Donnerstag in Kürze News am Morgen

Japan (Foto)
Ein Mundschutz hilft kaum gegen Radioaktivität. Die steigt im Meer vor Fukushima immer weiter. Bild: dapd

Japan plant keine Ausweitung der Evakuierungszone um Fukushima, die Radioaktivität im Meer steigt weiter. Der libysche Außenminister flieht nach London und die Lokführer im privaten Bahnverkehr streiken seit der Nacht. Der Donnerstagmorgen im news.de-Nachrichtenüberblick.

Britische Regierung teilt Rücktritt des libyschen Außenministers mit. Das britische Außenministerium hat am Mittwoch den Rücktritt des libyschen Außenministers Kussa bekannt gegeben. «Er sagte uns, dass er von seinem Amt zurücktritt», teilte das Außenministerium in London mit, nachdem Kussa mit einem Flugzeug nahe der Hauptstadt eingetroffen war. Zunächst war es nicht möglich, von Kussa selbst oder ihm nahe stehenden Personen eine Bestätigung zu erhalten. Ein Sprecher der libyschen Regierung bestritt, dass sich der Außenminister abgesetzt habe. Unterdessen wurde aus Geheimdienstkreisen bekannt, dass in Libyen Agenten der CIA im Einsatz sein sollen. Die US-Agenten hätten beispielsweise bei der Rettung des Waffenleitoffiziers des in Libyen abgestürzten Kampfjets geholfen.

Japan
Super-Gau in Fukushima
Kurzer Besuch zu Hause (Foto) Zur Fotostrecke

Lokführer im privaten Bahnverkehr zu Streik aufgerufen. Die Lokführergewerkschaft GDL hat seit dem frühen Morgen zum Streik im Personenverkehr zahlreicher privater Bahngesellschaften aufgerufen. Der 47-stündige Ausstand sollte um 3.00 Uhr beginnen und bis Samstagmorgen 2.00 Uhr dauern, wie die Gewerkschaft mitteilte. Betroffen sind demnach 21 Unternehmen, unter ihnen die Betreiber Abellio, Arriva, Benex, Veolia Verkehr und Hessische Landesbahn. Das Unternehmen Keolis Deutschland wurde von den Streiks ausgenommen, weil es gestern seine Bereitschaft zu Verhandlungen erklärt hatte. Ebenfalls nicht betroffen ist die Deutsche Bahn, die sich mit der GDL in Tarifverhandlungen befindet.

Grüne und SPD starten Koalitionsverhandlungen. Vier Tage nach der Landtagswahl in Baden-Württemberg beginnen Grüne und SPD heute in Stuttgart mit ihren Koalitionsverhandlungen. In der ersten kurzen Runde, an der jeweils acht Vertreter beider Parteien teilnehmen, wollen beide Seiten den Zeitplan sowie die Themen abstecken. Ein möglicher Knackpunkt in den Verhandlungen könnte das Bahnprojekt Stuttgart 21 sein. Die SPD ist für das Projekt, die Grünen sind dagegen. Verständigt haben sich beide Seiten darauf, das Volk über den Fortgang von Stuttgart 21 zu befragen.

Keine Ausweitung der Evakuierungszone in Japan. Die japanische Regierung plant vorerst keine Ausweitung der Evakuierungszone um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima. Es gebe im Moment keine sofortigen Pläne für einen solchen Schritt, sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Donnerstag. Er reagierte damit auf Empfehlungen der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Man werde aber ausgehend von IAEA-Daten den Boden um das AKW intensiver auf Strahlen untersuchen, sagte der Sprecher. Einsetzender Regen zwang den Betreiber Tepco dazu, das Besprühen verstrahlter Trümmer mit Kunstharz zur Eindämmung von Radioaktivität auszusetzen. Im Meer stieg die Radioaktivität weiter: Im Meerwasser nahe des AKW seien Jod-Partikel mit einer 4385-fach höheren Konzentration als erlaubt gemessen worden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo am Donnerstag.

Beben, Tsunami, Atomgau
Japan in Schutt und Asche
Notlager (Foto) Zur Fotostrecke

DGB-Chef kritisiert Frauen-Pläne der Wirtschaft. Der Deutsche Gewerkschaftsbund kritisiert die freiwillige Verpflichtung der 30 größten deutschen Aktienunternehmen zur Förderung von Frauen in Führungspositionen als völlig unzureichend. «Unsere Erfahrungen mit freiwilligen Selbstverpflichtungen sind ausgesprochen schlecht», sagte DGB-Chef Michael Sommer der Neuen Osnabrücker Zeitung (Donnerstagausgabe) laut Vorabbericht. «Selbst vollmundige Ankündigungen - wie die der Telekom - erweisen sich bislang als heiße Luft.» Anzuerkennen sei aber, «dass überhaupt Bewegung in die Sache kommt», sagte Sommer. Allerdings sei der jetzt vorgelegte Stufenplan völlig unzureichend und viel zu zögerlich. Am Mittwoch hatten Kabinettsvertreter und Personalchefs von DAX-Konzernen darüber beraten, wie die Zahl von Frauen in Vorständen und Aufsichtsräten erhöht werden kann.


S P E N D E N A K T I O N :

 

News.de sammelt Spenden für Japan. Bitte helfen Sie uns! Klicken Sie zum Spenden hier.

 

cvd/sis/news.de/dapd

Leserkommentare (0) Jetzt Artikel kommentieren
Kommentar schreiben  Netiquettelink | AGB
noch 600 Zeichen übrig