Moderne Küche Frischer Pepp mit Lack und Fototapete

Es gibt sie noch, die Küchen, die den Charme der 1980er Jahre verströmen. Wer davon die Nase voll hat, muss sich deshalb noch lange keine neue, oft teure Küche kaufen. Mit etwas Geschick lässt sich die alte Variante modern aufpeppen.

Küchen im modernen Design (Foto)
Hightech-Küchen sind in. Wer nicht so viel Geld übrig hat, der kann sein altes Modell in Eigenregie überarbeiten. Bild: Koelnmesse

Natürlich muss investieren, wer keine neue Küche kaufen will: Herd, Kühlschrank, Geschirrspüler - Haushaltsgeräte sollten in einer Küche modernen Energiestandards entsprechen. Küchenplatten und Schrankfronten lassen sich hingegen preisgünstig austauschen oder überstreichen.

«Wenn die Fronten mit sogenanntem Melaminharz - auch unter dem Namen Resopal bekannt - beschichtet sind, können diese überstrichen werden», sagt Maribel Goncalves von der Do-It-Yourself-Academy in Köln. Im Baumarkt gebe es Speziallacke für Möbel mit Melaminoberflächen zu kaufen.

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«Vor dem Anstrich werden die Küchenfronten zunächst mit Anlauger und Küchenschwamm gründlich gereinigt und entfettet», erläutert Goncalves. Anschließend müsse der Untergrund mit Schleifpapier der Stärke 240 bearbeitet werden. Eine Grundierung sorge für eine gute Haftung und mache den Lack strapazierfähig, der anschließend in zwei Anstrichen aufgetragen wird. Ganz wichtig: Beim Arbeiten sollte man die Farbrolle nicht am Rand der Küchenoberflächen ansetzen, sondern immer etwas darunter oder daneben.

Alte Küche, neues Gesicht

Vom Anstrich der Küchenmöbel rät Ludger Küper, Direktor des Paint Quality Institute im hessischen Schwalbach, ab. Küchenoberflächen werden stark strapaziert - Messer oder Ringe können die Oberfläche leicht beschädigen. Küper empfiehlt nur bei sehr alten Küchenmöbeln, etwa in Studentenbuden, den Griff zum Pinsel.

Die Alternative der Stiftung Warentest: Küchenfronten kann ein Heimwerker gegen neue austauschen, wenn die Korpusse noch in Ordnung sind. Meist sei es möglich, die Tür-Scharniere weiterzuverwenden, sofern sie noch einwandfrei funktionierten. Wenn ihre Positionen unterschiedlich sind, müssen neue Löcher gebohrt werden. Praktischer Helfer: einer Raster-32-Lochschablone aus dem Baumarkt.

«Beim Austausch von Kochfeldern und Spülen ist häufig auch der Austausch der Arbeitsplatte notwendig», sagt Frank Hüther, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Moderne Küche. So wirke die Küche gleich anders.

Bevor die Arbeitsplatte abgenommen wird, müssen Spüle, Armatur, Abfluss, Kochfeld und Wandabschlussleisten entfernt werden, erläutert die Stiftung Warentest. Anschließend werden die Umrisse der neuen Geräte auf die neue Arbeitsplatte übertragen - ist diese aus Holz oder Holzwerkstoffen, können Heimwerker diese selbst aussägen. Bei Steinplatten sollte das lieber der Lieferant tun.

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Bei Mietküchen den Vermieter fragen

Unansehnliche Fliesen können unter Lack verschwinden, sagt Maribel Goncalves. Ist der alte Untergrund tragfähig, kann über alte Fliesen ein neuer Belag gefliest werden. Beides lässt sich aber nicht wieder entfernen - daher müssen diese Veränderungen in Mietwohnungen vom Vermieter erlaubt werden.

Wer das nicht darf, hat andere Möglichkeiten: «Hässliche Fliesen können auch durch große, mit Farbe beschichtete Wände aus Sicherheitsglas getarnt werden», rät Goncalves. Das Glas lasse sich besser reinigen als Fliesen, da es keine Fugen hat. Auch Edelstahlpaneele zwischen Ober- und Unterschränken sind möglich.

Kreativ und günstig ist es, Fliesen mit einer dünnen Sperrholzplatte zu verkleiden, die mit Fototapete beklebt wird. Goncalves empfiehlt, vor diese Wand noch ein Plexiglas zu hängen, um sie zu schützen. Die Konstruktion sollte aber nicht hinter dem Herd angebracht werden, da sie leicht Feuer fangen könne.

Ist die Küche in einer Mietwohnung im Laufe der Jahre kaputtgegangen, hat der Mieter Anspruch auf eine Küche von gleicher Qualität wie beim Einzug. Das erläutert Ulrich Ropertz vom Deutschen Mieterbund in Berlin. Will ein Mieter aber die vorhandene Küche ohne Grund gegen eine höherwertige Küche oder gegen Möbel nach eigenem Geschmack austauschen, sollte er die Schränke aufbewahren. Denn beim Auszug könne der Vermieter die Wiederherstellung des alten Zustands verlangen. Am besten vorher mit dem Vermieter sprechen.

ham/sis/bok/news.de/dpa

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