Lehren aus Norwegen EU verstärkt Anti-Terrorkampf

Trauer in Norwegen (Foto)
Gedenken an die Opfer - Blumenmeer in Oslo   Bild: dpa

Konsequenzen aus dem Massaker von Norwegen: Die EU-Staaten wollen den Zugang zu Chemikalien beschränken, aus denen Bomben gebaut werden können. Ebenfalls geplant: Ein Netz von Psychologen, das europaweit Einzeltäter früh aufspüren soll.

Auch über striktere Regeln für den Waffenkauf wird diskutiert. Zudem soll ein europaweites Netzwerk an Psychologen und Fahndern künftig Einzeltäter wie den Attentäter von Oslo möglichst früher aufspüren. Das teilten EU-Diplomaten nach einem Treffen von Anti-Terrorexperten in Brüssel mit. Die Staaten wollen einen entsprechenden Vorschlag der EU-Kommission nun rasch verabschieden.

«Wir müssen solche Anschläge in Zukunft besser verhindern und schneller reagieren», schrieben die Experten in einer gemeinsamen Mitteilung. «Das Phänomen des ‹Einsamen Wolfs› - eines radikalisierten Täters ohne Bezug zu einer terroristischen Organisation - muss mehr Aufmerksamkeit bekommen.»

Nicht-EU-Mitglied Norwegen erhält Europol-Daten

Anschläge in Norwegen
Massenmord auf der Ferieninsel

Die EU-Polizeibehörde Europol werde die Fahndung nach Terrorverdächtigen und Extremisten ausweiten, um die Geldströme zur Finanzierung von Terror-Netzwerken schneller aufzudecken, sagte ein EU-Diplomat. Norwegen, das kein Mitglied der EU ist, erhält zudem Zugang zu den Daten von Europol.

Auch die Geheimdienste der EU-Länder müssten ihre Kooperation verbessern, sagte Tim Jones vom EU-Ministerrat: «Nichts ist jemals perfekt. Wir brauchen ein Bündel an Maßnahmen.» Jones ist Berater des Anti-Terror-Koordinators der EU, Gilles de Kerchove. Vertreter Norwegens informierten bei dem Treffen ihre europäischen Partner über den Stand der Ermittlungen.

Beschlüsse wurden bei dem Treffen auf Arbeitsgruppen-Ebene nicht gefasst. Die Beamten bereiteten den Weg für die EU-Innenminister, die sich am 22. September zum nächsten Mal treffen werden. Nach den Anschlägen von Norwegen hatten die Minister die Themen Fremdenhass und Extremismus kurzerhand auf die Tagesordnung ihres nächsten Treffens gesetzt.

Massaker in Norwegen
Das perfide Spiel von Anders Breivik
Video: news.de

jag/eia/news.de/dpa

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