Kriminelle Rentner Vorsicht, sie hat einen Rollator!

Seniorin zerkratzt Lack (Foto)
Kittelschürze und Kriminalität gehen manchmal Hand in Hand. Bild: iStockphoto

Von news.de-Redakteurin Ulrike Bertus
Wer glaubt, Straftäter sind immer nur jung, der irrt: Auch Senioren haben es faustdick hinter den Ohren. Zerkratzte Autos, Drogenschmuggel im großen Stil und Entführung - Verbrechen kennt keinen Ruhestand.

Kittelschürze, Kaffeekränzchen und Kriminalität können manchmal Hand in Hand gehen. Denn Straftäter sind nicht immer jung, manchmal ist es auch die nette Omi von nebenan, die mit ihrem Rollator so friedlich aussieht. Als könne sie kein Wässerchen trüben.

Doch der Schein kann trügen. In Osnabrück wurde nun eine 85 Jahre alte Frau erwischt, die mit ihrem Schlüssel den Lack von 14 Autos zerkratzt haben soll. Sie bestreitet die Tat, doch in der Tasche ihrer Jacke fand die Polizei das Tatwerkzeug.

Nicht immer geht es um Sachbeschädigung. 2009 entführten fünf Senioren ihren ehemaligen Steuerberater, weil er Geld von ihnen veruntreut haben soll. Der Mann wurde mehrere Tage in eine Holzkiste gesperrt, aber die Senioren nannten es «ein paar Tage Urlaub in Oberbayern». Der Finanzberater musste von einem Sondereinsatzkommando der Polizei aus dem «Urlaub» befreit werden.

Kriminelle Rentner
Alter schützt vor Verbrechen nicht
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Senioren hinter französischen Gardinen

Auch eine Bande von Bankräubern hatte eigentlich schon längst die Grenze für den Ruhestand überschritten. Gemeinsam überfielen die Männer mehrere Banken und gingen dabei nicht immer sanft zur Sache: Mit Waffen bedrohten sie die Angestellten, einer Frau verdrehten sie sogar den Arm. Als Grund für die Überfälle gab einer der Täter an, Angst vor dem Altersheim zu haben. Er bekomme keine Rente, sagte er. Nun gibt es statt Altersheim den Knast.

Kurz vor der Rente standen drei Männer aus Niedersachsen. Sie schmuggelten 1236 Kilogramm Haschisch nach Frankreich - und wurden erwischt. Die Männer im Alter von 51, 53 und 58 Jahren wurden zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von mehr als einer Million Euro verurteilt. Sie sitzen nun hinter französischen Gardinen. Übrigens ebenso wie der älteste Dealer, der je verhaftet wurde: Der Mann, der eine einschlägige Größe im Drogenhandel gewesen sein soll, war bei der Festnahme 83 Jahre alt.

Noch mehr Senioren im kriminellen Ruhestand sehen Sie in unserer Bilderstrecke.

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Insgesamt 33,1 Kilo Bienen sind um seinen Körper geflogen und krabbelten über seine Haut. (Foto) Zur Fotostrecke

bas/reu/news.de/dpa

Leserkommentare (16) Jetzt Artikel kommentieren
  • Ellipirelli
  • Kommentar 16
  • 05.10.2011 15:36

Ist es die Angst vor dem Sterben,was die alten Leute so bescheuert werden lässt?NEID,und das Gefühl,"zu kurz gekommen" zu sein? Die müssen doch wissen,daß es nur noch ne kurze Zeit dauert,bis sie vor ihrem Schöpfer stehen.Könnten die nicht stattdessen versuchen,ihr(verkorkstes) Leben noch in Ordnung zu bringen? Wenn man mit 80 noch so idiotisch wird,dann hoff ich mal,selbst beizeiten gehn zu können,bevor ich mich zur Bekloppten mache...

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  • Pit
  • Kommentar 15
  • 13.05.2011 21:44

Da wir durchschnittlichen Rentner eh so wenig Rente erhalten, 1200 € im sauteuren München, kann ich gut verstehen, wenn Rentner endlich auf die Barikaden gehen. Und wenn Schweinebanken uns Anleger z.B. mit Schrottimmobilien noch abzocken ( Altersvorsorge), dann kann ich verstehen, dass manche Rentner kriminell werden! Und hier bekomme ich eine Wut, wenn diese Abzockerbanken noch vom Staat ( Steuergelder ) Milliardengelder erhalten!

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  • gonzales
  • Kommentar 14
  • 12.05.2011 23:20

Schön, dass sich nicht alle älteren Menschen einschüchtern lassen. Nun ja, Betrug muss nicht unbedingt sein, es baut sich aber so viel Agression auf, wenn man z. B. von Behördenangestellten wie Dreck, eben minderwertig und ohne Kopfinhalt, behandelt wird. Obwohl ich nicht ganz sicher bin, ob dies vom Alter abhängig ist. Man wird halt empfindlicher und läßt sich gerne einreden, dass Rechte und Lebensberechtigung gar nicht mehr vorhanden sind.

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