Christopher Street Day Schrille Gayparade in Köln

CSD-Parade Koeln (Foto)
100 Wagen und 143 verschiedene Fußgruppen sind bei der traditionellen Parade zum Christopher-Street-Day durch Köln gezogen. Bild: dapd

Von Benno Schwinghammer
Schwulen- und Lesbenparade in Köln: Der Christopher Street Day zieht zum 20. Mal durch die Domstadt. Für die homosexuelle Community geht es neben Lack und Leder auch um mehr Toleranz und Politik. News.de zeigt die besten Bilder.
 

Ein kleines Mädchen steht auf der Deutzer Brücke und zeigt mit großen Augen auf zwei Passanten. Die Mutter klärt ihre Tochter auf: «Nein, das ist jetzt mal 'ne echte Frau.» Das Mädchen nimmt etwas enttäuscht den Finger runter.

Der Himmel ist grau über Köln. Doch viele Paradiesvögel der lesbisch-schwulen Community halten sich sowieso an keine Kleiderordnung. André geht auf und ab, benutzt die getönte Scheibe des Polizeiwagens als Spiegel und fragt betont beiläufig: «Wo ist denn eigentlich dein Fotograf?»

Gesehen werden gehört zu jeder Regenbogenparade wie Festwagen und basslastige Musik. Nur wenige Meter weiter steht Jörg mit seinem rosa-lilafarbenen Festgewand aus Pailletten. Auf dem Rücken trägt der 42-Jährige ein wagenradähnliches Plüschkonstrukt, besetzt mit pinkfarbenen Federn. «Grad bin ich aus Las Vegas wiedergekommen und habe mich da von der glamourösen Stimmung inspirieren lassen.» Auf dem CSD sei er deshalb ein «Las Vegay», im echten Leben dagegen in der Fernsehbranche: «Bei Bundeswehr TV produziere ich das Informationsprogramm für die deutschen Soldaten.»

Christopher Street Day
So schrill war der Kölner CSD
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Längst ist der CSD nicht mehr nur eine politische Demonstration für die Gleichstellung der Homosexuellen. Die Wirtschaft hat das Potenzial der Parade schon lange erkannt. Als Sponsoren schmücken Firmen viele Festwagen mit riesigen Bannern und werben so um die «DINK-Community» (double income, no kids - zwei Einkommen, keine Kinder, was zumindest oft stimmt). Ein Wasserbettenhersteller zeigt sich in seinem Slogan mäßig kreativ: «Irgendwann schläft jeder mit uns», steht auf der Werbetafel.

Nach Schlafen ist den Frauen und Männern vom Fetisch-Festwagen augenscheinlich nicht zumute. Alexander (33) trägt voller stolz eine lederne Schärpe mit der Aufschrift «Mr. Fetisch NRW», einen Titel, den ihm die Fetisch-Community dieses Jahr zugesprochen habe. Gut gelaunt verweist er auf die anderen Preisträger: «Das dahinten ist "Mr. Leather Hamburg" und dann kommt auch noch der IML, der "International Mr. Leather", das sei der Eric aus Paris.» Auf die Frage nach der Gruppe weiter rechts weicht die Euphorie etwas: «Ach die, das ist die Gummifraktion.»

cvd/news.de/dpa

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