Japan-Liveticker Brennstäbe in Reaktor 4 sollen freiliegen

Die Lage im havarierten Atomkraftwerk Fukushima bleibt dramatisch. US-Behörden melden, dass kein Wasser mehr im Abklingbecken vorhanden ist. Brennelemente könnten so nicht mehr gekühlt werden. Verfolgen Sie die Ereignisse im news.de-Liveticker.

Laut USA kein Wasser mehr in Abklingbecken in Fukushima-Daiichi (Foto)
Das Satellitenbild zeigt die zerstörten Reaktoren des Atomkraftwerks in Fukushima-Daiichi. Bild: DigitalGlobe
Katastrophe in Japan

23.08 Uhr: Wasserwerfer sollen Abklingbecken kühlen. Die japanischen Behörden haben Wasserwerfer der Polizei angefordert, um die Abklingbecken des Reaktors 4 im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi mit Wasser zu kühlen. Die Wasserwerfer würden es den Einsatzkräften ermöglichen, einen Sicherheitsabstand zu dem Komplex einzuhalten, sagte Minoru Ogoda von der Atomsicherheitsbehörde. Der Kraftwerkbetreiber Tokyo Electric Power Co. (Tepco) erklärte, man erwäge außerdem den Einsatz von Militärhubschraubern, um die Reaktoren mit Wasser zu besprühen. Dieser Plan war zuvor wegen einer hohen Strahlenbelastung in der Luft aufgegeben worden.

23 Uhr: Leicht erhöhte Strahlung bei Flugzeug gemessen. Am Flughafen München ist am Mittwoch bei einem Flugzeug vom Typ Boeing 777 der japanischen Airline All Nippon Airways (ANA), das gegen 16 Uhr mit der Flugnummer NH 207 in München gelandet war, eine gegenüber der Umgebung leicht erhöhte Strahlung an der Außenhaut festgestellt worden. Bei den anschließenden Messungen der Kabine und des Frachtraums gab es dagegen keinerlei Auffälligkeiten, wie der Flughafen am Abend in München mitteilte. Die zuständigen Gesundheitsbehörden wurden über die Messergebnisse umgehend informiert. Nach Prüfung durch die Experten wurde die betreffende Maschine am Abend mit Zustimmung der Behörden für den Rückflug nach Tokio freigegeben.

Japan: Super-Gau in Fukushima

22.36 Uhr: Extrem hohe Strahlenbelastung. Die Brennstäbe im Reaktor 4 des japanischen Katastrophen-Kraftwerks Fukushima liegen nach Einschätzung der US-Atomregulierungsbehörde NRC komplett frei. Man gehe davon aus, dass das Abklingbecken defekt und das Wasser abgelaufen sei, sagte NRC-Direktor Gregory Jaczko in einer Anhörung vor einem Kongress-Ausschuss laut einem Bericht der New York Times. «Wir glauben, dass die Strahlenbelastung extrem hoch ist», sagte Jaczko. Dies wiederum könnte die Arbeit zur Eindämmung der Krise behindern.

22.06 Uhr: Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 gehen vom Netz. Nach Angaben von EnBW werden beide Meiler seit dem Abend abgefahren und sollen noch in der Nacht vom Netz genommen werden.

Atomkatastrophe: Japan bittet EU um Hilfe
Video: knr/news.de/dapd

21.43 Uhr: Kein Wasser im Abklingbecken des Reaktors 4. Im Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi soll sich kein Wasser mehr im Abklingbecken befinden. Das melden US-Behörden. Sollten sich die Angaben als zutreffend erweisen, würde dies bedeuten, dass die Brennelemente in dem Abklingbecken nicht mehr gekühlt werden können und zu schmelzen drohen. Außerdem droht die Gefahr, dass sich die Stäbe selbst entzünden könnten. Die japanische Atomsicherheitsbehörde und der Kraftwerkbetreiber Tokyo Electric Power Co. (Tepco) dementierten, dass die Wassermenge in dem Abklingbecken abgenommen habe. Die Lage an Reaktor 4 sei «stabil», sagte ein Sprecher.

21.30 Uhr: Amerikaner sollen Abstand halten. Die USA haben ihren Staatsbürgern in Japan geraten, mindestens 80 Kilometer Abstand vom Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi zu halten. Es sei klar, dass sich die Situation in Japan «zunehmend verschlechtere und unberechenbar sei», erklärte der Sprecher des Weißen Hauses, Jay Carney.

