Raumgestaltung Schöner schlafen

Von Katrin Theiner
Moderne Bettwäsche muss heute mehr als praktisch sein. Florale Muster, dezente Farben und natürliche Materialien bestimmen inzwischen das Schlafzimmer. Aus dem Nachtlager wird ein in Sachen Design optimierter Wohnraum.

«Stoffe und Bettwäsche im Schlafzimmer werden immer mehr zum schönen Hingucker», sagt Textildesignerin Mervi Windels aus Oldenburg. Die neuen Kollektionen der Bettwäschehersteller bieten für alle etwas. «Blumenmotive, Ranken und Schmetterlinge sind zur Zeit sehr beliebt», hat Windels beobachtet.

Waren Blümchenmuster in allen Farben schon immer ein beliebtes Motiv für Bettdecken und Kopfkissen, unterscheiden sich aktuelle Designs maßgeblich von den alten. «Groß ist die Nachfrage nach Bezügen mit ein oder zwei riesigen Blüten in kräftigen Farben», sagt die Expertin. Dabei spielten die Lieblingsblumen eine große Rolle. «Leute fragen gezielt nach bestimmten Blumen wie Mohn, Sonnenblumen, Löwenzahn, Moosglöckchen und Kornblumen oder nach Ranken und Blättern», sagt Windels.

Während das Motiv in diesem Jahr besonders farbenfroh sein darf, sind für die Grundfarben von Decke und Kissen dezente Töne gefragt. «Damit das bunte Motiv gut zur Geltung kommt, möchten viele Leute einen schlichten Hintergrund in weiß, beige oder grau», sagt die Designerin. Wer sich intensivere Farbkleckse im schlichten Schlafzimmer wünscht, wird in den Kollektionen ebenfalls fündig. Psychedelisch anmutende Farben und Muster zum Beispiel, die an Lavalampen erinnern, werden zum optischen Anziehungspunkt.

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Schlichte Bezüge und dezente Farben gibt es aber auch. «Zurückhaltende Pastell-Farbtöne sind stark präsent und die Töne Beige und Braun feiern in der kommenden Saison ihr Comeback», sagt Heike Dietz, Trend-Koordinatorin der Heimtextil-Messe in Frankfurt.

In vielen Einrichtungskonzepten dominieren derzeit natürliche Farben und florale Formen. Im Bettwäschedesign aber hätten sich die Designer, die auf der Messe vertreten waren, von aktuellen Strömungen aus Kunst, Mode und Architektur inspirieren lassen, sagt Heike Dietz.

Auf der Messe zu sehen waren zum Beispiel strikte Muster und konstruierte Formen, ob verschachtelt oder labyrinthartig, sowie großflächige Motive: wie Kreise, Rauten, Kästen oder Striche, die an Teile aus technischen Geräten erinnern. Bei diesen Designs herrschen allerdings gedeckte Farben vor.

Ob Wendebettwäsche oder beidseitig einheitlich - die Wahl der Bettwäsche ist wichtiger geworden: «Betten sollen auch am Tag schön und gemütlich aussehen und zum Gesamtbild des Schlafzimmers passen», sagt Mervi Windels. Waren die Bezüge von Decke und Kissen früher praktischer Schutz des Bettzeugs, sind sie heute Designelemente, die dem Einrichtungsstil des Raumes angepasst werden.

Natur findet sich nicht nur im Design wieder. «Natürliche Stoffe wie Baumwollsatin sind angenehm an der Haut, sehen schön aus und sind pflegeleicht», sagt die Textildesignerin. Auch altbewährte Materialien stehen hoch im Kurs. «Nach Leinen wird auch wieder gefragt», sagt Windels. Qualität sei ein wichtiger Faktor bei Bettwäsche. «Es zeigt sich eine deutliche Tendenz zu qualitativ hochwertigen, nachhaltigen und langlebigen Produkten», weiß auch Heike Dietz.

Die Schnitte der Bezüge müssen bequem und einfach zu handhaben sein. «Dezente Seitenschlitze am Deckenbezug ermöglichen ein einfaches Aufschütteln und Zurechtrücken der inneren Decke», sagt die Expertin. Die Verschlüsse sind dem Design angepasst. «Schöne Knöpfe aus verschiedenen Materialien mit dekorativen und aufwändigen Laschen werden zur Zeit häufig verwendet», sagt die Textildesignerin. Wer keine Knöpfe will, kann Modelle wählen, die sich zubinden lassen. «Kleine und große Schleifen zum Verschließen sind sehr beliebt und sehen schön aus», sagt Windels.

ham/som/sca/news.de/dapd

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