31.05.2011, 06.18 Uhr

Arbeitsrecht: Die wichtigsten Urlaubsregeln

Nehmen, auszahlen lassen oder gar verzichten? Viele Arbeitnehmer wissen bei einer Kündigung nicht, welchen Urlaubsanspruch sie geltend machen können. News.de erklärt, wann Ihnen wie viel Urlaub zusteht und in welchen Verträgen Zusatzklauseln lauern.

Wer seinen Job kündigt, hat Anspruch auf den Mindesturlaub. Manchmal taugt das für einen Kurzurlaub. Bild: dapd

Kündigt ein Mitarbeiter, muss der Arbeitgeber den verbliebenen Urlaub innerhalb der Kündigungsfrist gewähren oder auszahlen. Dabei gilt: Wer innerhalb des ersten Halbjahres den Job aufgibt, hat nur anteilig Anspruch. Für jeden vollen Beschäftigungsmonat gibt es dann ein Zwölftel des Jahresurlaubs.

Wer nach dem 1. Juli oder später Abschied vom Unternehmen nimmt, hat Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub. Laut Bundesurlaubsgesetz (BUrlG, Paragraf 4) sind das 24 Werktage. Dies gilt, sofern ein Arbeitnehmer mindestens sechs Monate in diesem Unternehmen beschäftigt war.

Wer bereits mehr Tage vom Mindestanspruch genommen, diese aber noch nicht erarbeitet hat, muss diesen nicht hereinarbeiten oder zurückzahlen (BUrlG, Paragraf 5, Absatz 3). Dies gilt für den gesetzlichen Mindesturlaub von 24 Tagen. Ist im Arbeits- oder Tarifvertrag ein längerer Urlaub vereinbart, beispielsweise 28 Tage, muss davon zu viel genommener Urlaub unter Umständen zurückgezahlt werden.

Wer seinen Jahresurlaub bereits beim alten Arbeitgeber genommen hat, bekommt beim neuen keine zusätzlichen freien Tage. Die Unternehmen sind verpflichtet, bereits abgegoltenen Urlaub zu melden (BUrlG, Paragraf 6).

Kann der Urlaub nur noch ausbezahlt werden, richtet sich die Höhe nach dem durchschnittlichen Entgelt der vergangenen 13 Wochen (BUrlG, Paragraf 11). Für die Steuererklärung gilt die Summe als zu versteuerndes Einkommen.

Verzichten können Arbeitnehmer nicht auf Urlaub. Auch dann nicht, wenn ein Aufhebungsvertrag geschlossen wurde. Der gesetzliche Mindesturlaub bleibt laut einer Entscheidung des Bundesarbeitsgerichts (Az. 9 ARZ 812/96) auf jeden Fall erhalten.

ham/zij/som/news.de/dapd

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