20.04 Uhr: Hoffnung im Kampf gegen den Super-Gau? Die Betreiberfirma des in eine schwere Krise geratenen Atomkraftwerks Fukushima 1 teilte am Donnerstagmorgen (Ortszeit) mit, dass eine zur Wiederherstellung der Kühlsysteme benötigte Stromleitung fast fertig sei. Die Leitung solle «so schnell wie möglich» in Betrieb genommen werden, sagte ein Sprecher des Kraftwerkbetreibers Tokyo Electric Power Co. (Tepco), Naoki Tsunoda.

19.42 Uhr: Moratorium soll verfassungwidrig sein. Ex-Verfassungsgerichtspräsident Hans-Jürgen Papier hält das Atom-Moratorium der Bundesregierung für verfassungswidrig. «Ein Gesetz aussetzen kann im Übrigen das Bundesverfassungsgericht. Die Regierung aber mit Sicherheit nicht», sagte Papier dem Handelsblatt. «Ein Moratorium ist denkbar, aber nur im Wege der Gesetzesänderung.»

Beben, Tsunami, Atomgau: Japan in Schutt und Asche

19.30 Uhr: Kraftwerke müssen vom Netz. Das Umweltministerium Baden-Württemberg hat am Abend den Energiekonzern EnBW schriftlich angewiesen, die Kernkraftwerke Neckarwestheim 1 und Philippsburg 1 vom Netz zu nehmen. «Wir gehen davon aus, dass die EnBW bereits dabei ist, die notwendigen Schritte einzuleiten, um die Reaktoren zeitnah herunterzufahren», sagte ein Ministeriumssprecher.

19.22 Uhr: ARD-Korrespondent Hetkämper verlässt Tokio. Als einer der letzten deutschen Journalisten wird nun auch der ARD-Journalist Robert Hetkämper Tokio verlassen und sich auf den Weg nach Osaka machen. Auch aus seiner Sicht habe sich die Bedrohungslage durch das teilweise zerstörte Atomkraftwerk Fukushima nun so entwickelt, dass er Tokio lieber verlassen wolle, sagte er.

Atomkatastrophe in Japan: Rettungsarbeiten in Fukushima
Video: knr/news.de/dapd

19.11 Uhr: 80-Kilometer-Sperrzone für US-Soldaten. Die US-Soldaten im Rettungseinsatz in Japan sind angewiesen worden, mindestens 80 Kilometer Abstand vom Atomkraftwerk Fukushima zu halten. Derzeit halten sich 17.000 Soldaten der US-Marine an Bord von 14 Schiffen vor der Küste Japans auf

18.44 Uhr: Kamikaze gegen den Super-Gau. Die 50 Mann, die im japanischen Unglücksmeiler Fukushima gegen die Katastrophe kämpfen, sind dem Tod geweiht. «Sie opfern sich, um ein größeres Unglück zu verhindern», sagt ein Strahlenschutzexperte im Gespräch mit news.de. Denn gegen die Gammastrahlung haben sie keine Chance.

18.23 Uhr: Mehr als 4300 Tote bestätigt. Die Opferzahl steigt und steigt. Die Polizei bestätigte den Tod von 4312 Menschen. 8606 Menschen werden noch offiziell vermisst.

17.45: US-Drohne soll Aufklärung über Reaktoren-Zustand geben. Ein unbemanntes Flugzeug des US-Militärs soll mit seinen hochauflösenden Kameras mehr Klarheit über das Innere der havarierten Atomreaktoren in Fukushima bringen. Die Drohne Global Hawk hat zudem Wärmebildkameras an Bord.

17.00 Uhr: EU-Energiekommissar befürchtet katastrophale Entwicklung. EU-Energiekommissar Günther Oettinger befürchtet in den nächsten Stunden «weitere katastrophale Entwicklungen» in den japanischen Unglücksreaktoren. Das Kraftwerk Fukushima sei «außerhalb einer fachmännischen Kontrolle», sagte der deutsche Kommissar vor einem EU-Parlamentsausschuss in Brüssel. Die Kühlung funktioniere nicht und zum Teil seien Brennelemente freiliegend.

