesbürger können ab Montag, dem 1. August, verhindern, dass der US-Konzern Microsoft Fotos ihrer Häuser im Internet veröffentlicht. Das Unternehmen will dafür im Netz ein Formular zur Verfügung stellen, mit dem ein sogenannter Vorab-Widerspruch für seinen 360-Grad-Dienst Streetside möglich ist. Von Herbst an sollen dort Straßenbilder aus Deutschland zu sehen sein. Streetside ist als Konkurrenz zu Street View vom Internetkonzern Google gedacht.

Miriam Kapsegger von Microsoft Deutschland sagte, ihren Konzern hätten bereits vor Beginn der Widerspruchsfrist zirka 500 Schreiben mit Widersprüchen erreicht. Microsoft werde diese nicht ignorieren, sondern «individuell» bearbeiten. Die Frist für Vorab-Widersprüche für Streetside läuft bis Ende September.

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Bayern ist schon im Kasten

Im Auftrag von Microsoft fährt seit dem Frühjahr die Spezialfirma Navteq gut 50 deutsche Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern ab und fotografiert dort Straßenzüge. Schon gefilmt sind vor allem Städte in Bayern, darunter die Regionen Nürnberg, Augsburg, München sowie Regensburg und Ingolstadt. Derzeit ist Navteq für Microsoft vor allem in Städten in Baden-Württemberg im Einsatz, darunter Stuttgart. Microsoft hat den Zeitplan auf seiner Internetseite veröffentlicht. Die Fahrten in Deutschland dauerten insgesamt etwa eineinhalb Jahre.

Microsoft hatte sich ursprünglich geweigert, einen Vorab-Widerspruch anzubieten. Ein Widerspruch sollte erst später möglich sein, nach Veröffentlichung der Bilder im Netz. Der Konzern berief sich dabei auf einen Kodex des Branchenverbandes Bitkom, der sich gegen die Möglichkeit eines Vorab-Widerspruches ausgesprochen hat. Letztlich gab Microsoft aber dem Druck der zuständigen bayerischen Datenschützer nach.

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Vorab-Widerspruch ist weltweit nur in Deutschland möglich

Der Leiter des Landesamtes für die Datenschutzaufsicht, Thomas Kranig, hatte erklärt: Stünden die Fotos erst einmal im Netz, dann könnte sie jeder vor der Löschung kopieren. Unternehmenssprecherin Kapsegger sagte, Deutschland sei das einzige Land auf der Welt, in dem Microsoft einen Vorab-Widerspruch anbiete. Anderorts sei dies nicht üblich.

Bei den bisherigen Fahrten sei es zu keinen Widerständen oder Protesten von Anwohnern gekommen, wohl aber zu «interessierten Nachfragen», sagte Kapsegger. Die Fahrer der Spezialfahrzeuge von Navteq würden mit den Betroffenen nicht diskutieren. Sie hielten jedoch "ein Infoblatt in den Wagen bereit, die gerne und bereitwillig an Verbraucher und Passanten ausgegeben werden".

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Video: roj/news.de/Unitec

cvd/news.de/dapd

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Nichtwähler
  • Kommentar 1
  • 01.08.2011 08:34

Im Grunde ist hier eine Gesetzeslücke, die es zu schließen gilt. Wieso muß ich ständig die Konzerne anschreiben. Was ist wenn meine Oma das auch nicht will und niemand in deren Alterklasse statistisch gesehen einen PC hat? Bitte Lücke schliessen, das kann nämlich richtig ins Geld gehen, wenn zukünftig solche Unternehmen wie Pilze aus dem Boden schießen. Das Unternehmen hat mich zu frgane, bastda!

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