Als Sklavin gehalten Entführungsopfer kannte Täter aus dem Internet

Tatort World Wide Web: Eine 20 Jahre alte Frau, die als Sklavin gehalten wurde, hatte ihre Entführer im Internet kennengelernt. Erst nach einem Jahr konnte sie aus ihrer Gefangenschaft flüchten - die verdächtige Familie bestreitet die Vorwürfe.

Sklavin (Foto)
Ein Jahr lang wurde eine 20 Jahre alte Frau als Sklavin gehalten. Bild: dpa

Der Fall einer 20-Jährigen, die nach eigenen Angaben monatelang wie eine Sklavin bei einer Familie im badischen Haßmersheim gefangen war, stellt die Ermittler vor Rätsel. Nach wie vor seien einige Fragen offen, hieß es aus dem Umfeld der Ermittler. So sei unklar, warum die Frau nicht früher geflohen ist. Nach Angaben von Zeugen ist sie mehrfach mit dem Sohn der Familie am Neckar spazieren gegangen. Die Polizei ermittelt wegen Geiselnahme.

Der Sohn und die Eltern sitzen in Untersuchungshaft. Ihnen wird vorgeworfen, die Frau rund ein Jahr lang wie eine Sklavin gefangen gehalten zu haben. Das mutmaßliche Opfer konnte schließlich durch ein offenes Fenster fliehen. Ungeklärt ist, wie die Frau in der Wohnung lebte, ob sie gefesselt war oder sich frei bewegen konnte.

Unterdessen wurde bekannt, dass die Familie bereits wegen einem ähnlichen Fall verurteilt worden ist. Der 51 Jahre Mann wurde 2002 in Heidelberg wegen Misshandlung Schutzbefohlener zu 4 Jahren und 6 Monaten verurteilt, die 45 Jahre alte Frau erhielt zwei Jahre auf Bewährung, so die Staatsanwaltschaft. Beide bestritten die aktuellen Vorwürfe, der Sohn habe ein Teilgeständnis abgelegt. Die 20 Jahre alte Frau soll eine Internetbekanntschaft des Sohnes sein.

Etwas ungewöhnliches ist niemandem aufgefallen

Beim mutmaßlichen Tatort handelt es sich um ein heruntergekommenes Mehrfamilienhaus mit sechs Parteien in unmittelbarer Nähe des Neckars. Die Familie sei im März eingezogen, sagte der Hausmeister Christian Pöppinghaus auf Anfrage. Die junge Frau habe er immer nur in Begleitung gesehen, sich aber nichts dabei gedacht. Wenn die Familie ausgegangen sei, habe der Vater das Auto vor die Haustür gefahren, dann seien alle gemeinsam eingestiegen. Anzeichen von Misshandlung habe er nicht wahrgenommen, sagte der Hausmeister.

Andere Zeugen berichteten, dass die Frau, die mit einer auffälligen Frisur die Blicke auf sich zog, öfter mit dem Sohn der Familie und dem Hund am Neckar unterwegs war. Ungewöhnliches sei ihnen dabei nicht aufgefallen.

 

beu/sca/news.de/dapd/dpa

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