Wohnen Sparen mit Untermietern

Wer nach Frankfurt, Berlin oder München zieht, kennt das Problem: Die Mieten sind zum Teil unbezahlbar. Die Alternative heißt Untermiete. Was Mieter und Untermieter beachten müssen, weiß news.de.

Mietvertrag für Untermieter (Foto)
Miete sparen mit Untermieter ist schön. Besser ist es aber, im Mietvertrag alles genau zu regeln. Bild: dapd

So manches Ehepaar, dessen Kinder aus dem Haus sind, vermietet lieber ein paar Räume der großen Wohnung, anstatt sie ganz aufzugeben. Und wer längere Zeit - ob privat oder beruflich - im Ausland lebt, gibt seine Bleibe oft in die Hände anderer Bewohner und bessert damit sein Budget auf.

Muss der Vermieter vom Untermietverhältnis wissen? Zwar müssen sie der Untervermietung zustimmen, aber sie dürfen nur in bestimmten Fällen verweigern. Wirtschaftliche Interessen des Mieters gehören nicht dazu, urteilte der Bundesgerichtshof. Wollen Mieter Teile ihrer Wohnung untervermieten, weil sie aus beruflichen Gründen länger abwesend sind, weil sie arbeitslos geworden sind oder auch nur, weil die Mieten steigen, muss der Vermieter das akzeptieren, so der Bundesgerichtshof (AZ.:VIII ZR 4/05).

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Wie sichern sich Mieter und Untermieter ab? Hat der Vermieter dem Einzug des Untermieters zugestimmt, empfiehlt sich ein Untermietvertrag. Dieser sollte Mietbeginn und Mietende sowie die Höhe der Miete enthalten.

Wie hoch darf die Untermiete sein? Sie ist frei verhandelbar. Am besten orientiert man sich an der Hauptmiete. Ein Aufschlag für möblierte Zimmer ist gerechtfertigt.

Was passiert mit den Nebenkosten? Die Vereinbarungen sollten im Untermietvertrag eindeutig geregelt sein. Geregelt werden muss die anteilige Umlage für Mietneben- und Heizkosten sowie für Strom, Gas und eventuell Telefon.

Wie werden Schäden durch den Untermieter gehandhabt? Hauptmieter sind immer für Forderungen haftbar, die Untermieter verursachen. Außerdem haftet der Hauptmieter allein für die pünktliche Mietzahlung und für alle Schäden, die der oder die Untermieter beim Gebrauch der Wohnung verschulden. Oft muss er den Schaden sogar aus der eigenen Tasche bezahlen, denn die eigene Haftpflichtversicherung kommt nicht für solche von einem «Fremden» verursachten Schäden am Eigentum des Vermieters auf. Zusätzlich kann ihm sogar vom eigentlichen Vermieter gekündigt werden. Nach einem Urteil des Oberlandesgerichts Koblenz ist der Vermieter berechtigt, einem Mieter fristlos zu kündigen, dessen Untermieter sich vertragswidrig verhalten hat (Az. 10 U 125/95).

Hat der Untermieter einen Kündigungsschutz? Nein. Der Vertrag mit dem Untermieter kann vom Hauptmieter jederzeit gekündigt werden. Kündigt der Hauptmieter wegen Eigenbedarf, kann er dies mit einer dreimonatigen Frist tun. Eine Kündigung ohne Begründung ist innerhalb der normalen gesetzlichen Kündigungsfrist möglich, die je nach Mietdauer drei, sechs oder neun Monate beträgt. Lebt der Untermieter in einem möblierten Zimmer, kann ihm sogar schon mit einer Zwei-Wochen-Frist zum Ablauf des Monats gekündigt werden.

ham/som/news.de/dapd

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