Super-Gau in Japan Regierung gesteht Fehler in Fukushima ein

Fukushima (Foto)
Japans Regierung hat die Katastrophe in Fukushima falsch eingeschätzt. Das haben sie nun zugegeben. Bild: dapd

Von Mari Yamaguchi
Die Katastrophe war einfach nicht vorhersehbar: Die japanische Regierung hat in einem Bericht erklärt, dass sie nicht auf einen Atomunfall wie in Fukushima vorbereitet war. Nun sollen die Sicherheitsvorkehrungen in den AKWs erhöht werden.

Katastrophe in Japan

Die japanische Regierung hat eingestanden, nicht auf einen Atomunfall wie den in Fukushima vorbereitet gewesen zu sein. Gleichzeitig erklärte sie in einem Bericht an die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA), dass aus den beschädigten Reaktoren des Atomkraftwerks weit mehr Radioaktivität ausgetreten ist, als bisher gedacht.

Laut dem Bericht, den die für nukleare Notfälle zuständige Sonderarbeitsgruppe der Regierung erarbeitet hatte, schmolzen die Kerne in drei Reaktoren und durchbrachen wahrscheinlich auch die innere Schutzhülle, nachdem der Tsunami vom 11. März dieses Jahres die Energieversorgung und Kühlung des Kraftwerks außer Gefecht gesetzt hatte. Außerdem begann der Brennstoff im Reaktor 1 mehrere Stunden früher zu schmelzen als bisher angenommen.

Japan
Super-Gau in Fukushima

Neue Messmethode bringt erschreckende Ergebnisse

Der Bericht bezieht auch eine vorläufige Einschätzung eines Teams der IAEA ein. Japan gesteht darin zudem einen Mangel an Unabhängigkeit bei der Atomsicherheitsbehörde NISA ein und verspricht eine Erhöhung der Sicherheitsvorkehrungen.

Erst am Montag hatte die NISA die Schätzung darüber, wie viel Radioaktivität aus den beschädigten Reaktoren in Fukushima ausgetreten ist, verdoppelt. Die damit erreichte Menge wäre mehr als ein Fünftel jener radioaktiven Verseuchung, die nach dem Atomunfall in Tschernobyl in die Luft gelangt war.

Nach Angaben der NISA wurde bei ihrer Untersuchung eine andere Methode angewendet als bei der Analyse durch den Kraftwerksbetreiber Tepco im vergangenen Monat. Die jetzige Methode würde die Realität besser widerspiegeln, hieß es.

beu/boi/news.de/dapd

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