Japan: Atomkraft ist nicht beherrschbar
Video: news.de

16.58 Uhr: Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde IAEA, Yukiya Amano, hat die Situation in Fukushima Eins als «sehr ernst» bezeichnet. Er werde so schnell wie möglich selbst nach Japan fliegen und danach eine Sondersitzung des Gouverneursrats einberufen, sagte der Japaner in Wien.

16.08 Uhr: In Deutschland boomt die Nachfrage nach Ökostrom. «Wir haben aktuell ein Interesse an Ökostromprodukten auf dem Tarifrechner von rund 77 Prozent und an normalen Stromprodukten von rund 23 Prozent», sagte Jürgen Scheurer vom Verbraucherportal Verivox. Vor gut einem Jahr sei dieses Verhältnis noch genau umgekehrt gewesen. Lesen Sie dazu den news.de-Artikel « Hier gibt es echten Ökostrom».

15.54 Uhr:
Die Europäische Union will Japan auch im Kampf gegen atomare Gefahren  helfen. «Wir sind auch bereit, weitere und gezielte Hilfe hinsichtlich der Lage in den Atomkraftwerken zu leisten», sagte EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso in Brüssel. Er machte keine näheren Angaben über die Art der möglichen Hilfe. Das japanische Volk solle wissen, «dass es auf die europäische Solidarität und Unterstützung in diesem Augenblick des Leidens vertrauen kann.»

15.40 Uhr: Die 50 Arbeiter, die im AKW Fukushima gegen den Super-Gau kämpfen, müssen sehr erschöpft sein, sagt die Risikomanagement-Beraterin Dr. Sally Leivesley gegenüber BBC News. «Der Tenno hat sie gebeten, alles zu geben, und das werden sie tun.»

15.33 Uhr:
Das Auswärtige Amt rät den rund 1.000 verbliebenen Deutschen im Großraum Tokio, sich in andere Landesteile in Sicherheit zu bringen oder ins Ausland zu reisen. Wer sich noch im Großraum von Tokio und Yokohama aufhalte, solle nach Osaka ausweichen und von dort ins Ausland reisen. Zumindest der Wind steht gegenwärtig günstig. Er kommt aus Westen und weht radioaktive Partikel aus dem AKW Fukushima hinaus aufs Meer.

15.16 Uhr:
Der Chef des russischen Staatsunternehmens Rosatom, Sergej Kirijenko, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, dass sich das Geschehen in Japan wie in einem Worst-Case-Szenario entwickele.

14.17 Uhr: Flucht aus Tokio:
Ausländische Banker kehren Medienberichten zufolge aus Angst vor einer Atomwolke der japanischen Finanzmetropole Tokio den Rücken. Außerdem seien die Arbeitsbedingungen schwierig, da es immer wieder Stromausfälle gebe.

14.01 Uhr:
Ein schwerer Schaden an der Hülle des Reaktors 3 in Fukushima I sei unwahrscheinlich. Das berichtet die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf die japanische Regierung.

13.49 Uhr:
Der Bundestag hat der Opfer der Natur- und Atomkatastrophe in Japan gedacht. Die Abgeordneten erhoben sich dazu von ihren Sitzen. Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) sagte in Anwesenheit des japanischen Botschafters in Deutschland: «Unsere Gedanken sind bei dem japanischen Volk.» Mit bewundernswerter Disziplin hätten sich die Menschen den Folgen des Erdbebens und des Tsunamis entgegengestellt. Die sich abzeichnende nukleare Katastrophe zeige die Risiken solcher Technologien.

13.45 Uhr:
Ist die dreimonatige Aussetzung der längeren AKW-Laufzeiten in Deutschland rechtens? Die Regierung glaubt daran. Sie sei sich mit den Ländern, die Atomkraftwerke haben, einig, dass das Atomgesetz dafür die geeignete rechtliche Handhabe sei, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

13.39 Uhr:
Jetzt reagiert auch China auf die Atomkatastrophe in Japan. Die Bewilligung weiterer Kernkraftwerke soll vorerst ausgesetzt werden. Die Sicherheitsstandards in bestehenden und den im Bau befindlichen AKWs müssten überprüft werden, hieß es nach einer Kabinettssitzung. Erst am Montag hatte der chinesische Volkskongress entschieden, bis 2015 mit dem Bau von Reaktoren für weitere 40 Gigawatt Kapazität zu beginnen.

