FC Bayern München Tofu-Orden für Wurstfabrikant Hoeneß

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News.de-Redakteurin Isabelle Wiedemeier Bild: news.de

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Das vegetarierfreundlichste Stadion im Land hat der FC Bayern. Sagt die Tierschutzorganisation Peta. Schräge Sache, wird der Verein doch von einem Wurstfabrikanten geführt. Stecken Peta und Uli Hoeneß unter einer Decke?

Fleisch und Fußball passen irgendwie zusammen. Beide verbindet eine maskuline Ausstrahlung, sie sind schwer, kraftvoll, manchmal zäh, und an ihnen scheiden sich die Geister: Fans verschiedener Fußballclubs ertragen sich genauso schlecht wie Fleischesser und Vegetarier. Zum Fußball passen Bier und Grillwurst, an Wein und blanchiertem Gemüse dürfen sich gern die Tanztheatergänger erfreuen. Wozu schließlich ist Bayern-Manager Uli Hoeneß Wurstfabrikant?

Diese Linie, so klar gezogen wie die um den Strafraum, weicht ausgerechnet die Tierschutzorganisation Peta auf - selbst eher bekannt für Radikalität als für Kuschelkurs. Seit 2005 wählt Peta einfach mal so das vegetarierfreundlichste Fußballstadion. Vegetarierfreundliche Restaurants sind wir ja inzwischen gewohnt, Mensen bieten Vegetariermenüs an, London ist die vegetarierfreundlichste Stadt der Welt, Berlin die Deutschlands und der vegetarierfreundlichste Knast liegt in Aachen. Da fällt es gar nicht auf, wenn wir auch vegetarierfreundliche Stadien wählen - und damit einen Keil treiben zwischen Fußball und Fleisch, mögen sich die Peta-Tierfreunde gedacht haben. Derart subversives Denken passt schon eher zu ihnen.

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Doch das Kuriose ist: Die Stadien springen darauf an. Wo für Vegetarier früher die Stadionbrezel das höchste der Gefühle blieb, gehören heute Pommes, Baguettes und Pizza zum Standard, und mancherorts wird sogar mit Tofu-Würstchen und Auberginentaschen gewuchert. Gut, «mancherorts» ist Freiburg oder St. Pauli, die haben ohnehin den grün-alternativen Stempel. Doch Platz 1 in Sachen Vegetarierfreundlichkeit belegt ausgerechnet der 1. FC Wurstfabrikant: Bayern München!

Das Verhältnis zwischen dem FC Bayern und Vegetariern ist ganz offenbar tief ambivalent. Immerhin spielte auch der Schweizer Alain Sutter, der einzige über Google definitiv als Vegetarier zu outende Fußballer, ein Jahr lang für die Münchner. Doch damals, es war 1994/95, stand Uli Hoeneß' Vegetarier-Abwehr noch sicherer. Er riet dem Mittelfeldspieler, der eine Viruserkrankung mit Homöopathie zu bekämpfen versuchte, «auf sein Müsli zu verzichten und sich einen ordentlichen Schweinebraten einzuverleiben», wie die Rheinische Post zitiert. Kurz darauf ergriff Sutter die Flucht - nach Freiburg.

Vielleicht ist aber auch gar nicht Uli Hoeneß schwach geworden - sondern Peta hat es sich zu einfach gemacht und ist dem FC Bayern aufgesessen. Denn sieht man sich dessen Nahrungsangebot an, kann von Vegetarierträumen keine Rede sein. Das fleischlose Standardprogramm wird durch Apfeltaschen, Muffins und Donuts ergänzt. Da kommt man natürlich leicht auf zehn vegetarische Alternativen – ein Schelm, wer dabei an die Kooperation von Hoeneß Wurstfabrik mit McDonald's denkt.

Vielleicht ist die Frage, wer hier wem ein Ei legt, auch gänzlich falsch. Vermutlich wäscht hier einfach eine Hand die andere. Peta unterwandert den Fußball vegetarisch und Hoeneß jubelt Vegetariern den FC Bayern unter. Darauf ein Tofuwürstchen.

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beu/news.de

Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 1
  • 18.05.2011 07:22

Vegetarier leben gesünder. Denn Fleischverzehr fördert das Risiko von Herzinfakten, Blinddarmentzündungen, Bluthochdruck, Osteoporose, Arthritis, Magengeschwüren, Nierensteinen, Diabetes und Krebs!

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