Kündigung Kein Rausschmiss für Dauerkranke

Dauerhaft krank rechtfertigt keinen Rauschmiss (Foto)
Gekündigt wegen vieler Krankentage: Kündigung ist da nicht immer eine Option für Arbeitgeber. Bild: dpa

Rund 17 Tage waren deutsche Arbeitnehmer im Jahr 2009 krank. Wenig im Vergleich zu einem Beschäftigten, der nun wegen seiner ständigen Fehltage die Kündigung bekam. Zu Unrecht, entschied das Landesarbeitsgericht Hamm.

Nur weil er häufig krank geschrieben war, darf ein Arbeitnehmer nicht personenbedingt gekündigt werden. Die Richter des Landesarbeitsgerichts Hamm entschieden, der Rausschmiss sei nur dann gerechtfertig, wenn die Krankschreibungen den Arbeitgeber in Zukunft unzumutbar belaste (Az. 13 Sa 1939/10). Haben zurückliegende Erkrankungen aber keine Ursache - und damit auch kein Rückfallrisiko -, dann sei nicht von einer Unzumutbarkeit auszugehen.

Der betroffene Kläger war in den Jahren 2006 bis 2009 jeweils zwischen 33 und 103 Arbeitstage krank geschrieben. Der Arbeitgeber leistete dafür eine Entgeltfortzahlung in Höhe von 15.500 Euro. Dennoch hielten sowohl das Arbeitsgericht als auch das Landesarbeitsgericht die vom Arbeitgeber ausgesprochene krankheitsbedingte Kündigung für unverhältnismäßig.

Bagatellkündigungen
Gekündigt wegen nichts?

Eine «extrem hohe» Belastung durch die Entgeltfortzahlung, die das Bundesarbeitsgericht zur Bedingung für eine krankheitsbedingte Kündigung gemacht habe, liege nicht vor, befanden die Richter am Landesarbeitsgericht. Zudem sei die Wahrscheinlichkeit einer wiederholten Krankschreibung wegen des gleichen Leidens gering. Schließlich müsse auch berücksichtigt werden, dass der Kläger von 21 Jahren im Betrieb 17 Jahre offenbar weitgehend ohne Krankheitstage gearbeitet habe.

ham/rzf/som/news.de/dapd

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