13.16 Uhr:
 Der Anti-Atomkraft-Aktivist Philip White vom Citizens Nuclear Information Center in Tokio hat die Leistung der Arbeiter im Atomkraftwerk Fukushima gewürdigt. Die 50 Arbeiter, die verzweifelt versuchen, den Austritt von Radioaktivität zu verhindern, setzten sich hohen Strahlendosen aus und riskierten ihr Leben, sagte White der britischen BBC.

13.11 Uhr: Deutschland muss sich nicht um radioaktiv belastete Lebensmittel sorgen, versichert das Bundesverbraucherministerium. Aus Sicherheitsgründen sollen aber sämtliche Lebensmittel aus Japan auf eventuelle Strahlenbelastung untersucht werden - vor allem Fisch und Fischprodukte. Nach Angaben des Ministeriums wurden im vergangenen Jahr allerdings gerade einmal 60 Tonnen Fisch aus Japan importiert. Dem stehe ein Gesamtimport aus allen Ländern der Welt von mehr als 900.000 Tonnen gegenüber. Mehr zur möglichen Belastung von Fisch erfahren Sie in dem news.de-Artikel « Das Aus für den Pazifikfisch».

12.25 Uhr: News.de hat sich mit dem Hin und Her um die Hilfe für Japan beschäftigt: Falsche Hilfe hilft nicht. Japan hatte gestern bei der EU nicht um den Einsatz von Hilfsteams gebeten, sondern um Sachleistungen in Form von Decken, Matratzen, Wasserflaschen und großen Wassertanks.

Lesen Sie auf Seite 2, was am Vormittag passierte

11.53 Uhr: Panikkäufe in Russland. In den Apotheken des Gebiets Kamtschatka seien Jodtabletten ausverkauft, teilte die örtliche Gesundheitsbehörde am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax mit. Auch in der etwa 1000 Kilometer vom Atomkraftwerk Fukushima 1 entfernten Großstadt Wladiwostok würden die Menschen in die Geschäfte stürmen und Jod-Medikamente sowie Strahlenmessgeräte kaufen. Die Radioaktivität hat sich nach Angaben des Zivilschutzministeriums aber nicht erhöht.

11.45 Uhr:
Keine Gefahr für Deutschland. Als Folge des Atomunglücks in Japan rechnet das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in keinem Fall mit bedenklichen Strahlenwerten in Deutschland. Die aus Japan kommende Radioaktivität werde hierzulande äußerst gering sein, sagte BfS-Präsident Wolfram König. «Selbst im schlimmsten Szenario werden wir in Deutschland nach derzeitigem Stand keine Werte erreichen, die auch nur annähernd bedenklich sind.»

11.19 Uhr:
Die japanische Regierung hat inzwischen die Menge der radiokativen Strahlung, der Mitarbeiter im AKW Fukushima ausgesetzt werden dürfen, mehr als verdoppelt. Im Notfall sollen nun bis zu 250 Millisievert per Stunde erlaubt sein, berichtet der japanische Fernsehsender NHK. Der internationale Standard läge bei 500 Millisievert.

10.31 Uhr: 
Derzeit versuchen die Rettungskräfte laut Regierungssprecher Edano,  vom Boden aus Wasser in den Reaktor 4 zu leiten und auf diese Weise zu kühlen. Ein Versuch, die Reaktoren aus der Luft zu kühlen, war zuvor gescheitert. Die Militärhubschrauber konnten wegen der erhöhten Strahlung kein Wasser abwerfen, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo.

10.15 Uhr:
Regierungssprecher Yukio Edano erklärte während einer Pressekonferenz, dass es gegenwärtig keine Hinweise auf eine unmittelbare gesundheitsschädliche Strahlung um das AKW Fukushima Daiichi gebe. Um vier Uhr Ortszeit sei die Strahlung außerhalb der 20-Kilometer-Zone mit 1500 Mikrosievert gemessen worden. Dass das Trinkwasser möglicherweise radioaktiv verseucht sei, bestätigte Edano nicht. Darüber lägen keine Bericht vor, sagte er.

9.51 Uhr: Nach Informationen von Wikileaks hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die japanische Regierung bereits vor zwei Jahren gewarnt, dass ihre Atomkraftwerke unzureichend gegen starke Beben geschützt seien. Das berichtet der britische Telegraph.

