Roskilde-Festival Deutsche stürzt 30 Meter in den Tod

Tödlicher Sturz beim Roskilde-Festival (Foto)
Von diesem Turm stürzte eine 30-jährige Deutsche in den Tod. Bild: dapd

Von Thomas Borchert
Eine nackte Frau stürzt am letzten Tag des Roskilde-Rockfestivals von einem Turm aus 30 Metern in den Tod. Die dänische Polizei ist sich weitgehend sicher, dass das Opfer aus Deutschland kommt. Alle anderen Hintergründe bleiben vorerst unklar.

Ein mysteriöser Unfall mit einem wahrscheinlich deutschen Opfer hat am Sonntag lange Schatten über das sonst so fröhliche Roskilde-Rockfestival geworfen: Aus 30 Meter Höhe stürzte am Nachmittag eine nackte Frau vom Turm einer Seilbahn in die Tiefe und war sofort tot.

Die Polizei in der Kleinstadt westlich von Kopenhagen war sich am Abend ziemlich sicher, dass das Opfer aus Deutschland kam. Weitere Angaben zu Alter und genauer Herkunft sowie zu möglichen Hintergründen wollte Polizeisprecher Carsten Andersen nicht machen: «Wir sind mit unseren Nachforschungen noch nicht so weit.»

Er bestätigte, dass die Frau unbekleidet in den Fahrstuhl zur Turmspitze gestiegen war. Von dort aus konnten Festivalbesucher an einem Seil wieder Richtung Boden schweben. Dass die Tote möglicherweise Opfer eines Verbrechens gewesen sein könnte, schloss die Polizei aus. Wie genau und warum sie aber in die Tiefe stürzte, blieb unklar. Zunächst hatte es geheißen, die Tote sei 25 Jahre alt. Die Polizei korrigierte dass Alter später auf Mitte 30.

Das Roskilde-Festival mit in diesem Jahr wieder 75 000 Besuchern gilt als betont freundliche und so gut wie immer gewaltfreie Veranstaltung. Beim schlimmsten Unfall in der 41-jährigen Festival-Geschichte kamen im Jahr 2000 neun junge Männer bei einem Konzert der US-Band Pearl Jam ums Leben. Die nachrückende Menge hatte sie erdrückt.

Die Stimmung beim diesjährigen Festival galt als gut und bis zum Unglück am Sonntagnachmittag um 14.33 Uhr als völlig entspannt. Zu den Hauptattraktionen gehörten Iron Maiden, die Arctic Monkeys, Kings Of Leon, M.I.A., The Strokes, PJ Harvey und Portishead.

Am Samstagabend erlebten die Besucher wolkenbruchartigen Regen, der unter anderem die Autobahnverbindung ins 30 km entfernte Kopenhagen unterbrach. Auch zahlreiche Züge mussten bis Sonntagabend abgesagt werden.

Die dänischen Veranstalter bezeichneten das Festival unmittelbar vor Bekanntwerden des tödlichen Unfalls als Erfolg. Trotz Extrakosten wegen der starken Regenfälle seien 10 Millionen Kronen (1,3 Millionen Euro) Überschuss in die Kasse gekommen. Das Roskilde-Festival wird alljährlich von einem nichtkommerziellen Fonds mit gut 20 000 freiwilligen Helfern organisiert. Überschüsse gehen an Jugendprojekte sowie andere kulturelle und soziale Aktivitäten.

cvd/news.de/dpa

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig