Tag des Fahrrads Grüne Welle für zwei Räder

Fahrrad (Foto)
Am 3. Juni ist der Tag des Fahrrads. Bild: dapd

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Vier Millionen Menschen fahren mit dem Fahrrad zur Arbeit - aber es könnten noch mehr sein, sagt der ADFC. Doch in vielen Städten fehlen die Anreize. Und dann ist da noch der natürliche Feind des Fahrradfahrers: der Fußgänger.

Seine Familie wurde durch Autos reich und trotzdem war er Fan einer anderen Fortbewegungsart. Adam Opel liebte es, Fahrrad zu fahren. «Bei keiner anderen Erfindung ist das Nützliche mit dem Angenehmen so innig verbunden, wie beim Fahrrad», sagte er. In seinem eigenen Unternehmen liess er Räder bauen, über Autos sagte er kurz vor seinem Tod: «Aus diesem Stinkkasten wird nie mehr werden, als ein Spielzeug für Millionäre, die nicht wissen, wie sie ihr Geld wegwerfen sollen.»

Heute fahren die meisten Menschen mit dem Auto zur Arbeit, zum Einkaufen, zu Freunden. Und trotzdem: In Deutschland gibt es 70 Millionen Fahrräder, jeder zweite fährt mindestens einmal die Woche mit seinem Rad. Am Tag des Fahrrads, dem 3. Juni, soll daran erinnert werden, dass noch viel mehr Menschen beispielsweise mit dem Rad zur Arbeit fahren könnten - oder zum Einkaufen, in den Park, zu Freunden.

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«Vier Millionen Menschen fahren mit dem Rad zur Arbeit», sagt Bettina Cibulski, Pressesprecherin des ADFC, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub. «Rein rechnerisch könnten es aber sieben Millionen mehr sein.» Bis zu zehn Kilometer könne jeder locker mit dem Fahrrad zurücklegen - dafür brauche man kein Auto.

Grüne Welle für die Fahrradfahrer

Das Fahrrad ist in. «Radfahren ist ein Megatrend», sagt die Sprecherin: «Aber nur, wenn die Rahmenbedinungen stimmen.» Breite Wege, eine gute Ampelschaltung für die grüne Welle, das Gefühl, nicht sofort von einem Lastwagen überrollt zu werden. All das ist wichtig. Mit gutem Beispiel würden München, Berlin und Frankfurt/Main voranfahren, Hamburg und Köln seien eher abschreckende Beispiele, sagt sie.

Und dann gibt es da noch den ewigen Kampf. Den zwischen Fahrradfahrer und Fußgänger. Beide beschimpfen sich gegenseitig als «Verkehrs-Rowdys», beanspruchen den größeren Teil des Bürgersteigs für sich - natürlich. Das hat - sagt Bettina Cibulski - einen einfachen Grund: «In Verkehrsplanungen spielen Fahrradfahrer gar keine Rolle.» Für die Autos gibt es die Straßen, für die Fußgänger den Gehweg - und für den Fahrradfahrer?

Gerade in den Städten wird das Fahrrad immer wichtiger. Die Straßen können in einigen Städten kaum noch mehr Autos aufnehmen - für Fahrräder ist aber noch eine Menge Platz. Und eine weitere Entwicklung spricht für das Fahrrad: «Junge Menschen sehen das Auto nicht mehr als Statussymbol an», sagt Bettina Cibulski. 80 Prozent der Stadtbewohner seien ohnehin der Ansicht, dass man in der Stadt kein Auto brauche. Und die steigen eben aufs Fahrrad. Da liegt ein weiterer Vorteil auf der Hand: «Wer viel Fahrrad fährt, der bleibt gesund - auch im Alter.»

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cvd/news.de

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