8.58 Uhr:
Der japanische Kaiser Akihito hat sich in einer Fernsehansprache an das Volk gewandt. Solche Auftritte des Tenno sind selten. Er sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Die Bevölkerung soll trotz der schwierigen Situation die Hoffnung nicht aufgeben.

8.40 Uhr:
Die Zahl der Toten ist nach einem Bericht des japanischen Fernsehsenders NHK auf 3771 gestiegen. Etwa 8000 Menschen würden noch vermisst.

8.37 Uhr:
Nach zwei Tagen Talfahrt hat sich die japanische Börse spürbar erholt. Bis zur Handelsmitte legte der Nikkei mit 225 führenden Werten um 4,37 Prozent zu. Der asiatische Leitindex gewann 375,99 Punkte und notierte am Mittag bei 8981,14 Zählern. Die japanische Notenbank stützte die Finanzmärkte wie angekündigt mit weiteren Finanzspritzen und stellte 3,5 Billionen Yen (gut 30 Milliarden Euro) kurzfristige Notfall-Liquidität zur Verfügung.

7.42 Uhr: Vier in Japan eingesetzte Retter aus Neuseeland und Australien sind geringfügig radioaktiv verstrahlt worden. Das teilte Neuseelands Premierminister John Key am Mittwoch mit. Es bestehe aber kein Gesundheitsrisiko für die Helfer.

6.37 Uhr:
Die japanische Atomkatastrophe hat in der Millionenmetropole Hongkong Verwirrung ausgelöst. In E-Mails und Blogs war vor einer radioaktiven Wolke vom havarierten Atomkraftwerk Fukushima gewarnt worden, die auf Hongkong zukomme. Ein Vertreter der Regierung dementierte die Gerüchte am Mittwoch. Beim Messen der Strahlenintensität seien keine Auffälligkeiten festgestellt worden. Im Radiosender RTHK betonte Leung Wing-mo, Westwind würde jegliche Radioaktivität von Japan aus nach Osten in Richtung Pazifik treiben - und damit weg von Hongkong. Die Stadt liegt etwa 3000 Kilometer oder einen vierstündigen Flug von der japanischen Hauptstadt Tokio entfernt.

6.32 Uhr:
Im japanischen Katastrophen-Atomkraftwerk Fukushima können die Arbeiter zurück auf das Gelände. Die Evakuierungsanordnung wurde laut einem Medienbericht wieder aufgehoben.

5.47 Uhr:
Erneut hat es ein starkes Nachbeben gegeben. Die Erdstöße hätten eine Stärke von 6,0 gehabt, teilte die US-Erdbebenwarte mit. Das Epizentrum habe 95 Kilometer östlich der Hauptstadt Tokio gelegen.  Auch in der Millionenmetropole waren starke Erdstöße zu spüren.

3.42 Uhr:
Wegen der hohen Strahlung müssen die Arbeiter ihre Tätigkeit im beschädigten Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi aussetzen. Nach einem Anstieg der Strahlenbelastung müsse die Bewässerung der Reaktoren zur Kühlung der Brennstäbe vorerst eingestellt werden, teilte der japanische Kabinettssekretär Yukio Edano am Mittwoch mit.

3.37 Uhr:
Die inneren Reaktormäntel von Block 1 und 3 im Atomkraftwerk Fukushima könnten beschädigt sein. Das sagte Regierungssprecher Yukio Edano am Mittwoch. Endgültige Klarheit gebe es darüber aber nicht.

3.11 Uhr:
Radioaktive Partikel in der Luft werden vom japanischen Fukushima aus aufs Meer geweht. Der Wind habe in Richtung Südost/Ost gedreht und damit vom Land weg, sagte Meteorologe Marcus Beyer vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Mittwoch. Ein Tief war zuvor über Japan hinweg nach Nordosten gezogen und hatte zwischenzeitlich die Luft auf die Hauptstadt Tokio zu getrieben. Zwischen dem Tief und einem Hoch im Südwesten bleibe die Wetterlage nun vorerst stabil, sagte Beyer. «Und das nicht nur für ein paar Stunden.» Größere Regenmengen, die radioaktive Teilchen auswaschen könnten, seien bis zum Wochenende jedoch nicht in Sicht. In Japan herrschen derzeit Temperaturen um den Gefrierpunkt.

