65 Jahre Bikini Sparsam im Stoffverbrauch

Heiße Hülle (Foto)
Inspiriert von Manga-Comics sind die heißen Kreationen des Bikini-Designers Mathias Angelov. Bild: Saxini / Mathias Angelov

Jan GrundmannVon news.de-Redakteur
Nur eine Striptease-Tänzerin wollte ihn öffentlich tragen: Der Stofffetzen zum Schnüren sorgte vor 65 Jahren für einen Aufschrei. Doch er setzte sich durch. Heute bedeckt er spärlich Haut am Strand. Zum Geburtstag hat ein Sachse den Bikini neu erfunden - und mit Stoff gegeizt.

Louis Réar war ein Maschinenbauingenieur mit einem Faible für nackte Haut. Anders ist es wohl nicht zu erklären, dass er als Strandmode einen Stofffetzen mit Schnüren erfand. Doch der war den Mannequins kurz nach dem Zweiten Weltkrieg zu unverhüllt, zu unanständig. Deshalb verpflichtete Réar die Striptease-Tänzerin Micheline Bernardini für die öffentliche Präsentation im Pariser Nobelschwimmbad Molitor.

Das Oberteil verdeckte nur die Brüste, das hoch geschnittene Dreieck verhüllte nur die Scham. Die 28-jährige Micheline stand in Absatzschuhen am Beckenrand, eine Hand am Geländer, und lächelte. Die Präsentation am 5. Juli 1946 schlug in der Modewelt ein wie eine Bombe. Weil die US-Amerikaner in dieser Zeit auf dem Bikini-Atoll im Pazifik testweise Atomsprengköpfe explodieren ließen und es sich um Inseln mit Strand handelt, stand der Name für den Stofffetzen nun fest.

Bikini
Heiße Stofffetzen für den Strand
Heiße Stofffetzen für den Strand (Foto) Zur Fotostrecke

Neue Ideen für ausgefallene Bikinis gesucht

Doch öffentlich nackte Haut zeigen? Nein, für den Bikini war die Welt noch nicht bereit. Er wurde zunächst an fast allen Stränden dieser Welt verboten. Erst seit Mitte der 1960er Jahre räumt der Zweiteiler ab.

Zum 65. Geburtstag hat ein sächsischer Designer ihn jetzt neu erfunden. Denn ihm war die Konfektion zu langweilig. Mathias Angelov, 46, arbeitet in Leipzig als freier Fotograf, Grafiker, Designer. Mit heißen Mädels hat er seit Jahren zu tun, er fotografiert sie für Männermagazine und Motorradkalender. «Der Auftraggeber bestand auf ungewöhnlichen Outfits für die Girls. Aber es ist wirklich schwer, etwas Ausgefallenes zu finden», sagt Angelov.

Sachse findet Inspiration in Mangas

Er fertigte deshalb Skizzen für eigene Bikinis an, inspirieren ließ er sich durch Comics und japanische Mangas. «Aus den knallbunten Zeichnungen reale Teile zu kreieren ist eine echt harte Nuss», sagt er. Eine Freundin arbeitet als Schneiderin mit. Gemeinsam ertüftelten sie Outfits, jetzt hat Angelov sein eigenes Bikini-Label gegründet: Saxini.

Eigentlich seien die Teile «viel zu sexy für den Strand», findet Angelov. Doch wer soll den reduzierten Stofffetzen dann tragen? «Aufgeschlossene Pärchen, die gerne provozieren», sagt Angelov. Oder Leute, die in Clubs gehen und sich mit Gleichgesinnten zu Partys verabreden wollen. «Gut sind die Modelle für Stripshows oder Fotoshootings.»

Ab ins Freibad
So schmeicheln Bikini und Badeanzug der Figur
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Mainstream-Bikinis, findet Mathias Angelov, seien dagegen meistens bunt bedruckt und bezögen ihre Wirkung nicht aus der Form, die sich fast immer wiederhole, sondern aus Farben und Mustern. Das biete wenig Gestaltungsspielraum für Experimente. «Aber sie sind viel besser zum Baden geeignet», gibt er zu.

Die schärfsten Bikini-Kreationen des sächsischen Designers sehen Sie in unserer Fotostrecke.

iwi/news.de

Leserkommentare (6) Jetzt Artikel kommentieren
  • moilein
  • Kommentar 6
  • 06.07.2011 09:11

Bohhh, mein Gott wat hässlich!!!!

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  • Ellipirelli
  • Kommentar 5
  • 05.07.2011 23:19

P.S. Guck Dir einfach mal die Bildergalerie an,das ist nicht nur grenzwertig,das ist zum Großteil nuttig hoch zehn..

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  • Ellipirelli
  • Kommentar 4
  • 05.07.2011 23:15
Antwort auf Kommentar 3

Wie kommst Du drauf,daß ich nicht weiß,was ein Porno ist?Kennst mich doch überhaupt nicht..? Bei einem liegt die Toleranzschwelle eben höhrer,als beim anderen.Und ich finds nun mal absolut daneben,wenn frau sich so am Strand produzieren möchte.Aber Anstand wird ja hierzulande nur noch klein geschrieben...

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