2.55 Uhr:
Viele Menschen in den Katastrophengebieten an der Nordostküste Japans müssen auf das Allernötigste verzichten. Es gebe keinen Strom, kein Gas, kein Essen, kein Wasser - absolut nichts, sagte der Fotograf Piotr Onak. Es war in der Präfektur Iwate unterwegs. In der Küstenstadt Kamaishi übernachtete er in einer Notunterkunft. Die Menschen ertragen das Leid ohne zu klagen, erzählte der Fotograf aus London. «Sie beschweren sich nicht, sie weinen nicht, sie nehmen alles mit Würde

1.41 Uhr:
Techniker wollen am japanischen Unglücks-Kraftwerk Fukushima aus Hubschraubern Borsäure auf den beschädigten Reaktor 4 sprühen. Damit sollte eine mögliche Kettenreaktion in den dort gelagerten abgebrannten Brennelementen verhindert werden, berichtete die Nachrichtenagentur Kyodo unter Berufung auf den Betreiber Tepco. Die Wahrscheinlichkeit eines Wiederanlaufens der Kettenreaktion sei «nicht null», hieß es demnach in einer Tepco-Mitteilung.

1.15 Uhr:
Nach einer Explosion im japanischen Atomkraftwerk Fukushima-Daiichi sind möglicherweise 70 Prozent der Brennstäbe beschädigt. Das teilte die japanische Atomsicherheitsbehörde am Mittwoch mit. Der Schaden habe sich in Reaktorblock 1 der Atomanlage ereignet, sagte Behördensprecher Minoru Ohgoda. Die Art des Schadens sei aber unbekannt. Die Brennstäbe könnten entweder dabei sein, zu schmelzen oder sie könnten Löcher haben, erklärte er.

0.46:
Das neue Feuer in Reaktor 4 im Atomkraftwerk Fukushima ist vermutlich erloschen. Rund 30 Minuten nach dem Alarm seien keine Flammen mehr zu sehen gewesen, berichtete der Sender NHK am Mittwoch. Das Feuer sei wahrscheinlich durch eine Wasserstoffexplosion ausgelöst worden.

0.22 Uhr: Der neue Brand im Reaktor 4 des havarierten Atomkraftwerks Fukushima hat vermutlich die Kontrolleinheit der Wasserkühlanlage erfasst. Das berichtet der Fernsehsender NHK nach Angaben der Betreiber. In dem Reaktor lagern abgebrannte Brennstäbe, die ohne ausreichende Kühlung aber ähnlich gefährlich wie aktive Brennstäbe sind. Die Kühlung in der Anlage hatte schon vor Stunden versagt - mit einem weiteren Feuer steigt aber die Gefahr, dass Radioaktivität aufgewirbelt wird. Im selben Bereich des Reaktors 4 hatte es gestern ein erstes Feuer gegeben, das von selber erlosch.

cvd/knr/news.de/dpa/dapd

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Leserkommentare (11) Jetzt Artikel kommentieren
  • Antonietta
  • Kommentar 11
  • 24.05.2011 08:14

Atomkraft muss ein Auslaufmodell bleiben. Sonne, Wind und Wasser plus Energieeffizienz und Einsparung gehören die Zukunft!

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  • PETER0128
  • Kommentar 10
  • 22.03.2011 16:07

Die Strompreiserhöhung beim Umstieg auf regenerative Energie ist nur kurzfristig zu sehen. Weil:1.der technische (wirtschaftliche) Aufwand gering 2.die Energie wird aus regenarativen Quellen gewonnen

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  • alf
  • Kommentar 9
  • 19.03.2011 11:04

Allgemeinwissen: 1. Uran235 findet in AKWs Verwendung, weil selbsterregend. 2. max. Energie aus 1kg Uran ca. 21,5 GWh (gesteuert bis 56 MWh) 3. Uran ist fast doppelt so schwer wie Blei. 4. Die Siedetemperatur von Uran liegt um die 4100*C Schmelze entsteht bei 1100*C. 5. Stahl schmilzt bei 1800*C und Beton schmilzt in etwas bei 1400*C Fazit: Kommt es zur Kernschmelze, heizt sich das Uran weiter auf, und schmilzt allen Untergrund. "Weißer Rauch steigt auf" - Der flüssige Kern ist auf Wasser gestoßen.... Was bleibt ist ein Loch und jede Menge Tod bringende Radioaktivität. Gute 70 Mill Jahre lang

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